Konfettiregen: Leiterin Sabine Kröger (Mitte, blaues Shirt) und ihr Hortteam verabschiedeten sich bei einem Fest an der Probst-Sigl-Straße. foto: caritas (kn)

Wegen Personalmangel 

Caritas-Hort legt Standorte zusammen 

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Wegen der engen Personalsituation legt der Caritas-Hort in Holzkirchen seine beiden Standorte zusammen. Doch bald sind wieder Erzieher gesucht. 

Holzkirchen – Überall schießen Kindertagesstätten und Horte aus dem Boden. Der Bedarf steigt weiter an. Erzieher und Kinderpfleger werden händeringend gesucht. Auch im Holzkirchner Caritas-Hort könnte die Personalsituation besser sein. „Der Markt ist schwierig“, sagt Leiterin Sabine Kröger. Man komme schon an seine Grenzen. „Bei zwei Standorten muss man vieles doppelt besetzen.“ Um die Situation zu entspannen, gibt es nun eine räumliche Veränderung bei der Einrichtung. 

Bislang pflegte der Caritas-Hort zwei Standorte in Holzkirchen: in seinem Hauptgebäude an der Frühlingstraße sowie in Räumen der Quirin-Regler-Grundschule an der Probst-Sigl-Straße. Ab dem neuen Schuljahr, das jetzt im September startet, werden alle Hortkinder an der Frühlingstraße betreut. „Im Gegenzug kommen alle Kinder der Mittagsbetreuung in die Probst-Sigl-Straße“, erklärt Kröger. Bei einem Sommerfest mit vielen Attraktionen für Kinder und Eltern in der Probst-Sigl-Straße verabschiedete sich der Hort kürzlich von seinem alten Domizil.

Den Hort besuchen Kinder ab der ersten Klasse bis 14 Jahre. Zum September hin gibt es vier Gruppen mit insgesamt 100 Plätzen. Die seien im Prinzip schon voll. „Für Notfälle gäbe es schon noch Möglichkeiten“, meint Kröger. Um die Hortkinder kümmern sich insgesamt elf Betreuer, alles Erzieher beziehungsweise Kinderpfleger.

Die Mittagsbetreuung ist für Schüler der ersten bis vierten Klasse gedacht. Hier gibt es sechs Gruppen mit jeweils zwölf Kindern. Diese werden von sieben Leuten betreut, dabei handelt es sich aber nicht um pädagogische Fachkräfte, sie sind laut Kröger auf 450-Euro-Basis angestellt. Während der Sommerferien bietet die Caritas eine Ferienbetreuung an. Zwei Wochen aber blieb die Einrichtung komplett zu.

Mit der Zusammenlegung an der Frühlingstraße entspanne sich die Personalsituation, sagt Kröger. Aktuell sucht die Einrichtung eine weitere Kinderpflegerin. Für die Schüler sei die Einrichtung weiterhin gut erreichbar. Die von den Schulen an der Baumgartenstraße kommen zu Fuß. Die von der Probst-Sigl-Straße mit dem Bus.

Schon bald tut sich wieder was an der Frühlingstraße: Wie berichtet, entschied der Gemeinderat, einen Holzbau im Garten des Kinderhorts zu errichten. Dort sollen 36 Krippen- und 25 Kindergartenkinder unterkommen. Hintergrund war der Mangel an Krippenplätzen. Die Marktgemeinde hatte plötzlich festgestellt, dass zwischen 30 und 40 Plätze fehlen. Der Neubau – ein Konstrukt mit Holzraumzellen – kostet um die zwei Millionen Euro. Ende 2018 soll alles fertig sein. Bis dahin bastelt die Kommune an einer Zwischenlösung. Der Grund gehört – wie das Hortgebäude selbst – der Gemeinde. Gerade sei man in der Planung, was genau gebaut wird, berichtet Kröger,

Der Nachteil: Mit dem Holzbau verlieren die Kinder einen Teil ihres großen Gartens, in dem sie sich austoben können. „Natürlich ist der Garten ein Schmuckstück“, sagt Kröger. Aber der Bedarf sei nun mal vorhanden. Die Caritas tritt als Träger der neuen Krippe auf. Heißt aber auch wieder: „Es wird Personal gesucht.“

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