Volle Ladung: Die Kameraden des frisch gebackenen Vaters reihten über rund 1,5 Kilometer eine Büchse an der anderen auf – hier in dre Miesbacher Straße.
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Volle Ladung: Die Kameraden des frisch gebackenen Vaters reihten über rund 1,5 Kilometer eine Büchse an der anderen auf – hier in dre Miesbacher Straße.

1,5 Kilometer Büchsen

Feuerwehr gratuliert Kamerad mit frechem Brauch zum Nachwuchs - und bekommt prompt empörten Anruf

Ein schöner Anlass, ein frecher Brauch: Weil ihr Kamerad glücklicher Vater einer gesunden Tochter geworden ist, haben die Holzkirchner Feuerwehrler im halben Ort Büchsen aufgestellt. Und bekamen prompt einen empörten Anruf.

Holzkirchen – Ludwig Würmseer trägt es mit Fassung: „Holzkirchen ist halt kein Dorf mehr“, sagt der Kommandant der Holzkirchner Feuerwehr und schmunzelt. Am Sonntag hat er gemeinsam mit anderen Spezln eines frischgebackenen Vaters aus den Reihen der Wehr Büchsen aufgestellt. Wie es halt der Brauch ist, wenn bei einem Paar ein Mädchen als Erstgeborenes zur Welt kommt.

Holzkirchen: Feuerwehr gratuliert Kameraden mit altem Brauch zum Nachwuchs - und bekommt prompt Ärger

Und genau das war ja auch der Anlass. Bei Christine und Thomas Hafeneder aus Holzkirchen ist seit Samstag das kleine große Glück da: Ihr erstes Kind ist gesund zur Welt gekommen. Die kleine Josefa und ihre Mama Christine sind beide wohlauf. Und da wollten die Spezln und die Feuerwehrkameraden des frisch gebackenen Vaters sich freilich nicht lumpen lassen, auch nicht zu Corona-Zeiten. Dosen hatten sie längst organisiert.

Der Storch war da: Die kleine Josefa und ihre Mama sind wohlauf. Der Papa hatte auch gleich einiges zu tun.

Vom Rauferhof in Holzkirchen unweit der Aral-Tankstelle an der Miesbacher Straße und weiter an der Tegernseer Straße entlang bis raus nach Marschall, wo die junge Mama herkommt, haben die Kameraden von Thomas Hafeneder akribisch eine Büchse nach der anderen aufgereiht.

Frecher Brauch: Feuerwehr gratuliert Kameraden zum Nachwuchs - Passantin beschwert sich über Müll auf der Straße

Ein Brauch, den offenkundig aber nicht mehr jeder kennt: Weil ein Feuerwehrfahrzeug hinter der Büchsen-Kolonne absicherte, rief eine Passantin bei der Feuerwehr an und beschwerte sich, warum sie Müll auf der Straße ablade, erzählt Würmseer. Die Feuerwehrler mussten erst erklären, dass es sich um einen Brauch handelt. Und stellt mit gebotener Schadenfreude klar: „Für das Beseitigen ist der Kindervater verantwortlich.“  

Der Wintereinbruch hat am Sonntag auf der A8 bei Holzkirchen mehrere Autofahrer kalt erwischt. Mehrere Verletzte mussten ins Krankenhaus. Alle Unfälle hätten durch angepasstes Tempo vermieden werden können. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Holzkirchen-Newsletter.

ag

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