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Hinein ins Grüne: Laut der gemeindlichen Grünanlagensatzung dürfen Hunde nur angeleint auf öffentliche Grünanlagen wie den Herdergarten oder Kogl.

Welche Probleme das Ordnungsamt damit hat

Darum sollten Sie Ihren Hund nicht frei laufen lassen

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Sie springen hoch, laufen einem nach: Im Rathaus schlagen öfters Beschwerden über freilaufende Hunde auf. Johann Bachhuber vom Ordnungsamt erklärt, was Halter beachten sollten.

Herr Bachhuber, sind freilaufende zunehmend ein Problem im Holzkirchner Ortsbereich?

Bachhuber: Sie tauchen seit Jahren als Problem immer wieder auf. Freilaufende Hunde werden immer wieder bekrittelt. Entweder, weil Leute sich bedroht fühlen, oder weil Hunde ihr Geschäft unbeaufsichtigt verrichten. Entweder, die Hunde sind dann ganz alleine unterwegs, oder der Halter taucht erst ganz weit weg hinter der Hecke auf.

Ist denn konkret was Schlimmes passiert?

Bachhuber: Es gab schon Vorfälle. Zum Beispiel in der Thanner Straße, wo ein freilaufender Hund einen anderen Hund angegangen ist. Solche Fälle sind oft schwer zu klären. Die Besitzer haben sich inzwischen aber untereinander geeinigt.

Ist es denn verboten, Hunde ohne Begleitung frei herumlaufen zu lassen?

Bachhuber: Nein, das steht nirgends. Aber man kommt schnell in verbotene Bereiche, weil die Vorschriften ohne menschliche Begleitung nicht eingehalten werden können. Auch wenn manche Hunde brav auf dem Gehweg laufen – ein Hund kennt zum Beispiel keine Straßenverkehrsordnung. Es besteht die Gefahr, dass das Tier auf die Straße läuft. Passiert ein Unfall, muss der Halter haften – sofern er dann überhaupt ermittelbar ist. Eine weitere Gefahr: Hunde, die alleine im Wald herumlaufen, können unter Umständen vom Jäger erschossen werden. Verboten ist es auch, dass ein Hund auf Gehwegen kotet. Das kann zwischen 15 und 100 Euro Geldbuße kosten.

Wie hält es Holzkirchen mit der Leinenpflicht?

Bachhuber: Eine entsprechende Verordnung hat die Gemeinde nicht erlassen. Eine solche kann die Gemeinde laut Gesetz nur für größere Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern einführen. Zum Beispiel also für Schäferhunde, Doggen, Boxer oder Dobermänner. Wenn ein schwieriger Fall auftritt und es angemessen ist, dann wird Leinenpflicht angeordnet. Dazu schalten wir bei Bedarf einen Sachverständigen ein.

Gibt es auch strenger geschützte Bereiche?

Bachhuber: Laut unserer Grünanlagensatzung dürfen Hunde nur angeleint auf öffentliche Grünanlagen wie den Herdergarten, Krankenhauspark oder Kogl.

Was droht bei Verstößen?

Bachhuber: Das kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von fünf bis 1000 Euro geahndet werden.

Wie sollten Hundebesitzer reagieren, wenn ein Passant sie auffordert, ihr Tier anzuleinen?

Bachhuber: Streng genommen kann man das berechtigt nicht verlangen. Aber es ist auch eine gesellschaftliche Frage. Wenn jemand ängstlich ist, sollte der Hundehalter darauf eingehen und Fingerspitzengefühl zeigen. Wenn der Hund bei einem Passanten rauf springt, und der Besitzer nur sagt „der will doch nur spiegel“, geht das schon zu weit.

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