Erdbeben in Tirol erschüttert auch Bayern - Auswirkungen deutlich spürbar

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Mit Plakaten drücken die Gegner ihren Protest gegen die geplante Südumgehung aus und machen ihrem Ärger Luft.

Zwischen der B 318 und Moarhölzl

Blechschlange gegen die Südumgehung

Holzkirchen - Rund 130 Fahrzeuge schlängeln sich am Samstag über die Wiesen im Süden von Holzkirchen. Sie sind Ausdruck eines stillen Protest gegen die geplante Südumfahrung. 

 Iris Fischer strahlt. Sie ist „total begeistert“. Ab 10.30 Uhr schlängelt sich am Samstag eine nahezu lückenlose Blechschlange von der Bundesstraße B 318 bis zum Moarhölzl. Fischers Bürgerinitiative Liebens- und lebenswertes Holzkirchen möchte gemeinsam mit den Vereinen und Initiativen Stop Südumgehung, Hartpenning muckt auf und IG Lochham ein „temporäres Mahnmal“ setzen, veranschaulichen, wo die geplante Trasse verlaufen könnte. 

Das Thema ist brisant. Denn die ortsnahe Südumfahrung wurde als vordringlich in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Auf Autoscheiben kleben Zettel: „Uns stinkt’s auch“ ist dort zu lesen. Oder „Von Löwis verkauft unsere Heimat“.  Willi Wohlschläger hat an der Schaufel seines Traktors ein Plakat befestigt. Darauf steht „Wahnsinn Südumgehung. Nein danke!“ Wohlschläger rechnet mit gravierende Folgen für seine Pferdepension. Bislang profitiere er von der guten Lage. Eine Betontrasse quer durch seine Wiesen? Ausreiten vor malerischer Alpenkulisse sei dann passé. 

Das befürchtet auch Marianne Huber aus Holzkirchen. Dass sie mit ihrem Auto mit von der Partie ist, sei selbstverständlich. Sie hänge an diesem Stückchen Erde. Es zerstören, obwohl eine Südspange laut unabhängiger Gutachten nur minimal zur Beruhigung des Holzkirchner Ortskerns beitrage? Sie schüttelt energisch den Kopf. 

Ursula Eberharter von der Initiative Stop Südumgehung trägt ein Shirt mit dem Logo „Deine Naherholung. Keine Südumfahrung“. Sie schlägt schärfere Töne an. Befürworter der Südumgehung bezeichnet sie als egozentrisch. Lärm und Schmutz solle auf die Bewohner umliegender Dörfer abgewälzt werden. Und das, obwohl der Nutzen fraglich sei. Am Beispiel der Nordspange könne man sehen, dass das Prinzip Ortsumgehung leidlich funktioniere. Eberharters Forderung daher: Zuerst für Entlastung durch die bestehende Spange im Norden sorgen. Dann erst neu bauen – falls es tatsächlich notwendig ist. 

Es wird lebhaft diskutiert zwischen B 318 und Moarhölzl. Bierbänke sind aufgebaut. Kuchen und Getränke werden verkauft. Megaphone seien jedoch tabu, sagt Fischer. Überhaupt jede Art von Renitenz. Auch die Polizeiinspektion Holzkirchen bestätigt, dass alles ruhig und reibungslos verlaufen ist bei dieser Protest-Blechschlange. Rund 130 teilnehmende Fahrzeuge haben die Beamten gezählt. In etwa so viele, wie in Hartpenning im Jahr 2014, als schon einmal gegen die Südumgehung protestiert worden war. 

Johanna Wieshammer

Blechschlangen-Demo der Südspangengegner - die Bilder

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