+
Dauergast: Der Lint-Zug, hier beim Kopplungstest im August, hält künftig häufiger im Oberland. Bereits ab Dezember setzt sie die BRB auf der Strecke München-Füssen ein.

Bayerische Oberlandbahn 

BOB tauscht Flotte aus: Das zeichnet die neuen Züge aus

  • schließen

Die BOB stellt die Weichen für die Zukunft. Das Unternehmen tauscht bis Juli 2020 seine Flotte aus. Der Technische Geschäftsführer erklärt, was die neuen Züge  auszeichnet.

Holzkirchen – Anfang August hat einer der Neuen ein erstes Mal Halt in Holzkirchen gemacht. Für einen Kopplungstest hatte sich die BOB einen Lint 54 aus der Flotte der Bayerischen Regiobahn (BRB) ausgeliehen. Bei der Stippvisite bleibt es aber nicht.Wie das Unternehmen jüngst verkündete, tauscht die BOB ihre altgedienten Integral- und Talent-Züge gegen die vom Typ Lint aus. Bis Juli 2020 soll die Fahrzeugflotte komplett ersetzt werden.

Perfekt ist der Wechsel zwar noch nicht, die Verträge werden erst kommende Woche Donnerstag unterschreiben. „Wir sind aber sehr froh, dass der Flotten-Austausch auf einem guten Weg ist“, sagt der Technische Geschäftsführer und baldige Vorsitzende der Geschäftsführung, Fabian Amini, auf Anfrage. Von den Lint-Zügen ist er in jedem Fall überzeugt. Sie seien „in jeder Hinsicht eine Verbesserung“.

Angefangen bei der Lautstärke.Schon beim Testlauf vorigen Monat war hier ein eklatanter Unterschied zu hören. Als beide Modelle, alt und neu, am Bahnsteig nebeneinanderstanden, übertönt das Dröhnen des Integrals das Surren des Lints. „Vom Motorengeräusch ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagt Amini. Der Lint ist – im Vorbeifahren wie beim Mitfahren – demnach circa zehn Dezibel leiser als der Integral und für das menschliche Gehör somit etwa halb so laut.

Neben dem Lärm reduzieren sich laut BOB auch Stickoxid- und Feinstaubemission. „Eine enorme Verbesserung“, verspricht Amini. Zu verdanken ist das auch einem neuen Öko-Modus. „Bergab“, erklärt Amini, „braucht es nicht alle drei Motoren.“ Wenn es auf der Strecke durchs Oberland künftig also abwärts geht, drückt der Zugführer auf einen Knopf, eine sogenannte Powerbank schalte sich ab, und der Lint fährt mit der Kraft zweier Motoren weiter.

Überzeugt: Fabian Amini, Technischer Geschäftsführer der BOB, hat den Lint unter die Lupe genommen

Auch in Sachen Komfort dürfen sich die Fahrgäste über ein Upgrade freuen. Das Interieur kommt moderner daher. Durch die großen Glasfronten wirkt der Innenraum größer und heller. Die Monitore an der Decke sind so platziert, dass die Passagiere, „egal wo sie sitzen, sie sehen können“, sagt Amini. Für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitpersonen sind extra Plätze vorgesehen, das geräumige WC an Bord ist behindertengerecht. Und für angenehme Temperaturen im Zug sorgt eine Klimaanlage, die auch bei höheren Temperaturen ihren Dienst verrichtet. Bei einer Testfahrt am kommenden Montag machen sich ausgewählte Fahrgäste ein Bild vom Lint.

Auf die angestrebte Elektrifizierung des Netzes im Oberland hat der Flotten-Austausch derweil keinen Einfluss, wie Amini versichert. Die Lint-Züge sollen die Zeit überbrücken, bis die Strecken nach Tegernsee, Bayrischzell und Lenggries elektrifiziert sind. Läuft alles nach Plan, ist das 2032 der Fall. Der Vorteil: Die neuen Dieselfahrzeuge können dann in anderen Netzen einsetzen, wo es keine Oberleitung und kein Hybrid geben wird. „Oder sie gehen zurück an den Leasing-Geber“, erklärt Amini.

fp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Grundschule Otterfing: Konzept für neuen Schulhof steht
Der Pausenhof der Grundschule Otterfing ist nicht nur ein Pausenhof. Auf ihm toben die Schüler, parken Besucher, und während des Dorffests steht dort das Zelt. Nun wird …
Grundschule Otterfing: Konzept für neuen Schulhof steht
Unfall zwischen Föching und Fellach: Eine Verletzte, drei Autos Schrott
Ein folgenschweres Missgeschick ist am Mittwochnachmittag einem 41-jährigen Otterfinger unterlaufen. Am Ende standen eine verletzte Frau und viel Sachschaden.
Unfall zwischen Föching und Fellach: Eine Verletzte, drei Autos Schrott
Radweg Weyarn-Miesbach: So könnte die Route verlaufen
Bürgermeister Leonhard Wöhr hat einen möglichen Verlauf für den Radweg Weyarn-Miesbach skizziert. Die Route verläuft weitestgehend auf kommunalen Flächen, die Weyarn …
Radweg Weyarn-Miesbach: So könnte die Route verlaufen
Ein Park für die letzte Ruhe: Friedhof an der Thanner Straße wird vergrößert
Der Friedhof an der Thanner Straße in Holzkirchen wächst – und bekommt endlich eine Aussegnungshalle. Die Bauarbeiten sind voll im Gange. Der Abschluss des …
Ein Park für die letzte Ruhe: Friedhof an der Thanner Straße wird vergrößert

Kommentare