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Der vier Tonnen schwere Stein schwebt ein: Mit einem Kran wurde der Block am Vorplatz des Kulturhauses aufgestellt. Bildhauer Tobel (ganz r.) packte freilich auch mit an.

Ein tonnenschwerer Koloss schwebt ein

Darum steht vor dem Oberbräu diese Steinplastik

Seit Dienstag steht ein vier Tonnen schwerer Koloss auf dem Vorplatz des Kultur im Oberbräu in Holzkirchen. Sie weist auf ein Kunstfestival hin - und hat mit Geothermie zu tun.

Holzkirchen/Valley– Tobel bringt den Stein ins Rollen: Am Dienstag ist sein neues Kunstwerk auf dem Vorplatz des Holzkirchner Kultur im Oberbräu eingeschwebt. Ein Kranwagen hievte den gut vier Tonnen schweren Gesteinsblock an seinen künftigen Platz, wo Tobel das Fundament vorbereitet hatte. Denn die fast drei Meter hohe Skulptur ist nicht nur Teil der Ausstellung des ArtCycling-Festivals mit großer Ausstellung, Konzerten  und Theater, das von Donnerstag bis Sonntag, 29. Juni bis 2. Juli, stattfindet. Sie soll auch danach den Platz behalten.

Der Block, aus dem der international renommierte Valleyer Bildhauer Tobel sein neues Werk gehauen hat, hat eine ganz besondere Verbindung zur Marktgemeinde. Was selbst Tobel bis voriges Jahr nämlich nicht wusste: Hinter dem Stein mit der Handelsbezeichnung „Kelheimer Auerkalk“, mit dem Tobel voriges Jahr bei seinem Bildhauersymposium arbeitete, verbirgt sich exakt jener Gesteinsschicht, die bei der Holzkirchner Geothermiebohrung angezapft wurde, dem Malm Delta. Unter Holzkirchen liegt diese in rund 5000 Metern Tiefe – dort einen ganzen Block herauszubekommen, ist natürlich nicht möglich, erklärt Tobel. Aber die Schicht wandert in Richtung Norden allmählich an die Erdoberfläche, die sie im Altmühltal erreicht – und dort wird dann daraus der „Kelheimer Auerkalk“ abgebaut. Auch in Blöcken, die für ein Kunstwerk des Valleyers geeignet sind. „Man kann damit sichtbar machen, woher das Thermalwasser für die Geothermie kommt.“

Zunächst war im Gespräch, dass Tobel sein Werk aus dem Block am Geothermiegelände in der Alten Au aufstellt. Auf Initiative von Kulturhaus-Chefin Ingrid Huber wurde schließlich aber doch der Standort am Amphitheater des Kultur im Oberbräu gewählt. Dort, wo ihn die Holzkirchner auch sehen und anfassen können. Ob die Gemeinde Tobels Kunstwerk kauft, müsse aber erst der Gemeinderat entscheiden, erklärt Tobel.

Der Bildhauer hat in den Block eine seiner berühmten Spiralen eingearbeitet. Reine Arbeitszeit dafür: drei Wochen. Sie trägt den Namen „Eternity“, Ewigkeit.

Internationales Bildhauer-Symposium

Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, wie so eine Skulptur entsteht, hat dazu in Valley Gelegenheit: An seiner Skulpturlichtung in Anderlmühle bei Hohendilching hat Tobel wieder Kollegen aus aller Welt zum 5. Internationalen Bildhauer-Symposium zu Gast. Das Motto lautet diesmal „steinreich kunst werden“. Am Sonntag, 2. Juli, um 11 Uhr fällt der Startschuss mit der Auftaktveranstaltung, bei der sich die Teilnehmer vorstellen. Neben Tobel selbst sind Luke Zwolsman aus Australien und Chris Peterson aus Holland sowie das Künstler-Duo Mary Zisch aus Italien und Ernst Kolt aus Hofheim dabei. Um 13 Uhr startet eine „prähistorische Wanderung“. Klaus Koch erläutert den „Weg der Steine“ bis zur Bronzezeit an verschiedenen Fundstätten. Zwei Wochen lang können Besucher auf der Lichtung montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die fertigen Werke werden am Samstag, 15. Juli, um 17 Uhr enthüllt.

Katrin Hager

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