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Kommt oft zu spät oder gar nicht: BOB.

BEG bestellt Geschäftsführung ein

BOB-Chefs müssen antreten: Behörde stocksauer über „untragbare Qualitätsprobleme“

Schneefälle – Ausfälle, Schneefälle – Ausfälle: So kann’s nicht weitergehen bei der BOB. Die Eisenbahnbehörde ist stocksauer. Und beim Meridian ist es keinen Deut besser.

Holzkirchen – Fast zwei Wochen lang Ausfälle während des Schnee-Katastrophenfalls im Januar, und jetzt nur ein Tag Schnee-Intermezzo – und wieder ging zwei Tage fast nichts mehr bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Jetzt scheint’s zu scheppern: Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) bestellt die BOB-/BRB-Geschäftsführung wegen anhaltender Qualitätsprobleme für Freitag zum Krisengespräch ein - übrigens nicht das erste Mal.

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Folgendes teilt die BEG dazu mit:

Die Probleme bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), dem Meridian sowie bei der seit Dezember 2018 neu in Betrieb gegangenen Ostallgäu-Lechfeld-Bahn (Augsburg – Landsberg, München/Augsburg – Füssen), die jeweils von der Transdev GmbH als Muttergesellschaft betrieben werden, reißen nicht ab. 

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, hat die für die genannten Netze zuständige Geschäftsführung aufgrund der anhaltenden und für die Fahrgäste untragbaren Qualitätsprobleme zu einem kurzfristigen Krisengespräch am 8. Februar 2019 einbestellt.

BEG prangert Zugausfälle bei BOB an

Trotz regelmäßiger Interventionen durch die BEG, zahlreicher bereits umgesetzter Maßnahmen und eines umfassenden Qualitätsmonitorings – welches die BEG ab sofort nochmals intensivieren wird – waren die BOB und der Meridian auch in den vergangenen Monaten immer wieder von Qualitätsproblemen in Form von Zugausfällen, unakzeptablen Zugkürzungen, mangelnden Fahrgastinformationen oder einer unzureichenden Disposition im Störfall betroffen.

Durch den Wintereinbruch im südbayerischen Bereich hatte sich die Lage insbesondere bei der BOB nochmals deutlich verschärft. Seit Dezember 2018 kommen außerdem erhebliche Startschwierigkeiten beim Betrieb des Ostallgäu-Lechfeld-Netzes hinzu. „Die Tatsache, dass es bei einem Verkehrsunternehmen in gleich mehreren Netzen zu so massiven Problemen verschiedenster Ursachen kommt, ist absolut ungewöhnlich. Zu den Transdev-Netzen BOB, Meridian und Ostallgäu-Lechfeld-Bahn sind bei der BEG seit Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die mit Abstand meisten Fahrgastbeschwerden aller bayerischen Verkehrsunternehmen eingegangen. Wir erwarten nun einen klaren und für die BEG nachvollziehbaren Maßnahmenplan zur dauerhaften Stabilisierung des Betriebs in allen drei Netzen“, so Thomas Prechtl, Geschäftsführer der BEG.

„Fahrgastinformationen oftmals widersprüchlich“

Besonders im Fokus steht dabei das Oberlandnetz, welches in den vergangenen Wochen von ganz erheblichen Winterproblemen betroffen war. „Es trifft zwar zu, dass zahlreiche Ausfälle und Einschränkungen im Betrieb der BOB seit Jahresbeginn zunächst auf eine mangelhafte Räumung durch die Infrastrukturbetreiber DB Netz und DB Station&Service zurückzuführen sind. Es hat sich dennoch erneut gezeigt, dass insbesondere das Störfallmanagement der BOB vollkommen unzureichend ist und die Fahrgastinformationen oftmals fehlerhaft, unvollständig und widersprüchlich sind“, so Prechtl. 

Die BEG hatte von der BOB in den vergangenen Jahren immer wieder die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrzeugsituation, der Fahrgastinformationen sowie der Betriebsabläufe gefordert und die Umsetzung in regelmäßigen Gesprächen mit der BOB kontrolliert. 

Die erneute Zuspitzung im Januar 2019 hat jedoch gezeigt, dass die bereits umgesetzten Maßnahmen offensichtlich nicht weitreichend genug waren, um auch bei längerfristigen Großstörungen für einen stabilen Betrieb zu sorgen. Vor diesem Hintergrund erwartet die BEG konkrete Lösungsansätze, die bei zukünftigen Großstörungen (z. B. Wintereinbrüche) für einen deutlich stabileren Betrieb sowie insbesondere zuverlässige Fahrgastinformationen sorgen.

