Fortschritt im Blick: Dank der coronabedingten Videokonferenzen zur Umgestaltung des Bahnhofs saßen laut Bürgermeister Christoph Schmid plötzlich virtuell Leute mit am Tisch, die sonst nie dabei gewesen wären.
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Fortschritt im Blick: Dank der coronabedingten Videokonferenzen zur Umgestaltung des Bahnhofs saßen laut Bürgermeister Christoph Schmid plötzlich virtuell Leute mit am Tisch, die sonst nie dabei gewesen wären.

Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel in Corona-Zeiten

Was Holzkirchen ins neue Jahr mitnimmt

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Kernprojekte und Finanzen der Marktgemeinde Holzkirchen haben bislang nicht unter der Corona-Krise gelitten. Anderes schon, berichtet Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Eine Bilanz und ein Ausblick.

Holzkirchen – Damals war einfach keiner auf so einen Ausnahmezustand vorbereitet, erinnert sich Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Und so mussten während des ersten Lockdowns im Frühjahr – da waren noch der alte Gemeinderat und Schmids Vorgänger Olaf von Löwis (CSU) im Amt – auch in Holzkirchen zwei Sitzungen ausfallen. „Die Themen daraus haben uns hinterher schon beschäftigt.“ Daher habe er einige Sondersitzungen einberufen. „Aber wir liegen nicht im Hintertreffen“, betont Schmid. „Wir haben es geschafft, das Programm, das wir uns vorgenommen haben, durchzuziehen.“ Und die Kassenlage der Marktgemeinde ist trotz Krise stabil.

Mit diesem positiven Fazit schließt der Holzkirchner Bürgermeister das von der Corona-Krise gebeutelte Jahr 2020 ab und blickt optimistisch ins neue Jahr.

Nicht alles auf Corona schieben

Schmid hält nichts davon, „alles auf Corona zu schieben“. Seiner Meinung nach würde Corona von verschiedenen Seiten oft als Ausrede für diverse Verzögerungen missbraucht. So zum Beispiel bei der Auswertung des Modellversuchs, bei dem im Sommer 2019 testweise und drei Monate lang Tempo 30 an der Münchner Straße galt. Was Schmid ärgert: Die Ergebnisse – unter anderem der Technischen Hochschule Nürnberg – stehen bis heute noch aus. Eigentlich habe die Gemeinde sie schon im zweiten Quartal 2020 erwartet. Corona wurde hier immer wieder als Grund für die lange Wartezeit genannt, berichtet Schmid. Er hoffe nun, dass die Werte 2021 eintreffen.

Positiv überrascht hat den Bürgermeister dagegen die Deutsche Bahn, etwa als es um die Umgestaltung des Bahnhofsareals ging. Dank der coronabedingten Videokonferenzen hätte man plötzlich „virtuell Leute mit an den Tisch gebracht“, die sonst nie bei einem Live-Treffen in Holzkirchen mit dabei gewesen wären. Schon allein deshalb, weil viele Verantwortliche in verschiedenen Städten sitzen. Das Verfahren für den städtebaulichen Wettbewerb starte im ersten Halbjahr 2021. Bis die Bagger anrücken, dauert es aber noch. „Das ist ein Marathon, kein Sprint“, meint Schmid.

Sehr bedauert hat der Bürgermeister, dass er die persönlichen Kontakte reduzieren musste. Etwa bei Bausachen oder Grundstücksverhandlungen mit Privateigentümern, „wo ein Face-to-Face-Gespräch sehr wichtig ist“. Nicht alle Bürger hätten die Möglichkeit, virtuelle Konferenzen durchzuführen. Einige dieser Termine will Schmid im neuen Jahr nachholen.

„Es ist nichts liegen geblieben“

„Von unseren vier Kernprojekten aber ist nichts liegen geblieben“, betont er. So laufen im nächsten Jahr die Planungen für die Aussiedlung des Bauhofs „Stück für Stück und ohne Hast“ weiter. Im August 2022 ist der Spatenstich geplant. Etwas schneller soll es bei der Erweiterung der Kinderland Kita vorangehen. Die Vorplanung existiert schon. Konkreteres gibt es in Sachen Mittelschul-Neubau zu berichten. Im März 2021 soll der Sieger des Architektenwettbewerbs feststehen. Geht alles gut, startet der Aufbau der Interimsschule im Herbst. Und im Januar 2022 könnten die Schüler in das Provisorium umziehen, denkt Schmid. Die neue Mittelschule wird voraussichtlich ab April 2023 gebaut. „Ein paar Szenarien“ für die fünf maroden und gemeindlichen Wohnblöcke an der Baumgartenstraße soll der Gemeinderat 2021 vorgelegt bekommen. Die Strategie möchte Schmid auch mit den Bewohnern besprechen. Eine Strategie liegt bereits für die neue Kindergartenbrücke vor. Diese soll, so hofft Schmid, 2021 entstehen.

Ein Pluspunkt war, dass sich die großen Projekte alle noch in der Planungsphase befinden. So konnte es keine Engpässe bei Handwerkern geben. „Da ist bei uns nichts hängen geblieben“, sagt Schmid. Die Vollauslastung der Handwerksbetriebe sei eher für die Gemeindewerke zum Problem geworden. Deshalb mussten sie die Sanierung des Dachs vor dem Eisstadion verschieben.

Krise hin oder her. Schmid ist einer, der sich gerne auf das Positive konzentriert. „Die Errungenschaft des Jahres 2020 ist die Flexibilität in der Arbeitswelt“, findet er. Auch die Raumnot im Rathaus konnte durchs Homeoffice gelindert werden. „Es ist faszinierend, wie schnell sich die Leute angepasst haben.“

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Was war trotz der Corona-Pandemie möglich, was wird nachgeholt, was in Angriff genommen? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

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