Trumps Chefstratege Bannon verlässt offenbar das Weiße Haus

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Bürgermeister Olaf von Löwis hielt einen knapp zweistündigen Bericht in der Bürgerversammlung. 

Bürgerversammlung 

Das Wachstum im Blick 

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Holzkirchen wächst: Daher muss die Gemeinde für Verkehr, Wohnraum und Kinderbetreuung eine Lösung finden, wie Bürgermeister Olaf von Löwis jetzt in der Bürgerversammlung erklärte. 

Holzkirchen – Die Konkurrenzveranstaltung sorgt für Lücken, zeitgleich läuft das Politikerderblecken am Nockherberg. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) tritt im Oberbräufestsaal ans Rednerpult, viele Plätze sind noch frei. „Wir haben schon überlegt, ob wir den Starkbieranstich einblenden“, sagt er. „Dann hätten Sie mehr Spaß.“ Aber Spaß sei nicht alles. „Ich bin heute die Spaßbremse.“

So stieg Löwis in die Bürgerversammlung ein. Nach seinem zweistündigen Vortrag behandelte er vier Anträge und zwei Anfragen. Das seien weniger als letztes Jahr. „Ich persönlich empfinde das als Kompliment.“ Genau wie die wenigen Zuhörer.

Zuwachs

Ansonsten stehen die Zeichen in Holzkirchen aber auf Wachstum, ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zog: „Wir müssen weiterhin mindestens von 100 zusätzlichen Einwohnern pro Jahr ausgehen“, erklärte Löwis. „Wir gehen wir mit diesem Wachstum um?“ Man setze auf Qualität. Zum Beispiel könne die Gemeinde Gewerbeansiedlungen so steuern, dass stabile Arbeitsplätze entstehen. Durch die erhöhte Nachfrage profitieren Einzelhandel und Gastronomie.

Verkehr

Der Gemeinde sei bewusst, dass Wachstum auch Nachteile bringt: mehr Verkehr. Hier soll das Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept helfen. „Ein besonderes Projekt, das wir seit gut drei Jahren betreiben“, sagte Löwis. „Beide Konzepte dienen als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung Holzkirchens.“ Einen Schwerpunkt bilde die Umwidmung, ein Straßentausch, der Nordumfahrung und Münchner Straße, wodurch sich die Gemeinde mehr Handlungsspielraum an der Ortsdurchfahrt verspricht. Bei einem Infoabend am 29. März (19 Uhr) im Oberbräufestsaal erfahren die Bürger Details und nächste Schritte. Als „Schlüsselprojekt der Ortsentwicklung“ bezeichnete er die Umgestaltung des Bahnhofs, wo sämtliche Verkehrsarten – Radfahrer, Fußgänger, Autos und Züge – verknüpft werden. Zusammen mit der DB Station und Service schreibe die Gemeinde einen Ideenwettbewerb aus, der 2018 startet.

Wohnraum

Aber nicht nur verkehrlich muss die Gemeinde durch den Zuzug nachrüsten. Ein wichtiges Thema ist Wohnraum. Mit gemeindlichem Wohnungsbau will die Kommune bezahlbare Immobilien schaffen. 2016 hatte die Gemeinde fünf Einfamilien- und sieben Doppelhaushälften am Gründlandweg und in Kleinhartpenning mittels des „Holzkirchner Modells“ vergeben, ortsansässige Familien wurden bevorzugt. Diese Vergabekriterien wende man im Neubaugebiet Inselkam-Maitz an, wo der Gemeinde Flächen gehören. Mit dem Kommunalen Wohnraumförderungprogramm des Freistaats, das 30 Prozent der Kosten schultert, realisiere die Gemeinde die beiden Mehrfamilienhäuser in Neuerlkam – und nehme die fünf alten Geschosswohnungsbauten in der Baumgartenstraße in Angriff. „Die Bewohner werden baldmöglichst informiert und miteinbezogen.“ Insgesamt treibe man bedarfsorientierten Wohnraum voran: kleinere Einheiten für Menschen mit Einschränkungen, Senioren oder Azubis

Kinderbetreuung

Die Neubaugebiete wiederum lösen einen Bedarf in der Kinderbetreuung aus. „Ein weiterer Ausbau der Plätze erscheint dringend notwendig.“ Eine weitere Kita samt Hort sei geplant. Einen enormen Zuwachs hätten Staatliches Gymnasium und FOS erfahren. Schüler verlor hingegen die Mittelschule, die bald saniert wird.

Geothermie

Unter anderem das Neubaugebiet an der Maitz docke an das Fernwärmenetz der Gemeindewerke an und profitiere von der Geothermie. Die Bohrer haben ihr Ziel erreicht, derzeit laufen Pumpversuche, die die Leistungsdaten eruieren. Das dazugehörige Stromkraftwerk sollte im Januar 2019 ans Netz, das Heizkraftwerk früher.

Jubiläen

Auch Grund zum Feiern gibt es heuer: Im Juli finde die 1111-Jahr-Feier Holzkirchens statt, erinnerte Löwis. Eine ungewöhnliche Zahl, die nicht unumstritten ist. „Aber wir feiern das einfach.“ Seriöser begehen im September die Föchinger ihr 1200-Jähriges mit einer Festwoche.

Bürger

Dann waren die Bürger dran. Andreas Gilde hatte drei Anträge eingereicht, die alle in der Versammlung abgelehnt wurden, Löwis sah keinen Handlungsbedarf. Gilde forderte eine Durchsetzung des Linksfahrverbots für Radler auf Gehwegen an der Rosenheimer Straße im Bereich Bahnübergang und Erich-Kästner-Straße; sowie der Gestaltungssatzung, um überbordende Hecken in den Griff zu bekommen. Am Radlring sollte die Beschilderung verbessert, die rote Markierung entfernt werden. Anton Thiel bat um den Neubau eines Rad- und Gehwegs von der Thanner zur Tegernseer Straße – als Verbindung zu den geplanten Wohnbauten am Postbräuareal. Dies wünsche sich auch die Gemeinde, so Löwis. „Leider hat sie auf die südlich angrenzenden Flächen noch keinen Zugriff.“ Flächen für spätere Anschlussmöglichkeiten gen Süden wurden gesichert, der Antrag abgelehnt. Eine pikante Anfrage stellte Philipp Belli, der fürchtet, dass durch den Straßentausch Anwohner an der Nordspange zusätzlich mit Verkehr belastet werden – und forderte einen Lärmschutz. Laut Löwis werden die Interessen dieser Anwohner berücksichtigt. Man stehe erst am Anfang.

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