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Nach Plan unterwegs: Dank der neuen App geht das nun auch trotz Verspätungen.

Test, Einführung - und die Vorteile zur DB-App

Die BOB macht mobil: Was die neue App kann, und was nicht

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Hurra, die BOB-App ist da. Doch was kann der kleine Verkehrs-Helfer im Telefon wirklich? Wir haben den neuen Service der Bayerischen Oberlandbahn getestet – und sind überrascht.

Holzkirchen – Die Bayerische Oberlandbahn hat eine eigene App fürs Smartphone herausgebracht, mit der das Reisen auf dem Gleis und nebendran im Oberland um ein Vielfaches einfacher werden soll. Wir zeigen, wie sie funktioniert und was sie kann.

Installieren

Die App gibt es für Android bei Google Play, fürs iPhone im App Store von Apple – und das kostenlos. Der eigentliche Name der BOB-App ist allerdings etwas sperrig: "Meridian BOB BRB - Info & Tickets". Die Links sind außerdem bei der BOB selbst zu finden. Sobald sie runtergeladen ist, kann’s auch sofort losgehen.

Von A nach B nach C

Das erste Feature im Menü bietet eine Reiseplanung an. Hier lassen sich nicht nur BOB-Haltestellen eingeben. Die App bietet eine Navigation von Adresse zu Adresse, oder, wenn das GPS am Handy aktiviert ist, von der eigenen Position zum Wunschort. 

Wir haben mal ausprobiert, von der Miesbacher Redaktion am Habererplatz in die Merkur-Zentrale nach München in der Paul-Heyse-Straße 2-4 zu reisen. Hier hapert es ein bisschen bei der Adresseingabe. Vergisst man die Bindestriche, findet die BOB-App keine „Paul Heyse Straße“. Mit „Paul Heyse 4, München“ und ohne Straße funktioniert es dann doch. Merke: Adresse genau eintippen.

Die App findet flott stündliche Verbindungen nach München und berechnet die beiden Fußmärsche mit ein. Eine Karte weist den kürzesten Fußweg zum Bahnhof.

Wenn’s länger dauert

Und die Verspätungen sind auch gleich dabei. Sie werden live angezeigt. 

Man kennt das von den Bildschirmen in den Wagen selbst, nur dass wir die Info nun schon haben, bevor wir überhaupt losgehen. Die Bildschirme in der BOB und die App bekommen ihre Infos von derselben Datenquelle, wie BOB-Pressesprecher Christopher Raabe auf Nachfrage erklärt.

Der Vorteil der App: Hier können wir im Zug selbst sämtliche Infos zu Bahnhöfen, Anschlusszügen und -bussen sowie Verspätungen abrufen – gesetzt den Fall wir haben Netz. 

Das reißt auf den Wald- und Wiesenstrecken ja gerne mal ab. Und W-Lan in den Zügen ist im Gegensatz zur App leider noch Zukunftsmusik.

Ich habe die DB-App

Toll, nützt für die BOB aber nicht immer was. Raabe: „Wir verwenden eine andere Datenquelle als die Deutsche Bahn.“ Zudem könne die BOB Infos schnell manuell an die App-Nutzer weitergeben. Heißt: Verspätungen der BOB zeigt die BOB-App zuverlässiger und schneller an. Ferner gibt die BOB Störungen im Netz unter dem Menü-Punkt „Service“ heraus. Anstrengend: Auch wenn man nur im BOB-Netz unterwegs ist, laufen hier alle Störungen von Schongau (BRB) bis Rosenheim (Meridian) ein. 

Abhilfe schafft dieses Feature:

Alarm! Alarm!

Interessant nicht nur für Berufspendler: Für jede Strecke lässt sich ein Verspätungsalarm einstellen. Fährt man zum Beispiel immer von Tegernsee nach München um 7.52 Uhr, sucht man diese Verbindung heraus, klickt auf „Optionen“ und wählt den „Verspätungsalarm“. Nun wird man morgens immer gewarnt, sobald etwas nicht nach Plan läuft. 

Ein netter Service, der durch ein weiteres Gadget ergänzt wird:

Ticket per Klick

Mit der App lassen sich per Kreditkarte oder Paypal Tickets kaufen. Und das geht relativ flott und zuverlässig – vorausgesetzt man hat Paypal oder eine Kreditkarte. Das Gehetze zum Automaten entfällt. Und die Ticketsucherei bei der Kontrolle ebenfalls. 

Merke: Der Akku muss die Zugfahrt dafür auch durchstehen. Allerdings seien alle, die mit dem Ticketkauf jetzt warten wollen, bis der Schaffner kommt, gewarnt: Auch beim App-Ticket sind Datum und Uhrzeit des Kaufs deutlich hinterlegt.

Und meine Daten?

Dass Smartphone-Nutzer gläsern für jeden App-Anbieter sind, sollte inzwischen jeder wissen. Umso erfreulicher die Antwort der BOB auf Nachfrage: „Alle Daten bleiben regional gespeichert.“ Selbst der Mutterkonzern Transdev habe keinen Zugriff darauf. Verwenden will die BOB die Daten, um Zugauslastungen besser zu planen.

Fazit

Anders als manchmal im wahren Leben, läuft die BOB im Handy störungsfrei und benutzerfreundlich. Der Vorteil zur DB-App liegt auf der Hand: Hier bekommt man Informationen, die die DB noch gar nicht hat. Und die Tickets gibt‘s obendrein. So machen „Störungen im Betriebsablauf“ doch fast schon Spaß.

kmm

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