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Handshake in Corona-Zeiten: Robert Wiechmann (l.) geht für die Grünen in die Stichwahl gegen CSU-Kandidat Christoph Schmid. Beide sind gespannt, wie sie in den kommenden zwei Wochen ihren Wahlkampf gestalten können. 

Bürgermeisterwahl Holzkirchen

Wiechmann fordert Schmid in Stichwahl

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Der Verlust ist spürbar, der Zugewinn aber auch: Die Bürgermeisterwahl in Holzkirchen geht, wie von vielen erwartet, in die Stichwahl. Christoph Schmid (CSU) tritt in zwei Wochen gegen Robert Wiechmann (Grüne) an.

Holzkirchen – 11,40 Prozentpunkte gegen 10,72. Verlust und Gewinn der Wählergunst bei der Bürgermeisterwahl in Holzkirchen lassen sich nahezu perfekt an den Kandidaten von CSU und Grünen beschreiben. Während CSU-Kandidat Christoph Schmid (50) mit 37,02 Prozent der Stimmen im Vergleich zu seinem Vorgänger Olaf von Löwis (48,42 Prozent) deutliche Einbußen hinnehmen musste, steigerte Robert Wiechmann (56) sein Ergebnis von 2014 von 15,51 auf 26,23 Prozent. Es folgen Elisabeth Dasch (SPD) mit 20,68 und Torsten Hensel (FWG) mit 16,07 Prozent.

„Viel mehr wäre nicht drin gewesen“, analysierte Schmid im Kultur-Café im Kultur im Oberbräu gewohnt besonnen, nachdem 16 von 17 Stimmbezirken ausgezählt waren. „Geil, sehr schön“ kam es dagegen Wiechmann beim vorläufigen Endergebnis über die Lippen. Trotz der unterschiedlichen Reaktion waren beide zufrieden mit dem Ergebnis.

Schmid: „Fühle mich als Wahlsieger“

Schmid, weil er im Duell mit der amtierenden Zweiten Bürgermeisterin (Dasch) und dem Dritten Bürgermeister (Wiechmann) die Verluste einkalkuliert hatte. „Ich fühle mich erst mal als Wahlsieger“, sagte er mit Blick auf 2933 Stimmen für sich. Der Vor-Corona-Wahlkampf, bei dem er an 700 Haustüren Gespräche geführt habe, habe sich gelohnt.

Wiechmann freute sich über die Wertschätzung der Wähler, die die Arbeit für das Gemeinwohl anerkennen würden. „Wir habe unsere Werte und Ziele vertreten“, befand Wiechmann. Bei der Stichwahl gelte es nun, „das Ergebnis in Richtung Bürgermeister zu bekommen“.

Auch Dasch und Hensel zufrieden

Wegen des Coronavirus verzichtete Elisabeth Dasch auf das Treffen im Kultur-Café. Die 60-Jährige hätte es zwar gerne in die Stichwahl geschafft, sieht sich und ihre Arbeit mit gut 20 Prozent aber bestätigt. „Es freut mich, dass ich ordentlich zugelegt habe. Ich bin eine – Zweite – Bürgermeisterin, die für die Bürger da ist“, sagte sie. Diesen Zuspruch habe sie durch die Wahl gespürt und wolle sich und ihre Energie deshalb weiter in die Kommunalpolitik einbringen.

Kommunalwahl 2020 in Miesbach: Alle Ergebnisse aus dem Landkreis.

Gelöst wirkte nach seinem ersten Wahlkampf Torsten Hensel (47) im Kultur-Café. Das Vertrauen von 1273 Wählern wolle er in den nächsten Jahren im Gemeinderat zurückzahlen – „wenn ich einziehe. Man merkt, dass ich einige Themen angesprochen habe, die die Leute bewegen“, befand Hensel. Deshalb sei er umso motivierter für die Arbeit im Gemeinderat.

Fast zwei Drittel der Stimmen per Briefwahl

Mit 61,65 Prozent stieg die Wahlbeteiligung in Holzkirchen um knapp 4,5 Prozentpunkte an. Besonders hoch war heuer in Holzkirchen die Zahl der Briefwähler. 5176 Bürger haben ihre Kreuzchen zuhause gemacht. Bei insgesamt 7987 Wählern entspricht das einem Briefwahlanteil von 64,8 Prozent. Die Stichwahl wird wohl eine reine Briefwahl werden.

Spannend bleibt die Frage, wie sich der Wahlkampf zwischen Schmid und Wiechmann in den kommenden zwei Wochen ob der Corona-Beschränkungen gestaltet. Die CSU hat bereits alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. „Wir werden mit anderen Mitteln agieren müssen“, sagte Schmid. Auch Wiechmann ist gespannt, „was mit Corona möglich ist“.

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