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Da fehlt doch was: Das Kreuz mit den Kirchturmspitzen

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Von: Marlene Kadach

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Lorenz Knoll und die Hartpenninger Pfarrkirche
Die Kirchturmspitze von Großhartpenning musste 2017 entfernt werden, erinnert sich Lorenz Knoll. © Thomas Plettenberg

Auf dem Dach von St. Laurentius in Holzkirchen fehlen zwei Kreuze, bei der Großhartpenninger Pfarrkirche ist sogar die gesamte Kirchturmspitze weg. Die Gläubigen werden langsam ungeduldig. Doch das Ordinariat legt noch keinen Zeitplan für die Sanierungen vor.

Holzkirchen – Die Königinnen haben schon vor Jahren ihre Häupter verloren. Und der Geduldsfaden von manchen Gläubigen ist gerissen. „Viele Leute sagen, dass das eine Verschandelung ist“, berichtet CSU-Gemeinderat Josef Sappl senior. „Da muss doch endlich was passieren.“

Darum geht es: Bei St. Laurentius in Holzkirchen fehlen zwei große Kreuze – das auf dem Kirchturm und das am Giebel über dem Eingangsportal, wie Pfarrer Gottfried Doll konkretisiert. Auch die Großhartpenninger Pfarrkirche Mariä Heimsuchung wurde gestutzt: Hier ist die Turmspitze mitsamt Kreuz und vergoldeter Weltkugel weg.

Die Kreuze von St, Laurentius wurden 2016 wegen akuter Absturzgefahr abgenommen. „Wir haben heuer einen Anlauf unternommen“, sagt Doll. Nachdem der Neubau von St. Josef – der die vergangenen Jahre sämtliche Kapazitäten gefordert hatte – fertig ist, könne sich die Pfarrei neuen Projekten widmen. Als erstes möchte sich die Kirchenverwaltung auf das fehlende Kirchturmkreuz von St. Laurentius stürzen. „Wir schauen, ob wir das selber finanziell stemmen können.“

Und so fuhr, wie berichtet, heuer im Frühjahr eine Gruppe von Handwerkern per Autokran bis zur Spitze hinauf und untersuchte den Unterbau des Turmkreuzes. „Dabei haben wir festgestellt, dass das nicht so einfach zu reparieren ist“, berichtet Doll. Jetzt sei man daran, eine Lösung zu erarbeiten. „Das Kreuz ist noch da.“ Er gehe davon aus, dass man es wieder verwenden könne.

St. Laurentius: Der ganze Dachstuhl ist sanierungsbedürftig

Das Kreuz auf dem Giebel hingegen soll gemeinsam mit einer größeren Baustelle bewerkstelligt werden: „Der Dachstuhl von St. Laurentius ist sanierungsbedürftig“, sagt der Geistliche. Das bestätigt ein Sprecher aus dem Erzbischöflichen Ordinariat München. Die Gesamtkosten für St. Laurentius lägen bei 1,25 Millionen Euro. Darin enthalten seien Maßnahmen für Kreuz, Dach, Turm sowie Außeninstandsetzung. „Vonseiten der Kirchenstiftung müssten mindestens 15 Prozent davon eingebracht werden, die Erzdiözese übernähme den verbleibenden Teil.“

Doll bezweifelt, dass Hilfe von oben schnell kommt. Immerhin würden sich im Ordinariat viele Bauprojekte stapeln. Das kann der Sprecher nur bestätigen: Es gebe allein fast 2000 Pfarr-, Filial- und Nebenkirchen im Erzbistum München und Freising, die überwiegend alt seien und oft Materialmängel aufweisen. Auch in Holzkirchen steht ein weiteres Projekt an: der Neubau des Pfarrzentrums, über den laut Doll Anfang 2022 entschieden wird.

Anhand von verschiedenen Kriterien „werden angesichts begrenzter finanzieller Mittel, die zur Verfügung stehen, Priorisierungen vorgenommen“, sagt der Sprecher. Wie zeitnah die Sanierung oder Restaurierung erfolgen kann, hänge mit der Priorisierung des Gebäudes im Gesamtkontext zusammen. Im Fall von St. Laurentius konnte im zuständigen Gremium „noch keine Zustimmung erwirkt werden“.

Gleiches gelte für die Sanierung der Hartpenninger Kirche. Lorenz Knoll, stellvertretender Kirchenverwaltungsvorsitzender, kann sich noch genau an den Tag erinnern, an dem das Wahrzeichen schrumpfte. Am 25. Juli 2017 kam die Turmspitze samt Kreuz und Weltkugel weg. „Aus statischen Gründen.“ Feuchtigkeit und Fäulnis hatten dem Gebälk zugesetzt. Die Gefahr, dass die Spitze auf die Straße kracht, war zu groß. Es pressierte. „Seitdem fehlen da gut neun Meter.“ Die letzte große Instandsetzung hatte 1939 stattgefunden.

Jetzt steht eine größere Frischekur an: „Es müsste eine generelle Neukonstruktion der Turmspitze erfolgen, das heißt Neuschindelung der Dachflächen sowie Metall- und Elektroarbeiten“, heißt es aus dem Ordinariat. Kosten: 400 000 Euro. Den Großteil übernimmt die Diözese, 15 Prozent muss die Kirchenstiftung vor Ort schultern. „Das Geld ist da“, betont Knoll. Dank guter Finanzen konnte die Pfarrei auch die Sanierung des Pfarrhauses für rund 100 000 Euro bezahlen. Trotzdem sei das Prozedere „lästig“, weil vonseiten der Erzdiözese „nichts vorwärtsgeht“. Knoll hofft trotzdem, dass die Sanierung der Pfarrkirche 2022 startet. Laut Ordinariat indes gibt es noch keinen Zeitplan. Die Maßnahme werde jedoch befürwortet: „Da der Kirchturm prägend für das Gotteshaus und das Ortsbild allgemein ist“, sagt der Sprecher.

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