Stößt seit der Einführung auf Kritik: der Zug der Bayerischen Regiobahn vom Modell Lint 54, hier bei der Einfahrt in Gmund.  Foto: Thomas Plettenberg
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Stößt seit der Einführung auf Kritik: der Zug der Bayerischen Regiobahn vom Modell Lint 54, hier bei der Einfahrt in Gmund (Archivbild).

Bayerische Regiobahn im Oberland

BRB-Züge: Die Pfeiferei ist nicht zu ändern

Im Mai soll der nächste Runde Tisch zu den neuen Lint-Zügen der Bayerischen Regiobahn zusammenkommen. Die Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner hat schon jetzt nach dem Stand erkundigt. Neben ein paar positiven Nachrichten gibt es auch ernüchternde Ergebnisse.

  • Die BRB arbeitet die Beschwerden über den Lärm der neuen Lint-Züge ab.
  • Fortschritte gab‘s beim Bremsquitschen, beim Türengeräusch und in Sachen Druckluft
  • Das Kurvenquietschen wird die Menschen noch einige Zeit begleiten, das Pfeifen an Bahnübergängen wohl noch sehr lange.

Der Aufschrei bei Anwohnern der Bahnstrecken im Oberland war groß, als vergangenes Jahr die neuen Lint-Züge den Betrieb aufnahmen. Grelles Quietschen in Kurven, laute Signale beim Schließen der Türen und vor allem das schrille Pfeifen an Bahnübergängen ohne Schranken und Lichtzeichenanlage - all das nervte die Menschen. Nach und nach wollte und will die BRB Verbesserungen erreichen. Wie es damit aussieht haben Verantwortliche der BRB, der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft (TBG) und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) nun der Aigner und Landrat Olaf von Löwis in einer Videokonferenz mitgeteilt.

Türsignale etwa drei Dezibel leiser - Steuerung nach Umgebungslautstärke

Leiser, so sagte Arnulf Schuchmann, Technischer Geschäftsführer bei der BRB, seien inzwischen die Tür-Sounder, also die Pfeiftöne, die für Sehbehinderte beim Öffnen und Schließen der Türen zu hören sind. Die Lautstärke wird nun In Abhängigkeit von der Umgebungslautstärke gesteuert. Damit seien die Türsignale – innen wie außen – in aller Regel deutlich leiser als vorher. Es gebe hier keine Beschwerden mehr von Anwohnern, sondern im Gegenteil positive Rückmeldungen von Mitarbeitern und Fahrgästen. 

Bremsqietschen nach Einfahren der Züge kein Thema mehr

Das Bremsquitschen, so Schuchmann weiter, habe durch das Einfahren der Züge deutlich nachgelassen. Dem lauten Ablassen der Druckluft soll mit dem Einbau von Schalldämpfern und der Verlegung der Leitungen in das Fahrzeug begegnet werden. Dies soll bis Ende Juni geschehen, und da sollen auch die die stationäre Druckluftanlage in Bayrischzell in Betrieb sein, was die Motorlaufzeit der Züge vor der Fahrt deutlich verkürzt. In Tegernsee ist eine solche Anlage in Planung.

Pfeifen an Bahnübergängen: Hier hilft nur das bauliche Sichern

Am wohl lästigsten Ärgernis wird sich so schnell wohl nichts ändern: das Pfeifen an bestimmten Bahnübergängen. Schuchmann zufolge hat die BRB eine Lärmreduzierung von drei Dezibel erreicht. Weil an Schallwinkel und Positionierung der sogenannten Makrophone aber nichts geändert werden kann, bleibe als einzige Möglichkeit die Sicherung oder Schließung der betroffenen Bahnübergänge. Das ist Sache der DB Netz AG.

Nachrüstung mit Absorberringen dauert ein Jahr

Nervig auch das Quietschen in den Kurven. Hier sollen Absorberringe Abhilfe schaffen. Ende April soll zunächst ein Testfahrzeug damit bestückt werden. Sollte die gewünschte Lärmreduzierung eintreten, wovon Fachleute laut der Pressemitteilung aus Aigners Büro ausgehen, könnten die anderen Züge folgen. Aber: das dauert bis zu einem Jahr. Ebenfalls zu einem leiseren Fahrverhalten in den Kurven sollen Spurkranzschmieranlagen, die das Reibungsgeräusch zwischen Rad und Gleis verringern sollen. Dies müssten jedoch immer wieder neu eingestellt und die Funktionalität überprüft werden. Mit sogenannten Daten-Loggern in den Triebwagen soll dies geschehen.

Aigner: „Sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“

Aigners Fazit: „Es ist einiges umgesetzt worden, das ist gut. Allerdings sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Sie gehe davon aus, dass alle Verantwortlichen gemeinsam das Quietsch-Problem in absehbarer Zeit in den Griff kriegen werden. Daran müsse weiter mit Hochdruck gearbeitet werden.

Lesen Sie hierzu auch: Finanzspritze für den Bahnsteig in Tegernsee und „Sehr ernste Lage“: BRB ringt um Fahrgäste - Geschäftsführer setzt auf Qualität durch Lint-Züge. Damit machte die BRB zuletzt Schlagzeilen. Jerusalema-Challenge: BRB-Video wieder online

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