BOB-Streik: Fotos aus Holzkirchen
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Am Dienstagmorgen streikten die Beschäftigten von BOB und Meridian. In Holzkirchen ging in Richtung München, Miesbach und Tegernsee nichts mehr. Außer für Schüler war kein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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Am Dienstagmorgen streikten die Beschäftigten von BOB und Meridian. In Holzkirchen ging in Richtung München, Miesbach und Tegernsee nichts mehr. Außer für Schüler war kein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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Am Dienstagmorgen streikten die Beschäftigten von BOB und Meridian. In Holzkirchen ging in Richtung München, Miesbach und Tegernsee nichts mehr. Außer für Schüler war kein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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Am Dienstagmorgen streikten die Beschäftigten von BOB und Meridian. In Holzkirchen ging in Richtung München, Miesbach und Tegernsee nichts mehr. Außer für Schüler war kein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Im Bild: EVG-Verhandlungsführer Isidoro Peronace.
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Am Dienstagmorgen streikten die Beschäftigten von BOB und Meridian. In Holzkirchen ging in Richtung München, Miesbach und Tegernsee nichts mehr. Außer für Schüler war kein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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Am Dienstagmorgen streikten die Beschäftigten von BOB und Meridian. In Holzkirchen ging in Richtung München, Miesbach und Tegernsee nichts mehr. Außer für Schüler war kein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Streikpause bis kommenden Mittwoch

So streikten die BOB-Mitarbeiter am Morgen in Holzkirchen

Holzkirchen - Der Streik der BOB-Mitarbeiter traf in den frühen Morgenstunden des Dienstags vor allem Pendler und Schüler. Wir haben Bilder und Eindrücke vom Streik-Morgen am Holzkirchner Bahnhof.

Der erste Streik in der Geschichte von BOB und Meridian hat alle Beteiligten kalt erwischt. Eiskalt, um genau zu sein. Bei minus 18 Grad organisierte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Dienstag in der Früh (bis 9 Uhr) einen Warnstreik. Es geht der Gewerkschaft um die volle Vergütung von Dienstfahrten.

In Holzkirchen, dem Stammsitz von BOB und Meridian, ist der Ausnahmezustand aber bestens organisiert. Zwar verlässt nur ein BOB-Zug den Bahnhof, das Gros der Schüler wird aber in Busse verladen. Am Bahnsteig laufen 19 Streikende tapfer den Bahnsteig auf und ab, dick eingepackt, mit weißen Plastikwesten, immer wieder kräftig in Trillerpfeifen blasend. Die Pendler bleiben gelassen. Wer nach München will, nimmt die S-Bahn. Einen größeren Umweg müssen allerdings Meridian-Nutzer in Kauf nehmen: Mit der S-Bahn zum Ostbahnhof und von dort mit DB-Zügen weiter in Richtung Rosenheim. 

Der Warnstreik endet offiziell um 9 Uhr. „Es wird aber noch ein paar Stunden dauern, bis sich der Betrieb normalisiert hat“, sagt BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, „viele Züge stehen nicht da, wo sie laut Fahrplan sein sollen.“ EVG-Verhandlungsführer Isidoro Peronace ist zufrieden. Von den insgesamt rund 430 BOB- und Meridian-Mitarbeitern haben sich nach seiner Einschätzung an verschiedenen Bahnhöfen etwa 100 am Streik beteiligt. „Die Solidarität ist groß“, betont Betriebsrats-Vorsitzender Torsten Leuschner. 

Die Fahrgäste hätten Verständnis gezeigt für den Warnstreik. Viele Pendler, so sein Eindruck, haben sich aktuell informiert und sich für diesen Tag einen anderen Weg in die Arbeit gesucht. Auch BOB-Chef Rosenbusch ist froh, dass der Streik nicht ins Chaos mündete. „Uns war vordringlich wichtig, den Schülerverkehr organisiert zu bekommen, da war der Schmerz am größten.“ Viel spricht dafür, dass es bei einem einmaligen Warnstreik bleibt. „Die Chancen stehen 50:50“, sagt EVG-Sprecher Peronace. Am Donnerstag ist die nächste Gesprächsrunde angesetzt. Der Gewerkschaft geht es speziell darum, dass Lokführer und Zugbegleiter ihre Dienstfahrten voll vergütet bekommen. Ein Lokführer, der etwa an der Dienststelle Holzkirchen zur Arbeit erscheint, aber in Freilassing einen Zug übernehmen soll, erhält für die Fahrt dorthin nur 50 Prozent seines Gehalts. „Das machen wir nicht länger mit“, sagt Peronace. 

Die BOB hatte zuletzt Entgegenkommen signalisiert, wie Rosenbusch am Dienstag noch einmal betonte. Stufenweise, so das Angebot der Privatbahn, soll der volle Dienstfahrten-Ausgleich erfolgen, bis spätestens 2017. „Wir wollten der EVG alles geben, was sie sich von uns wünschen. Insofern wundert mich dieser Warnstreik schon.“ Sein Verdacht: „Wir glauben, dass der Warnstreik auch viel mit Gewerkschaftspolitik zu tun hat. Es ist traurig, dass unsere Kunden darunter leiden müssen.“ Gewerkschafts-Sprecher Peronace ist zufrieden, einen Großteil der Belegschaft hinter sich zu wissen. „Wir wollen das jetzt hier nicht zur Eskalation treiben.“ Auch er kann sich vorstellen, dass es in naher Zukunft zu einer Einigung kommt. Beide Lager vermeiden es, Öl ins Feuer zu gießen. Rosenbusch stellt den frierenden Streikenden den Aufenthaltsraum zur Verfügung, er bekommt dafür einen Becher originalen EVG-Kaffee. Er hofft, dass es der erste und letzte Streik bei der BOB war. Falls nicht, hat er eine dringende Bitte an die EVG: „Wenn’s denn sein muss, bitte nur noch im Sommer, nicht bei minus 18 Grad.“

Zum aktuellen Stand: Bis mindestens kommenden Mittwoch, 27. Januar, soll nun eine Streikpause eintreten. Das verlautete aus Gewerkschafts-Kreisen, berichtet der "Münchner Merkur". An diesem Tag werden sich EVG und BOB-Geschäftsführung erneut zu Verhandlungen zusammensetzen. Voraussetzung ist, dass die BOB-Geschäftsführung bis dahin ein neues Angebot vorlegt, über das verhandelt werden kann (dw).

Von Andreas Höger

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