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Die Anschlussstelle Holzkirchen wird zur Großbaustelle: Dei Autobahndirektion Südbayern plant auf der Nordostseite (Fahrtrichtung München; im Vordergrund) den Neubau der Brücke und Schleifenrampen. 

Brückenneubau an der Autobahn-Anschlussstelle Holzkirchen

Hier bahnt sich eine Großbaustelle an

Auf Holzkirchen rollt eine weitere Riesenbaustelle zu - und auf Pendler aus der ganzen Region: Die Brücke der Autobahn-Anschlussstelle wird abgerissen und neu gebaut. Etwa zwei Jahre dürfte der Baumarathon in Anspruch nehmen. Start: noch unklar.

Holzkirchen– Die Anschlussstelle Holzkirchen wird zur Riesenbaustelle: Während der vierspurige Ausbau der B 318 kurz vor der Autobahn in den Startlöchern steht, plant die Autobahndirektion Südbayern nun den Abriss und Neubau der Brücke, die die Auffahrt in Fahrtrichtung München und die Ausfahrt Holzkirchen von der A 8 aus Richtung Salzburg kommend an die B 318 anschließt. Der Valleyer Gemeinderat war dazu bereits gefragt. In der jüngsten Sitzung nahm das Gremium die Planung ohne Diskussion und Einwände einstimmig zur Kenntnis. Das Brückenbauwerk und die Einfädelspuren liegen ebenso wie die Rastanlage Holzkirchen-Nord komplett auf Valleyer Gemeindeflur; die Gemeindegrenze verläuft an dieser Stelle wenige Meter südwestlich der Autobahn. Die Anschlussstelle in Fahrtrichtung Salzburg bleibt von dieser Baumaßnahme unberührt, ebenso die Zufahrt zur Raststätte.

Über den Köpfen der Lkw- und Autofahrer auf den Autobahn-Fahrspuren wird indes ein komplett neues Brückenbauwerk über die A 8 wachsen. Um den Verkehr am Fließen halten zu können, muss zunächst eine Behelfsbrücke gebaut werden, erklärt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, auf Anfrage unserer Zeitung. Das Stahlfachwerk wird binnen einer Nacht eingehoben und dann angeschlossen. Erst dann wird die bisherige Brücke abgerissen. Das Provisorium muss zwei Bausaisons halten. So lange wird es voraussichtlich dauern, bis die neue Brücke über die Autobahn gewachsen und die Rampenschleifen bis zur Autobahn selbst fertiggestellt sind. Genau genommen entstehen sogar zwei separate neue Brücken: Damit bei Instandhaltungs- oder künftigen Sanierungsarbeiten eine in Betrieb bleiben kann, ohne eine Behelfsbrücke zu brauchen. Die Autobahndirektion rechnet bei neuen Brückenbauwerken mit 80 Jahren Lebensdauer; nach etwa der Hälfte ist eine Generalsanierung vorgesehen. Sperrungen sollen während der Bauphase weitestgehend vermieden werden, erklärt Seebacher. Ein Konzept, wie das machbar ist, werde gerade ausgearbeitet.

Die Autobahndirektion hat für den Ersatzneubau mehrere Gründe. Zum einen steht der achtstreifige Ausbau der A 8 zwischen Brunnthal- und Inntaldreieck bevor, der laut Bundesverkehrswegeplan bis 2030 umgesetzt werden soll. Die Spannweite der aktuellen Brücke reicht für eine zusätzliche Spur nicht aus. Zum anderen hat sich das Brückenbauwerk bei der regelmäßigen Überprüfung als sanierungsbedürftig entpuppt. Und auch der vierspurige Ausbau der B 318, mit dem das Straßenbauamt Rosenheim beginnen will, sobald die Brücke für den kreuzungsfreien Umbau an der Einmündung der Kreisstraße MB 14 Richtung Föching fertig ist, spielt in die Planung mit hinein. Damit der Verkehr später auf die Autobahn abfließen kann, darf die Auffahrt nach München keinen neuen Flaschenhals bilden. Im Zuge des Neubaus werden zwei Einfädelspuren auf die Autobahn in Richtung München angelegt. Freigegeben werde zunächst allerdings nur eine, erklärt Seebacher. Die zweite folgt erst, wenn die A 8 achtspurig ausgebaut ist. Denn bei zwei einmündenden Auffahrtspuren ist insgesamt eine deutlich längere „Einfädelphase“ vorgeschrieben als bei einer – und diesen Platz bietet die Autobahn bislang nicht.

Wann der Bau der Autobahnbrücke tatsächlich beginnen kann, sei noch offen, betont Seebacher. Das hängt auch davon ab, wie das Genehmigungsverfahren läuft. Derzeit bereitet die Autobahndirektion Südbayern die Unterlagen für die Baugenehmigung vor, erklärt Seebacher.

Die Behörde versucht, die Baugenehmigung mit einem sogenannten Negativattest zu bekommen. Das bedeutet, sie holt selbst Stellungnahmen von beteiligten Behörden und Organisationen – darunter die Gemeinde Valley – ein, arbeitet die Stellungnahmen fachlich ab und legt die Gutachten den Fachbehörden vor. Die Unterlagen werden schließlich bei der Regierung von Oberbayern eingereicht, die diese dann überprüft und absegnet oder doch ein umfangreiches Plangenehmigungsverfahren einleitet. Nach Letzterem scheint es derzeit nicht auszusehen: „Es gab Vorbesprechungen“, erklärt Seebacher, „bisher gibt es keine grundlegenden Bedenken.“ Was nicht bedeutet, dass diese nicht noch auftauchen könnten. Gerade der Naturschutz sorgte bei Straßenbauplanungen in den vergangenen Jahren oft genug für unerwartete Wendungen, die auch Umplanungen erfordern und damit Projekte verzögern. Zudem steht die Mittelfreigabe für den Neubau der Autobahnanschlussstelle durch das Bundesverkehrsministerium noch aus, berichtet Seebacher; der Antrag wird erst noch gestellt. Wie viel das sicher mehrere Millionen Euro schwere Projekt ungefähr kosten wird, darüber schweigt der Sprecher der Autobahndirektion; die Schätzung sei noch nicht ausgearbeitet.

Katrin Hager

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