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Vorsicht auf der B 318: Von der benachbarten Bohrstelle können Dampfschwaden die Sicht beeinträchtigen. Mit Ergebnissen der Pumptests ist Mitte Juni zu rechnen.

Gutes Zeichen

Es dampft am Geothermieplatz

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Holzkirchen – Es dampft über der Geothermie-Bohrstelle in der Alten Au – und das ist kein schlechtes Zeichen. Es sind Grüße aus fast 6000 Metern Tiefe.

„Wir haben das Reservoir, den Malmkarst, erschlossen und unsere Zieltiefe nach 5600 Metern Bohrstrecke erreicht“, sagt Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke Holzkirchen und Geschäftsführer der Geothermie Holzkirchen GmbH. 

Die Dampfschwaden zeugen davon, dass die Pumptests angelaufen sind. „Könnte sein, dass es auch mal nach Schwefel riecht“, sagt Geologe Klaus Dorsch vom Planungsbüro Erdwerk, „nach den Pumptests verschwindet der Geruch aber wieder.“ Das heiße Thermalwasser befindet sich im Malm-Reservoir, das aus Kalkstein besteht und porös wie ein Schwamm sein kann. 

Bevor in den nächsten Tagen die entscheidenden Pumpversuche starten, sind laut Götz „Reinigungslifts“ und „Säuerungen“ nötig. Das heißt, das Bohrloch wird durchgespült, um es vom Bohrklein und Kalkmehl zu reinigen. Danach heißt es: Daumen drücken dafür, dass das Thermalwasser auch in ausreichender Menge sprudelt. Es werden zwar auch Daten zu Temperatur – erwartet werden 140 Grad – und Zusammensetzung des Wassers ermittelt, doch entscheidend ist die erbohrte Wassermenge. Man hofft auf eine Schüttung von mindestens 65 Litersekunden. Sollte dieses Ziel deutlich verfehlt werden, wackelt die Wirtschaftlichkeit des Millionenprojekts. „Belastbare Ergebnisse sollten spätestens Mitte Juni vorliegen“, sagt Götz. 

Bürgermeister Olaf von Löwis war jüngst an der Bohrstelle: „Alle sind angespannt, aber sehr optimistisch.“ Die Marktgemeinde hat für das Geothermie-Projekt eine Anschub-Finanzierung in Höhe von 10,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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