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Wird da verzögert - oder läuft alles nach Plan? Da gehen die Meinungen auseinander.

„Das da draußen ist ein Trauerspiel“

Brücken-Baustelle an der Rosenheimer Straße: Wird da verzögert?

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CSU-Gemeinderat Sepp Sappl senior beklagt Verzögerungen bei der Sanierung der Brücke an Rosenheimer Straße. Was ist dran an der Behauptung? Das Landratsamt kontert mit einem Datum.

Holzkirchen– Sepp Sappl senior (CSU) ist als Gemeinderat bekannt, der gerne mal seinem Ärger unverblümt Luft macht. In der jetzigen Gemeinderatssitzung war es mal wieder soweit: „Das da draußen ist ein Trauerspiel“, schimpfte er mit Blick auf die Brücke an der Rosenheimer Straße in Holzkirchen. Die Situation dort nannte er „ein Ärgernis“. „Kann man die Arbeiten dort nicht beschleunigen, wenn man mehr Arbeiter einsetzt?“, wollte er wissen. Dann müssten die Bauarbeiten nicht vier Monate dauern. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) zuckte mit den Schultern. Seines Wissens werde der Termin eingehalten, die Arbeiten lägen im Zeitplan. Er könne da kaum Druck machen. Wenn Arbeiter nicht direkt zu sehen seien, würden sie eben unterhalb der Brücke zugange sein, habe ihm das Landratsamt als Bauherr mitgeteilt.

Wie berichtet, ist die Brücke an der Rosenheimer Straße (Kreisstraße MB 4) seit Anfang Mai wegen Bauarbeiten gesperrt. Voraussichtlich bis 8. September darf der Verkehr die Brücke nicht passieren. Eine wichtige Hauptverkehrsader im Ort ist damit gekappt. Der Kfz-Verkehr wird seither überwiegend über die Münchner Straße, die Nordspange (MB 9) sowie die B 318 umgeleitet. Radfahrer und Fußgänger müssen auf die angrenzenden Straßen und Wege ausweichen.

Laut Landratsamt stammt das Bauwerk am HEP-Kreisel, das über die Bahngleise führt, aus dem Jahr 1975, und es wurden unter anderem starke Schäden an den Brückenkappen diagnostiziert. Die Sanierung ist aus Sicht der Behörde dringend erforderlich und kostet circa 650.000 Euro.

Laut Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt, ist die Großbaustelle erfreulicherweise „in vollem Umfang im Zeitplan“. Demnächst werde eine Abdichtung auf die Oberfläche der Straße aufgebracht, dafür müssen bestimmte Witterungsbedingungen herrschen. „Die Schicht haftet nicht richtig, falls die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist“, erklärt Nemitz. Allerdings habe das Landratsamt auch hier zeitliche Sicherheitsreserven eingeplant. „Sodass wir weiterhin optimistisch sind, die Baustelle wie geplant abwickeln zu können.“ Demnach könnte die Straße am 8. September wieder dem Verkehr übergeben werden. Die Grundsanierung habe damit rund vier Monate gedauert. „Die Brücke sollte für weitere 40 Jahre ertüchtigt sein.“

Der Einsatz von zusätzlichen Bauarbeitern – so wie von Sappl gefordert – würde die Arbeiten zwar verteuern, aber nicht beschleunigen. „Es sind auf einer solchen Großbaustelle bestimmte Abläufe logischerweise einzuhalten, da sie ineinander greifen und aufeinander aufbauen.“ Für die Dichtungsarbeiten etwa seien alle dafür nötigen Arbeiter einer Kolonne im Einsatz. „Falls die Bedingungen richtig sind, können sie dann ihre Arbeit erledigen.“

Bürger seien insgesamt verständig mit dem Thema umgegangen. „Es gab keine weiteren Beschwerden, und bis auf die für eine Großbaustelle normalen Komplikationen gab es keine Behinderungen.“

Das war nicht immer so: Wie berichtet, schlugen bereits kurz nach der Sperrung verschiedene Beschwerden auf. Anwohner aus der Schönlohstraße berichteten von einer Verkehrszunahme und rabiaten Autofahrern. Die Gemeinde errichtete Bodenwellen, um Fahrzeuge auszubremsen. Bäcker Martin Kuhn, der kurz zuvor seine neue Erlebnisbäckerei am HEP-Kreisel eröffnet hatte, klagte über relativ wenig Kunden.

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