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Schlägerei beim Marktplatzfasching

Braunbär verprügelt Supermario - ein Jahr Freiheitsstrafe

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Ein 22-jähriger Holzkirchner trieb es beim Markplatzfasching zu bunt: Weil er einen 18-jährigen Föchinger geschlagen und getreten hat, muss der Wiederholungstäter nun ins Gefängnis.

Holzkirchen – Braunbär gegen Supermario – was im ersten Moment nach einem Videospiel klingt, hat sich am 26. Februar dieses Jahres in Holzkirchen tatsächlich ereignet. Beim Marktplatzfasching. Weil er sein Gegenüber geschlagen und getreten haben soll, musste sich der Braunbär, ein mehrfach vorbestrafter 22-Jähriger aus Holzkirchen, nun vor dem Amtsgericht Miesbach verantworten. Das Urteil: ein Jahr Gefängnis.

Nasenbluten, Schürfwunden und wochenlang andauernde Schmerzen im Bereich des Kiefers

Laut Anklage soll der 22-Jährige einem als Supermario verkleideten, 18-jährigen Föchinger an der Marienstraße unvermittelt mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Daraufhin habe er dem bereits am Boden liegenden Föchinger gegen Bauch und Stirn getreten. Zwar hätten umstehende Jugendliche versucht, die beiden zu trennen, diese soll der Holzkirchner aber bespuckt haben. Anschließend habe er von Neuem auf sein Opfer eingetreten. Der Geschädigte erlitt dabei Nasenbluten, Schürfwunden sowie wochenlang andauernde Schmerzen im Bereich des Kiefers.

Der Geschädigte sagte aus, der Angeklagte schwieg

Der Angeklagte machte von seinem Recht Gebrauch, sich zu den Vorwürfen nicht zu äußern. Der Geschädigte hingegen sagte aus: Er sei an besagtem Tag mit einem Spezl – einem 17-jährigen Otterfinger, der im weiteren Verlauf noch in den Zeugenstand trat – unterwegs gewesen. Dieser habe unterwegs einen Bekannten getroffen und sich mit ihm unterhalten. Währenddessen habe der Geschädigte selbst den ihm flüchtig bekannten Angeklagten getroffen und ihn mit einem „Servus“ begrüßt.

„Ich habe nicht gesehen, dass es Tritte waren, aber ich habe es gespürt“

Daraufhin soll der 22-jährige ihn in besagter Art und Weise attackiert haben. Zwischendurch habe der Braunbär zwar von ihm abgelassen. „Er hat gesagt, ich soll nichts über seine Mama sagen. Das habe ich gar nicht gemacht.“ Nach dieser kurzen Zäsur sei er aber erneut auf ihn losgegangen. „Ich habe nicht gesehen, dass es Tritte waren, aber ich habe es gespürt“, gab der Geschädigte zu Protokoll.

Zeugin: Der Braunbär war Initiator und hat getreten

Die nächste Zeugin, eine 49-Jährige aus Holzkirchen, die die Polizei alarmiert hatte, bestätigte die Einlassungen des Geschädigten. Der Braunbär sei Initiator gewesen und habe mindestens einen Tritt auf den ungeschützten Kopf von Supermario abgegeben. Allerdings sei sie wegen des Notrufs zwischendurch abgelenkt gewesen. Der Spezl des Geschädigten konnte nur wenig zur Klärung des genauen Ablaufs beitragen, vermochte aber zumindest den Angeklagten als Täter zu identifizieren.

Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt

Dass dem Angeklagten eine Tat wie diese zuzutrauen ist, zeigen die Einträge im Bundeszentralregister, die der 22-Jährige angesammelt hat. Zehn an der Zahl, darunter Hausfriedensbruch, Diebstahl, Erwerb, Besitz und Handel mit Betäubungsmittel sowie diverse Körperverletzungen. Zudem hat der Holzkirchner eine Bewährung laufen.

„Wenn er nicht länger die Folgen spürt, wird er wieder rückfällig. Das war schon oft genug der Fall“

In ihrem Plädoyer sprach sich die Staatsanwältin für eine Freiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung aus, die Verteidigerin forderte acht Monate mit Bewährung. Richter Klaus-Jürgen Schmid setzte mit seinem Urteil sogar noch einen drauf: ein Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung. Schmids Begründung: „Wenn er nicht länger die Folgen spürt, wird er wieder rückfällig. Das war schon oft genug der Fall.“

Rubriklistenbild: © dpa

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