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Wegen des Klimawandels: Der Borkenkäfer wird immer früher aktiv.

Experten warnen: Es gibt Handlungsbedarf im Landkreis Miesbach

Borkenkäfer genießt beste Bedingungen

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Die befürchtete Invasion blieb heuer im Landkreis zwar aus - mit ein bisschen Glück und Regen. Doch der Borkenkägfer ist auf dem Vormarsch, der Klimawandel mit Wärme und Trockenheit schafft für ihn ideale Bedingungen. Es besteht weiter Handlungsbedarf, mahnen Experten.

Landkreis– Die Kiefer hat ein kluges Abwehrsystem gegen den Borkenkäfer entwickelt. Bohren die Käfer einen Stamm an, um ihre Eier in das Loch zu legen, fluten die Bäume die Eindringlinge mit Harz aus der Höhle und härten sie aus, erklärt Stefan Kramer, Abteilungsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen. Schon sind die Borkenkäfer keine Bedrohung mehr. Dieses System funktioniere aber nicht, wenn der Baum allgemein geschwächt ist oder die Borkenkäfer sich so rasant vermehren, dass sie den Stamm regelrecht überrennen. Der Klimawandel hat in den vergangenen Jahren indes beide Szenarien begünstigt. Vor allem die Fichte bekommt die Folgen zu spüren.

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Bayernweit schlagen Verbände und Organisationen, die mit dem Wald zu tun haben, Alarm. Die Lage spitze sich zu. „Wir hatten bereits in den letzten drei, vier Jahren erhöhte Borkenkäfer-Populationen“, sagt auch Kramer. Zum einen könnten die Käfer durch das wärmere Klima jährlich drei Generationen hervorbringen statt nur zwei, wie früher öfter der Fall. Beängstigend sei, dass die Durchschnittstemperaturen im April und Mai inzwischen fünf bis sechs Grad über dem langjährigen Mittelwert lägen und Waldbesitzer bereits Anfang Mai Borkenkäferbefall feststellen, heißt es beim AELF. Zusätzlich hätten Stürme wie Orkan Niklas, der 2015 über die Region zog, dem Borkenkäfer mit umgeknickten Bäumen ideale Brutmöglichkeiten geliefert. Von diesem Zuwachs profitiere der Käfer noch heute.

Noch Anfang dieses Jahres deutete vieles auf eine Borkenkiefer-Invasion hin. Nun sagt Kramer: „Es ist nicht so schlimm wie befürchtet, sonder in etwa wie im Vorjahr.“ Das liege auch an den gelegentlichen Regenschauern im südlichen Oberbayern, die den Bäumen immer wieder Kraft gegeben hätten. Vor allem aber sei es der Arbeit der Waldbesitzer zu danken, die ihren Bestand regelmäßig kontrollierten und befallene Bäume zügig entfernt hätten.

Waldbesitzer dürfen jetzt aber nicht nachlassen, fordert Gerhard Penninger, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen. Durch die Hitze im Sommer habe sich der Borkenkäfer ins Waldinnere zurückgezogen und werde dadurch schwieriger entdeckt. „Selbst wenn es einen nassen September gibt: Sobald es wieder wärmer wird, sollten die Besitzer nach dem Specht und nach Harzspuren schauen, die auf den Borkenkäfer hindeuten.“

Eine langfristige Lösung seien Kontrollen aber nicht, bekräftigt Kramer: „Wir müssen zurück zu einem natürlichen Mischwald. Sonst wird es immer schlimmer.“ Genau das fordern auch Wissenschaftler. Tanne und Buche kämen mit warmen Temperaturen, Stichwort Klimawandel, besser zurecht als die vergleichsweise anfällige Fichte, ihre Schädlinge seien in der Gegend wenig verbreitet. Dadurch sei ein Mischwald breiter aufgestellt und könne dem Borkenkäfer besser Widerstand bieten. Kramer: „Zurzeit haben wir die Situation im Griff, aber die Waldbesitzer müssen reagieren.“

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