Reger Betrieb herrschte am Wochenende bei der Sonderimpfaktion in der Holzkirchner Mittelschule. Innerhalb von drei Tagen wurden 1500 Zweit- und etwa 100 Erstimpfungen gesetzt.
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Reger Betrieb herrschte am Wochenende bei der Sonderimpfaktion in der Holzkirchner Mittelschule. Innerhalb von drei Tagen wurden 1500 Zweit- und etwa 100 Erstimpfungen gesetzt.

BRK-Bereitschaft will gegen Impfmüdigkeit ankämpfen

Mobiles Impf-Team rückt aus, wenn sich mindestens 20 Impflinge finden

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Zwischen Freude und Frust pendelt die Stimmungslage beim Impfteam der BRK-Bereitschaft Holzkirchen. Die Freude darüber, bei einer Sonderaktion in der Mittelschule rund 1600 Corona-Impfungen an Frau und Mann gebracht zu haben, wird getrübt von der Erkenntnis, dass die Impfbereitschaft deutlich abebbt.

Holzkirchen - „Es ist schlimm“, sagt BRK-Bereitschaftsleiterin Elisabeth Proisl, „endlich haben wir genug Impfstoff – und können ihn nicht nutzen, weil die Leute nicht kommen.“ Die BRK-Bereitschaft im Landkreis-Norden biete deswegen an, als mobiles Impfteam auszuschwärmen. „Wenn etwa ein Verein oder eine Organisation sagt, wir haben 20 Impflinge, dann sind wir da“, sagt Proisl. Ein Zelt sei schnell aufgebaut, das Team eingespielt. „Wir brauchen W-Lan, dann geht’s los.“

Wie gut die Abläufe funktionieren, zeigte die Sonderaktion am Wochenende in der Mittelschule. Drei Monate, nachdem an gleicher Stelle 1880 Erstimpfungen mit Astrazeneca gesetzt worden waren, standen jetzt die Zweitimpfungen an. 1500 der Kandidaten wurden vorstellig. „Einige haben sich die zweite Spritze schon beim Hausarzt setzen lassen“, sagt Proisl, „wir wussten nicht, wie viele tatsächlich kommen.“ Beraten wurde, gemäß STIKO-Empfehlung, in Richtung Kreuzimpfung mit einem mRNA-Vakzin. Die Astra-Spritzen erwiesen sich trotzdem nicht als Ladenhüter. „Es gab einige, die wieder Astra wollten, weil sie den beim ersten Mal gut vertragen haben.“

Helfer frustriert von wachsender Impfmüdigkeit

Wer auf gut Glück für eine Erstimpfung vorbeischaute, bekam sie auch. „Das waren ungefähr 100 Leute“, schätzt Proisl, „wir haben jedenfalls niemand ohne Spritze weggeschickt.“ Eine Urlauberfamilie aus Nürnberg habe zufällig von der Aktion gehört, sich den Pieks geholt und sei danach zum Essen gegangen. Doch die Nachfrage, sie schwindet. „Das frustriert uns Helfer“, bekennt Proisl, „würden sich genug Erwachsene impfen lassen, müssten wir nicht darüber sprechen, ob Kinder geimpft werden sollen oder dürfen.“

Während seit gestern am Impfzentrum in Hausham und im Krankenhaus Agatharied auch ohne Anmeldung geimpft wird (wir berichteten), laufen Überlegungen für weitere Sonderaktionen. Denkbar ist laut Proisl, beim Polo-Turnier in Thann am 31. Juli/1. August einen Impfstand anzubieten. „Wir müssen uns bemühen, die Leute zu motivieren und Angebote zu machen“, sagt Proisl.

Teststation in Mittelschule läuft weiter

Neben der Bereitschaft, Impf-Aktionen zu organisieren, hält das BRK Holzkirchen seine abendliche Corona-Teststation (18 bis 20 Uhr) in der Mittelschule in Betrieb. 30 bis 40 Abstriche nehme man jeden Abend, sagt Proisl. Vereine würden das Angebot nutzen oder auch Geimpfte, die sicher sein wollen, bei einer Feier niemand anzustecken. „Testen und Masken bleiben wichtig“, sagt die BRK-Leiterin, „die Pandemie ist nicht vorbei.“

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