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Für die Ehrengäste gab‘s Zugmodelle als Erinnerungsgeschenk.
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Zug groß und klein: (v.l.) Olaf von Löwis, Ilse Aigner, Kerstin Schreyer, Fabian Amini.
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Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (l.), BOB-Geschäftsführer Fabian Amini, Landtagspräsidentin Ilse Aigner.
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Ilse Aigner (l.) und Kerstin Schreyer.
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Blick in den Coradia Lint.
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Die Ehrengäste bei der Probefahrt.
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Blick in den Coradia Lint.
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Blick in den Coradia Lint.

Startschuss für BOB-Flottentausch am Holzkirchner Bahnhof

Politprominenz heißt Lint-Züge willkommen

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Der Zeitplan steht: Ab 14. Juni werden die ersten Lint-Züge mit Passagieren im Oberland unterwegs sein. Am Montag fiel offiziell der Startschuss für den Flottentausch.

Landkreis/Holzkirchen – Es sind nicht die Rahmenbedingungen, die sich Politiker für solch einen Anlass wünschen. Statt Sonnenschein und ausgelassener Stimmung herrschen auf dem Holzkirchner Bahnhofsgelände Maskenpflicht und Abstandsgebot. Und wie, um die skurrile Szenerie noch zu untermauern, gesellt sich zu den ungemütlichen Windböen später noch leichter Regen. Da freut man sich, dass der Festakt nach Fahrplan läuft und der Zug pünktlich ist.

Die ersten neun Züge fahren ab 14. Juni

Der Zug, das ist an diesem Montagvormittag der neue Coradia Lint 54 des Herstellers Alstom, der ab 14. Juni in neunfacher Ausfertigung zunächst die alten Talent-Züge der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) ersetzt. Bis Ende August kommen schrittweise 16 weitere im Austausch gegen die störanfälligen Integrale dazu. „Trotz Corona können wir uns also freuen“, sagt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am kleinen Rednerpult an Gleis 1. Der Flottentausch, den man heute offiziell starte, trage zu einem stabileren und besseren Zugverkehr im Oberland bei. Mit den emissionsärmeren, sparsameren und leiseren Diesel-Zügen könne man die Zeit bis zur Elektrifizierung der Strecken gut überbrücken.

Puffer am Münchner Hauptbahnhof

Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner (CSU), die den Flottentausch in ihrer Zeit als Verkehrsministerin mit angeschoben hatte, richtet das Augenmerk auf die sechs zusätzlichen Züge, die dann ab Dezember die neue Flotte verstärken. „Sie sind für die Stabilität des Fahrplans besonders wichtig“, betont Aigner an diesem „großen Freudentag“. Warum, das erklärt in ihrem Grußwort Bärbel Fuchs, Co-Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG): Die zusätzlichen Züge stehen als Puffer im Münchner Hauptbahnhof bereit und können auch dann pünktlich starten, wenn der Gegenzug aus dem Oberland Verspätung hat. Unabhängig von den neuen Fahrzeugen, verspricht sie, bleibe die BEG am Ball. Die Gesellschaft plant, finanziert und kontrolliert im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Fuchs: „Wenn in den kommenden Jahren die Infrastruktur weiter ertüchtigt wird, werden wir auch jeden Gestaltungsspielraum nutzen, um die Angebotsqualität im Oberland bestmöglich zu gestalten.“ Ziel sei langfristig ein durchgehender 30-Minuten-Takt.

Transdev hofft auf Folgeauftrag nach 2026

Geht es nach Tobias Heinemann, wird die BOB bei den Zukunftsüberlegungen weiterhin eine gewichtige Rolle spielen. So hofft der Geschäftsführer der Muttergesellschaft Transdev, dass sein Unternehmen ab 2026 für weitere 20 Jahre die Bahnstrecken betreiben darf. „Das Oberland liegt uns am Herzen“, versichert er. „Während eines laufenden Verkehrsvertrags die Fahrzeuge auszutauschen, ist sehr ungewöhnlich.“ Die alten Fahrzeuge seien trotz vieler Stabilisierungsmaßnahmen inzwischen aber an ihre Grenzen gestoßen, Rund 100 Millionen Euro lässt sich Transdev den Flottentausch kosten.

„Ein völlig neues Mobilitätserlebnis“

Wie sich der neue Lint anfühlt, das können die Ehrengäste anschließend bei einer Sonderfahrt nach Schaftlach und zurück selbst erleben. Mit den neuen, komfortablen Zügen jetzt tatsächlich im Oberland unterwegs zu sein, ist für Fabian Amini ein großer Moment.Die störanfälligen Vorgänger haben dem BOB-Geschäftsführer viele schlaflose Nächte bereitet. Der Betrieb, dämpft er allzu übertriebene Erwartungen, muss sich in den nächsten Monaten freilich erst einspielen. Ihre volle Schlagkraft wird die neue Flotte frühestens ab dem Fahrplanwechsel im Dezember entfalten. Eines aber verspricht Amini schon früher: „Ein völlig neues Mobilitätserlebnis.“

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