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Feier-Auszeit: Voriges Jahr feierten noch knapp 1000 Gäste gemeinsam auf dem Marktplatz ins neue Jahr. Für heuer haben sich die Burschen eine Party-Pause auferlegt.  

An Alternativen mangelt es

Große Silvester-Party fällt heuer aus

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Die Burschen-Silvester-Party auf dem Marktplatz fällt heuer aus. Wer in Holzkirchen im großen Rahmen ins neue Jahr feiern möchte, bekommt nun Probleme. An Alternativen mangelt es.

Holzkirchen – Dass Burschenvereine gern und ausgiebig feiern, ist gemeinhin bekannt. Und weil es alleine recht langweilig ist, organisieren sie das ganze Jahr über auch noch allerhand Feste in der Gemeinde. Der Burschenverein Holzkirchen-Erlkam etwa hat heuer das Marktplatzfest auf die Beine gestellt und auch bei der Winter-Musi-Gaudi mitgemischt. Die große Party zum Jahresausklang entfällt allerdings.

Die Burschen genehmigen sich eine Pause von ihrer beliebten Silvester-Sause. Aber freilich nicht, weil sie feiermüde sind. „Wir haben festgelegt, dass wir die Party nur alle zwei Jahre machen, damit unsere Burschen auch mal selber stressfrei feiern können“, erklärt Burschenvorstand Florian Mooshofer. Schon zum Jahreswechsel von 2015 auf 2016 legten die Burschen eine Verschnaufpause ein.

Denn die Party auf dem Marktplatz ist ein Heidenaufwand. Während die bis zu 1500 Gäste ausgelassen tanzen, feiern und das neue Jahr begießen, kümmern sich die Burschen im Hintergrund darum, dass alles glatt läuft. „Silvester nimmt uns drei Tage voll in Beschlag“, sagt Mooshofer. Nicht zu reden von der monatelangen Vorbereitung.

Die Entscheidung, nur noch im Zwei-Jahres-Rhythmus ins neue Jahr zu feiern, habe man bewusst getroffen. „Wir sind froh, wenn wir mal ausspannen können“, sagt Mooshofer. Was bei den Burschen allerdings auch nur bedeutet, dass in privatem Rahmen gefeiert wird. „Einige tun sich zusammen“, gibt Mossohofer Einblick in die Silvester-Pläne. In der Marktgemeinde scheint der Party-Verzicht auf Verständnis zu treffen. „Die Leute würden sich zwar über die Feier freuen“, sagt Mooshofer, „aber sie verstehen es.“

Nachdem die Burschen heuer die Füße still halten, dürfte es besinnlich zu gehen im Herzen der Marktgemeinde. Andere Vereine oder Veranstalter haben bei der Gemeinde nämlich kein Interesse angemeldet, das Silvesterparty-Vakuum zu füllen. „Tatsächlich ist es meines Wissens so, dass es keine Alternativ-Veranstaltung geben wird“, sagt Rathaus-Sprecherin Ewgenia Sabransky. „Bei uns wurde keine Veranstaltung angemeldet. Es könnte dieses Jahr also recht ruhig zugehen am Marktplatz.“

Ruhig geht es auch gegenüber des Marktplatzes zu. Anders als in den Vorjahren gibt es im Kultur im Oberbräu heuer keine Party. „Wir haben große Probleme, Leute zu finden, die an Silvester arbeiten wollen“, erklärt Marketing-Chef Alexander Harlander. Bei mehr als 200 Veranstaltungen per anno habe man sich irgendwann dafür entschieden, „wir konzentrieren uns auf den Rest. Silvester brauchen wir nicht auch noch einen raushauen.“

Schon in den Vorjahren seien die Feiern „sehr schwankend“ besucht gewesen. Aus wirtschaftlicher Sicht mache es da ab einem gewissen Punkt schlicht keinen Sinn mehr, erläutert Harlander. Der große Arbeitsaufwand, die hohen Anforderungen an Personal und Ordner, denen man gleichzeitig einen Silvester-Zuschlag zahlen müsse. Und währenddessen bringen die Gäste ihre Getränke immer häufiger selber mit. „Am Schluss darf man dann die selbstmitgebrachten Sektflaschen aufräumen“, sagt Harlander. Sein Fazit: „Es ist eine große Nummer, so eine Party zu stemmen.“

Die gute Nachricht: Genau das will der Burschenverein 2018 wieder übernehmen. „Nächstes Jahr packen wir es wieder an“, verspricht Ober-Bursche Mooshofer. „Da lassen wir uns dann auch wieder neue Highlights einfallen.“ Ideen sammeln können die Burschen ja heuer schon, wenn sie zusammen feiern. In kleiner Runde, versteht sich.

fp

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