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Die Bundesstraße bei Holzkirchen soll breiter werden. Für den ersten Abschnitt zwischen Autobahn und Abzweigung Gewerbegebiet besteht bereits Baurecht. Die Arbeiten sollen heuer beginnen. 

Pläne sollen bis 2018 stehen

Bürger können noch Trassen einreichen

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Den aktuellen Verfahrensstand zu Bundesverkehrswegeplan und Ortsumfahrungen stellte das Straßenbauamt jetzt im Gemeinderat vor. Bürger dürfen bis Ende 2017 Trassenvorschläge einreichen.

Holzkirchen – Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) macht ein ernstes Gesicht. Er versucht bereits vorab, dem heißen Thema den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Wir werden heute keine Ergebnisse hören, wo eine eventuelle Südspange verläuft“, sagt er. Um politische Äußerungen gehe es nicht. „Danach ist keine große Diskussion geplant.“

Über den Verfahrensstand und weitere Schritte zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 und den Projekten im Holzkirchner Raum haben jetzt Christian Rehm und Bernhard Bauer vom Staatlichen Bauamt Rosenheim den Gemeinderat in der Sitzung informiert. Dabei handelt es sich um die Holzkirchner Südspange, die Ortsumfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg sowie den vierspurigen Ausbau der B 318. Wie berichtet, besteht für das erste Teilstück von der A 8-Anschlussstelle bis zur Abzweigung ins Gewerbegebiet (Kreisstraße MB 9) Baurecht, die Arbeiten sollen heuer starten. Der zweite Abschnitt reicht von der MB 9 bis zum Beginn der neuen Südspange.

Laut Straßenbauamtsleiter Rehm werden die Projekte als Gesamtprojekt bewertet. Insgesamt betragen die Kosten 36,2 Millionen Euro, die Strecke ist 10,3 Kilometer lang, und das Kosten-Nutzen-Verhältnis liege bei einem Wert von 3,8. Südspange und B 318-Ausbau stehen im BVWP, dessen Umsetzung der Bundestag beschloss, im vordringlichen Bedarf. Damit bestehe ein gesetzlicher Auftrag, erklärte Rehm. Für diese Projekte sei die Finanzierung bis 2030 gesichert. Die Anmeldetrasse für die Südspange sei nicht festgeschrieben. Die Umfahrungen für Hartpenning und Kurzenberg seien im weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingestuft. „Hier haben wir keinen Planungsauftrag, aber die Möglichkeit zu planen“, betonte Rehm. „Wir werden die drei Umfahrungen gleichzeitig planen.“ Trotzdem müsse das Straßenbauamt nach der Priorisierung vorgehen.

In Arbeit seien die Aktualisierung der Verkehrsuntersuchungen und die Machbarkeitsstudie. Bis Ende 2017 können Bürger Trassenvorschläge einreichen. „Im zweiten Halbjahr 2018 können wir die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorstellen“, sagte Rehm. Genau wie mögliche Trassen. Dann könnte sich der Gemeinderat positionieren. Bis Ende 2018 sollte klar sein, welche Lösung zum Tragen kommt.

Laut Bauer werden im Rahmen der parallel laufenden Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) die Auswirkungen eines Bauvorhabens auf Schutzgüter wie Mensch, Tiere, Landschaft untersucht. Am Ende steht die Raumwiderstandskarte. Diese zeigt konfliktarme Korridore für die Straßen auf. Im vorliegenden Fall werden UVS und Raumwiderstandskarte von 2013 aktualisiert und erweitert. Damals wurde der Raum für die Umfahrungen Großhartpenning und Kurzenberg nicht untersucht – jetzt kommen 680 Hektar hinzu. Die von der FWG vorgeschlagene Trasse durch das Thannholz (wir berichteten) werde berücksichtigt. Die Piesenkamer Trasse nicht, bemerkte Bauer. „Wir prüfen alle sinnvollen Varianten.“ Unterschriftenlisten würden da keinen größeren Einfluss haben. Mündet eine Südspange in die B 318, steige auf dieser der Verkehr Richtung Norden. „Wir gehen davon aus, dass eine Südspange nördlich von Warngau einmündet“, so Bauer. Rehm: „Für uns hat der B318-Ausbau die höchste Dringlichkeit, weil da die höchste Verkehrsbelastung ist.“ Bauer meinte: „Bei allen emotionalen Vorbehalten appellieren wir an einen fairen Umgang.“ Vorverurteilungen seien nicht hilfreich.

Hans Putzer (SPD) wunderte sich, dass die Verkehrsuntersuchungen in Arbeit sind. Wie könne eine Straße im vordringlichen Bedarf landen, wenn man nicht wisse, wie viel Verkehr unterwegs ist. Rehm gab zu, dass die Untersuchung nicht „taufrisch“ sei, sie werde aktualisiert. Putzer wollte wissen, wie ausschlaggebend die Meinung des Gemeinderats sei. Laut Rehm wird dem Vorschlag „nicht zwingend“ gefolgt. Löwis betonte, dass ihm von höherer Stelle versichert wurde, dass das Votum Gewicht habe. Robert Wiechmann (Grüne) fand, dass am Ende Gemeinde und Bürger auch sagen dürfen müssten: „Wir wollen keine Trasse.“

mar

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