Belastend: Den Autoverkehr in Holzkirchen zu verringern, bleibt Ziel der Gemeinde.
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Belastend: Den Autoverkehr in Holzkirchen zu verringern, bleibt Ziel der Gemeinde.

Gemeinde fällt aus Förderprogramm

Dämpfer für die Verkehrswende in Holzkirchen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Kleiner Wermutstropfen für die Gemeinde Holzkirchen. Sie wird nicht von der zweiten Förderphase des Projekts „MobilitätsWerkStadt 2025“ profitieren. Zumindest an einigen der in der ersten Phase angestoßenen Projekte möchte das Rathaus aber festhalten.

Holzkirchen – Die Mobilitätswende in Holzkirchen hat einen kleinen Dämpfer bekommen. Wie Standortförderin Eva-Maria Schmitz jetzt im Gemeinderat mitteilte, hat die Marktgemeinde die zweite Förderphase des Projekts „MobiliätsWerkStadt 2025“ nicht erreicht. Der Bund habe von ursprünglich 50 teilnehmenden Kommunen auf 14 reduziert. „Formelle Gründe“ haben laut Schmitz zu der Absage für die Holzkirchner geführt. Mit Inhalten habe das nichts zu tun.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und Sharing-Angebote

Im Rahmen der ersten und einjährigen Förderphase gab es 100 000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Auch Mobilitätsmanagerin Jana Heese wurde damit finanziert. Im Zuge dieser ersten Phase lief die Umfrage „Sauber unterwegs in Holzkirchen“ (wir berichteten). Das Konzept hatte unter anderem den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Auge, prüfte Sharing-Angebote und Möglichkeiten zur E-Mobilität.

Diverse Projekte zur Mobilitätsmanagement auf der Agenda

Dabei kristallisierten sich verschiedene Projekte heraus, die in einer zweiten Förderphase dann hätten umgesetzt werden sollen. Diese Maßnahmen wiesen ein hohes Potenzial auf, „um tatsächlich den Autoverkehr in Holzkirchen langfristig zu verringern“, erklärt Schmitz auf Nachfrage. Zum Beispiel ging es dabei um betriebliches Mobilitätsmanagement, das den Verkehr eines Unternehmens effizient und langfristig organisieren soll. Auch das schulische Mobilitätsmanagement stand im Mittelpunkt. Mit dem Ziel, den Verkehr rund um Schulen sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten sowie bei Kindern und Jugendlichen ein bewusstes Mobilitätsverhalten zu fördern. Ferner stand die Verbesserung der Nahmobilität durch ein Bike-Sharing-System auf der Agenda.

Gemeinde will Gespräche mit Unternehmen fortsetzen

Jetzt gehe es darum, abzuwägen und Projekte unter Umständen neu zu priorisieren, sagt Schmitz. Und zu schauen, was auch ohne staatlichen Zuschuss realisiert werden kann. Vor allem die Möglichkeiten zur Einführung eines Bike-Sharing-Systems und des betrieblichen Mobilitätsmanagements im Rathaus sollen kurzfristig angepackt werden. Mittelfristig will man sich dann auf die übrigen Maßnahmen stürzen. Zudem möchte die Gemeinde die in Phase eins eröffnete Kommunikation mit den Unternehmen fortsetzen.

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Mobilitätsmanagerin Heese bleibe trotzdem weiterhin in gleicher Funktion im Rathaus angestellt. Angesiedelt sei sie wie gehabt bei der Standortförderung. „Sie hatte sich sehr bemüht“, sagte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Man habe rechtzeitig für sie vorgesorgt.

Ergebnisse der Modal-Split-Studie sollen bald präsentiert werden

Auch wenn Holzkirchen die zweite Förderung nicht erhalten werde, gehe in dem Sinne kein Geld „verloren“, sagt Schmitz. „Weil durch das Projekt an sich nur Gelder in Phase eins gewonnen worden sind.“ Die Maßnahmen, die entwickelt wurden, haben laut Schmitz ein Budget von circa eine Million Euro aufgewiesen.

Keine Auswirkungen hat die gestrichene Förderung laut Schmitz auf die parallel laufende Modal-Split-Studie, die sich, grob gesagt, auf die Aufteilung der Verkehrsmittel (Auto, Rad, Bahn, Bus) konzentriert. Deren Ergebnisse sollen bald präsentiert werden, kündigt die Standortförderin an. Auch auf den neuen Ortsbus habe die Absage keine Konsequenzen, betont Schmitz.

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