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Das Duo hat abgeräumt: Benjamin Wittmann und Patricia Richter haben als Gitarrenduo neben einem ersten Preis im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ auch einen Sonderpreis gewonnen.

Bundeswettbewerb "Jugend musiziert"

Gleich drei Holzkirchner holen erste Preise 

Holzkirchen – Sie sind jung, sie sind hoch talentiert und sie sind alle Gewinner: Patricia Richter (17), Benjamin Wittmann (14) und Sebastian Pilz (16) aus Holzkirchen haben beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ jeweils einen ersten Preis auf Bundesebene gewonnen.

Patricia und Benjamin gehören zu den besten deutschen Nachwuchs-Gitarrenduos, Sebastian ist einer der begnadetsten Jungcellisten. Sie sind ehrgeizig und verzichten auf Dinge, die für andere Jugendlichen selbstverständlich sind. Trotzdem sind sie am Boden geblieben. 

Benjamin muss ein Gitarren-Gen haben. Sein Vater Andreas Wittmann ist nicht nur Gitarrenlehrer, er ist ebenfalls begnadeter Konzertgitarrist, tritt gemeinsam mit Ehefrau Katharina an der Querflöte als Duo Anaka auf. Mit fünf Jahren wollte Benjamin von ihm an der Gitarre unterrichtet werden. Heute besucht der 14-Jährige die achte Klasse des staatlichen Gymnasiums Holzkirchen. Seinen ersten Wettbewerb trat er vor vier Jahren an. Da war er gerade mal zehn Jahre alt und landete direkt auf dem ersten Platz der Regionalebene bei „Jugend musiziert“. „Die Wettbewerbe machen mir Spaß. Außerdem wird man so als Nachwuchsgitarrist wahrgenommen.“ Schon jetzt spielt er auf Konzerten und verdient damit sein eigenes Geld. 

Wer auf so hohem Niveau musiziert, muss freilich auch üben. „Ich unterbreche gern meine Hausaufgaben und spiele so über den Tag verteilt eine gute Stunde.“ Ausgleich findet er beim Radeln. „Ich fahre leidenschaftlich gerne Rad. Wenn es gut läuft, schaffe ich dreimal wöchentlich eine Mountainbike-Tour, und an den Wochenenden nehme ich an Rennen teil.“ Neben der Konzertgitarre greift Benjamin auch gern zur E-Gitarre und spielt Pop und Rock. 

Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Kassel trat er heuer gemeinsam mit Patricia Richter als Gitarrenduo an. Neben der Erstplatzierung erhielten die beiden auch noch den mit 800 Euro dotierten Sonderpreis der European Teachers Association für den besten Gitarrenbeitrag im Wettbewerb. „Wir sind sehr stolz auf diesen Preis“, da sind sich die beiden Gitarristen einig. 

Für Patricia war es erst der zweite Wettbewerb. „Ich habe mir da gar nichts ausgerechnet“, erinnert sich die 17-jährige Schülerin. Noch vor kurzem dachte sie sogar ans Aufhören. Aber als Andreas Wittmann, ihr Gitarrenlehrer, fragte, ob sie Interesse an einer Wettbewerbs-Teilnahme als Duo hätte, sagte sie zu. „Ich habe nie gedacht, dass wir da so gut abschneiden. Jetzt habe ich wieder richtig Lust zu spielen, bin motiviert und kann mir vorstellen in Zukunft an weiteren Wettbewerben teilzunehmen“, sagt die 17-Jährige. 

Auch sie übt täglich ein bis zwei Stunden an der Gitarre; wenn noch Zeit übrig bleibt, zieht es sie zu den Pferden. Ein Solo bei einem Wettbewerb kann sich die passionierte Reiterin nicht vorstellen. „Ich würde lieber wieder als Duo antreten.“ Nächstes Jahr steht bei ihr das Abitur an, da denkt sie auch an die Zukunft. „Ich kann mir schon vorstellen, Musik zu studieren. Außerdem mag ich die Auftritte vor Publikum sehr, auch wenn ich oft ziemlich aufgeregt bin.“ 

Sebastian Pilz 2015 bei einem Auftritt mit dem Quartett Crescendo im Kultur im Oberbräu.

Sebastian Pilz ist der dritte Holzkirchner, der heuer einen ersten Preis bei „Jugend musiziert“ auf Bundesebene erreichte – und das zum dritten Mal. Seit elf Jahren spielt der 16-Jährige Violoncello. „Diese Wettbewerbe sind sehr wichtig und vielleicht auch ein Bonus für spätere Bewerbungen bei hochklassigen Orchestern – leider aber keine Garantie“, weiß Sebastian. Schon jetzt hat er einen festen Platz im Nachwuchskader der Jung-Philharmoniker. „Ich träume davon, Berufsmusiker zu werden. Leider ist die Konkurrenz sehr groß.“ Vor allem Cellisten aus dem asiatischen Raum würden extrem in den deutschen Markt drängen. „Die haben ganz andere Möglichkeiten und fokussieren ganz anders.“ 

Der Schüler des musischen Pestalozzi-Gymnasiums in München übt täglich zwei Stunden. „Naja, das macht nicht immer Spaß“, gibt Sebastian zu. Aber wenn er dann einen Wettbewerb gewinnt, sei das die Belohnung für die vielen Übungseinheiten. In seiner Freizeit spielt er Volleyball und trifft sich mit Freunden. „Die Zeit ist knapp. Zum Glück spielen meine Freunde auch alle Instrumente, da sehen wir uns an der Schule in verschiedenen Kursen.“

Kathrin Suda

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