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„Ein Saustall“: Elke Neudecker aus Marschall ärgert sich über die Radelstapel auf dem Geländer der Traglufthalle. Immerhin handle es sich um Spenden.

Traglufthallen-Gelände am Moarhölzl 

Bürgerin ärgert sich über Fahrradverhau bei Flüchtlingen

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Holzkirchen - Über unordentlich hingeworfene Fahrräder auf dem Gelände der Traglufthalle für Asylbewerber ärgert sich Elke Neudecker aus Marschall. Integrationsbeauftragter Franz Lutje empfiehlt, den Ball flach zu halten.

Elke Neudecker aus Marschall ist verärgert. Häufig kommt sie an der Traglufthalle für Asylbewerber am Holzkirchner Moarhölzl vorbei. „Ich gehe da immer joggen oder mit dem Hund spazieren“, erklärt sie. „Seit Wochen“, wie sie sagt, stapeln sich auf dem Gelände unachtsam hingeworfene Fahrräder. Sie hat sogar ein paar Fotos gemacht, die das Durcheinander zeigen. „Es ist eine Freude, wie hier mit gespendeten Sachen umgegangen wird“, sagt sie und meint das natürlich ironisch. „Mir fehlt da die Wertschätzung.“ Sie findet es schade „dass die Helfer so einen Saustall zulassen.“ Dabei liege die Halle doch mitten in einem Erholungsgebiet. „Viele andere Spaziergänger schütteln beim Vorbeigehen den Kopf“, behauptet Neudecker.

Holzkirchens Integrationsbeauftragter Franz Lutje war zwar schon selber lange nicht mehr vor Ort. „Ich habe das mit den Rädern nicht gesehen“, sagt er. Trotzdem mahnt er zur Ruhe. „Wir sollten den Ball flach halten“, findet er. „Und wir müssen insgesamt souveräner mit dem Thema Asylbewerber umgehen.“

Der Helferkreis und Security-Dienst seien da, schauten regelmäßig nach dem Rechten, letzterer würden dafür sorgen, dass Ordnung auf dem Gelände herrscht. Lutje beobachtet in letzter Zeit einen „Trend zum Negativbild“. Er selbst möchte sich lieber auf die positiven Botschaften konzentrieren. „Sechs Leute haben wieder eine feste Arbeit gefunden“, erzählt er. „Das ist für mich wichtiger, als dass da Radl rumliegen.“

Davon abgesehen gebe es innerhalb des Helferkreises eine extra Gruppe, die in der Regel einmal die Woche Räder zusammen mit den Asylbewerbern repariert, erklärt er. Dabei werden zuweilen besonders lädierte Modelle ausgeschlachtet. Mal fehlt eine Lampe, mal ein Reifen. „Ein Lager haben wir dafür nicht“, sagt er. Ob es sich nun bei den Rädern, die Neudecker gesehen hat, um diese handelt, kann er aus der Ferne nicht beurteilen. Außerdem seien die gespendeten Räder zum Teil sehr alt und nicht alle in einem guten Zustand gewesen. Manchmal fehle es auch schlichtweg an Platz. „Gänge und Feuerwehrzufahrten müssen frei bleiben.“ Da könne man nicht ohne Weiteres überall ein Radl abstellen.

„Die Räder werden schon gut genutzt“, versichert Lutje. Mit ihnen können die Asylbewerber von der etwas außerhalb liegenden Halle in den Ort oder zur Arbeit gelangen. Früher habe es quasi Gemeinschaftsräder gegeben. Wollte sich ein Asylbewerber eines ausleihen, musste er sich in eine Liste eintragen. „Aber dieses System war zu zeitaufwendig und hat nicht funktioniert.“ Also sei man dazu übergangen, dass jeder Bewohner ein eigenes Fahrrad bekommt. Doch nicht einfach geschenkt. „Jede Spende kommt in einen Pool“, erklärt Lutje. Hieraus können die Flüchtlinge ihr Rad kaufen, wie der Integrationsbeauftragte betont. Und nicht nur für einen symbolischen Betrag. Je nach Zustand kosten die Drahtesel 20 bis 50 Euro. Viel Geld für einen Asylbewerber. Lutje hätte es im Übrigen besser gefunden, wenn sich Neudecker direkt an den Helferkreis oder die Integrationsbeauftragten gewandt hätte. Aber er verspricht: „Wir kümmern uns darum.“

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