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Bayerische Oberlandbahn

Es winkt der Halbstunden-Takt

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Holzkirchen - Was im Berufsverkehr erreicht ist, soll ganztägig Standard werden: BOB und DB Netz tüfteln an einem Konzept für einen durchgängigen Halbstunden-Takt. BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch überraschte damit den Runden Tisch „Verkehr im Oberland“.

Die Schiene ist der Hoffnungsträger. Um Gemeinden vor dem überbordenden Straßenverkehr zu entlasten, wünschen sich Kommunalpolitiker verbesserte Zugangebote. Das aber lässt sich, wie auch die Thematik der Umgehungsstraßen, nur im regionalen Ansatz packen.

Eine Erkenntnis, aus der die Marktgemeinde Holzkirchen im Zuge ihres derzeit laufenden „Integrierten Mobilitätskonzeptes“ einen Handlungsauftrag ableitete: Zum zweiten Mal kamen Bürgermeister und Verkehrsexperten aus den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen am Dienstag zu einem Runden Tisch „Verkehr im Oberland“ zusammen. Speziell ging es darum, die Potenziale eines verbesserten Bahnangebots auszuloten.

Ergebnis: Eine Taktverdichtung ist mittelfristig machbar, wenn Bahnhöfe in Fischbachau und Schaftlach ertüchtigt werden und der eine oder andere Bahnübergang verschwindet. „Wir arbeiten mit der DB Netz gerade an Fahrtzeit-Rechnungen“, erklärte BOB-Chef Rosenbusch. In zwei Monaten wolle man der Runde ein Konzept vorlegen und eine Liste mitliefern, was dafür zu tun ist. „Für eine Taktverdichtung brauchen wir in Richtung Süden mehr Begegnungsgleise.“

Die Infrastruktur zeige derzeit Grenzen auf, betonte Hedwig Schubert von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die für den Freistaat Zugverkehr in Bayern bestellt. Längere Züge etwa brauchen längere Bahnsteige, Doppelstock-Züge sind oft zu schwer für Brücken und Gleise. „Und allein zwischen Holzkirchen und Bayrischzell müsste man zehn Bahnübergänge anpacken.“ Einen Bahnübergang ganz zu schließen, sei ein Kunststück. Schubert dämpfte zudem Hoffnungen auf zusätzliche Haltepunkte, wie sie sich Holzkirchen und Waakirchen wünschen.

Nur langfristig anzupeilen ist eine Elektrifizierung des BOB-Netzes. Bundestags-Abgeordneter Alexander Radwan (CSU) betonte aber, dass es dringend geboten sei, rechtzeitig vor der nächsten Ausschreibung des Netzes im Jahr 2024 die Weichen dafür zu stellen: „Wenn München die zweite Stammstrecke bekommt, wäre die BOB sonst die einzige Regionalbahn, die dort dann nicht durch kann.“

Neben der Infrastruktur erweist sich die Tarifpolitik als Bremsklotz. Eine Ausweitung des günstigen MVV-Tarifs über Holzkirchen hinaus hält Rosenbusch für wenig effektiv. „Damit verlagert sich das Problem nur.“ Stattdessen müsse man an den Tarif selber ran. Gemessen an Bahnkilometern seien die MVV-Preise von den Endbahnhöfen (Holzkirchen) vergleichsweise günstig. „Deswegen fahren die Leute nach Holzkirchen, weil sie von dort einen attraktiven Tarif haben.“

Georg Fischhaber, im Tölzer Landratsamt zuständig für Verkehr, schlussfolgerte daraus: „Der MVV muss also teurer werden, damit weniger Leute mit dem Auto nach Holzkirchen fahren.“ Das System müsse auch einfacher werden, ergänzte der BOB-Chef. „Wir arbeiten daran, dass die Leute mit einem Ticket von Tölz nach München kommen und dort auch U-Bahn fahren können.“

Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) beklagte das „Zuständigkeits-Gerangel“ zwischen BOB, DB Netz und BEG. Beim dritten Treffen des Runden Tischs, das der Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) für nach Pfingsten ankündigte, sollen alle Beteiligten mit am Tisch sitzen – auch die DB Netz. (avh)

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