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Am Donnerstag hatte es in der Asylbewerberunterkunft in Holzkirchen gebrannt. Jetzt mussten acht Männer ausziehen. Sie gelten als "Unruhestifter".

Sie sind schon länger aufgefallen

Nach Brand: Polizei ermittelt gegen "Unruhestifter"

  • Andreas Höger
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Holzkirchen - Die mutmaßliche Brandstiftung am Donnerstag in der Holzkirchner Flüchtlings-Unterkunft hat Konsequenzen: Acht Bewohner mussten ausziehen - sie gelten als "Unruhestifter".

Aktualisierung, 23. Januar: Wurde das Feuer am Donnerstag in der Holzkirchner Asylbewerber-Unterkunft fahrlässig verursacht oder gar von einem oder mehreren Flüchtlingen bewusst gelegt? Fest steht: Mehrere Bewohner befanden sich in der Küche, als dort ein Plastikkorb mit Wäsche in Brand geriet.

Die Kripo Miesbach tat sich aber auch am Freitag noch schwer, den Vorfall zu rekonstruieren. „Es ist extrem aufwändig, Dolmetscher für die Vernehmungen zu bekommen“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Noch immer sei nicht klar, wer oder was den Brand verursacht hat.

Offenbar hatte es in der Unterkunft aber zuvor schon einige Unstimmigkeiten gegeben. Acht der 49 Bewohner (sechs Männer und zwei Frauen), die als „Unruhestifter“ galten, ließ das Landratsamt noch in der Nacht auf Freitag zurück ins Erstaufnahme-Lager nach München verlegen. Auf die Ermittlungen wegen Brandstiftung hat das aber keinen Einfluss.

Bereits am 13. Januar hatte es in der Unterkunft gebrannt, als ein Fernseher implodierte. „Sehr wahrscheinlich ein technischer Defekt“, sagt Sonntag. Das kleine Feuer in einer Papiertonne einige Tage später ist aber nicht geklärt. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund schließt die Polizei aus. „Der Brand am Donnerstag wurde nicht von außerhalb verursacht, das steht fest“, sagt Sonntag.

Freitagnacht wurden einige Bewohner nach München gebracht

Das Landratsamt ließ acht Bewohner, die als "Unruhestifter" in der Anlage aufgefallen sind, bereits in der Nacht auf Freitag zurück in die Erstaufnahme-Unterkunft nach München bringen. "Aufgrund einiger Vorkommnisse in den vergangenen Wochen sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen", sagte Gabriele Dorby, Sprecherin der Kreisbehörde, auf Anfrage des Holzkirchner Merkur. "Wir mussten so handeln, um die anderen Bewohner zu schützen."

Damit scheint sich der Verdacht zu bestätigen, dass das Feuer am Donnerstag in der Früh von einigen Bewohner fahrlässig oder gar vorsätzlich verursacht wurde. Seit Jahresbeginn war dies bereits der dritte Brandfall in der Unterkunft. Am 13. Januar war ein Fernseher in Flammen aufgegangen, der Sachschaden war beträchtlich. Einige Tage später musste die Feuerwehr ein kleines Feuer in einer Papiertonne löschen. Die Ermittlungen der Kripo Miesbach dauern an.

Andreas Höger

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