Meridianzüge fast immer zu kurz

Beim Meridian stellt die aktuelle Fahrzeugsituation, welche zu zahlreichen Zugkürzungen führt, das derzeit dringlichste Problem dar. Die BEG gibt im Rahmen der Verkehrsdurchführungsverträge konkrete Mindestkapazitäten vor und vereinbart mit den Verkehrsunternehmen eine verbindliche Zugbildung. Aufgrund einer andauernden mangelnden Fahrzeugverfügbarkeit kam es in den vergangenen Wochen und Monaten jedoch regelmäßig zu teilweise erheblichen Zugkürzungen - auch bei nachfragekritischen Zügen in den Hauptverkehrszeiten.

„Es kann nicht sein, dass die geforderten Kapazitäten beim Meridian so unzuverlässig bereitgestellt werden. Die zahlreichen Beschwerden der Fahrgäste hierzu sind absolut berechtigt“, so Prechtl. Zwar hat die BEG auch eine Gesprächsrunde mit dem Fahrzeughersteller Stadler zur Lösung der Fahrzeugprobleme beim Meridian einberufen - die BEG erwartet bis zur dauerhaften Stabilisierung der Fahrzeugsituation jedoch weitere kurzfristige Maßnahmen, etwa den vorübergehenden Einsatz zusätzlicher Ersatzfahrzeuge.

Zu den Problemen bei der BOB und dem Meridian kommen seit Fahrplanwechsel im Dezember 2018 auch spürbare Qualitätsprobleme bei der neu in Betrieb genommenen Ostallgäu-Lechfeld-Bahn hinzu. 

Ostallgäu-Lechfeld-Bahn: „Kann Erwartungen nicht erfüllen“ 

Zwar kann es bei der Inbetriebnahme neuer Netze durchaus zu anfänglichen Startschwierigkeiten kommen, erfahrungsgemäß stabilisiert sich der Betrieb jedoch nach einigen Tagen. „Von einer Stabilisierung kann nach mittlerweile knapp zwei Monaten bisher keine Rede sein. Die Pünktlichkeitswerte der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn liegen weit hinter dem bayerischen Durchschnitt zurück. Dazu kommen personalbedingte Ausfälle, Anschlussverluste an Knotenbahnhöfen wie z. B. in Kaufering oder Kapazitätsengpässe infolge von Zugkürzungen. Die Ostallgäu-Lechfeld-Bahn kann die Erwartungen der BEG derzeit bei Weitem nicht erfüllen“, kritisiert Prechtl. 

Die BEG erwartet daher insbesondere kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Betriebsabläufe, der Verbesserung der Personalsituation sowie der Anschlusssicherung an Knotenbahnhöfen, welche in weiteren Nachinbetriebnahmegesprächen detailliert nachverfolgt werden.

„Das derzeitige Bild, welches die drei Transdev-Netze der Öffentlichkeit gegenüber vermitteln, trägt nicht dazu bei, Fahrgäste auf Dauer an den Verkehrsträger Eisenbahn zu binden und insbesondere neue Fahrgäste zu gewinnen. Wir erwarten einen Maßnahmenkatalog, mit dessen schnellstmöglicher Umsetzung endlich merkliche Verbesserungen für die Fahrgäste erzielt werden sollen“, so Prechtl. 

Der BEG ist dabei bewusst, dass zahlreiche Probleme - insbesondere im Rahmen der Winterkrise - auch durch die Infrastrukturbetreiber DB Netz und DB Station&Service verursacht werden. Ein Auftaktgespräch mit DB Netz auf regionaler Leitungsebene zur Aufarbeitung der Infrastrukturprobleme hat bereits am 18. Januar 2019 stattgefunden. Für den Februar sind weitere Gespräche mit DB Netz zur Lösung der Infrastrukturthemen terminiert.

Unabhängig von den bevorstehenden Krisengesprächen erhebt die BEG bereits alle vorgesehenen Vertragsstrafen, beispielsweise wenn die vertraglich vorgegebenen Pünktlichkeitswerte nicht erreicht werden oder die vertraglich vereinbarte Regelzugbildung nicht eingehalten wird. 

Ausgefallene Zugleistungen werden grundsätzlich nicht vergütet. Darüber hinaus werden im Rahmen des Qualitätsmesssystems der BEG qualitätsrelevante Kriterien wie z. B. die Sauberkeit und Funktionalität der Fahrzeuge und die Fahrgastinformation im Zug überprüft. 

Auch hier werden Vertragsstrafen erhoben, falls die Ergebnisse nicht den vertraglich vereinbarten Qualitätsstandards entsprechen. Die BEG geht insofern davon aus, dass für die BOB/BRB ein erheblicher finanzieller Anreiz besteht, eine qualitativ gute Verkehrsleistung zu erbringen.

ag

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