Für Fußgänger und Radfahrer bleibt wenig Raum. Ideen zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt gibt es. Selbst planen darf die Gemeinde beim jetzigen Status dort aber nicht. Darum kämpft sie für die Abstufung. Foto: Thomas Plettenberg

Bürgermeister Olaf von Löwis hakt bei Staatssekretär Eck nach  

Deal gefordert: Holzkirchen ringt um die Ortsmitte

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Es scheint so einfach: Die Holzkirchner Ortsdurchfahrt wird zur Gemeindestraße abgestuft, die Nordspange zur Staatsstraße aufgestuft. Tatsächlich ist der Tausch schwer durchzusetzen. 

Holzkirchen/Waakirchen – Wäre die Holzkirchner Ortsdurchfahrt eine schlichte Gemeindestraße, könnten die Macher im Rathaus endlich umsetzen, was sich die Bürger schon lange wünschen. „Der Tausch ist existenziell“, erklärte Olaf von Löwis (CSU). Was nütze das ganze schöne Mobilitätskonzept für Holzkirchen, wenn dessen Kernstück nicht realisierbar ist?

Eine Frage, die der Holzkirchner Bürgermeister bei einem Pressetermin in Waakirchen stellte. Eingeladen hatte die CSU im Rahmen der Wahlkampf-Tour des Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan. Mit dabei: Staatssekretär Gerhard Eck, zuständig für Bau und Verkehr. Um das Thema „Mobilität im Oberland“ zu beleuchten, bewegte sich ein CSU-Tross von Holzkirchen nach Bad Tölz und Waakirchen. Löwis nutzte die Gelegenheit, dem Staatssekretär die Holzkirchner Situation nahe zu bringen. Erörtert wurde sie dann bei einer Pressekonferenz im Waakirchner Pfarrheim (wir berichteten).

Dass ihn der Schuh ordentlich drückt, daran ließ Löwis keinen Zweifel. Dabei war der Vorschlag der Holzkirchner bei einer Besprechung mit Staatlichem Bauamt Rosenheim, Landratsamt und Polizei im Dezember 2016 gut angekommen. Die Abstufung der Ortsdurchfahrt und Aufstufung der Nordspange: Das könnte fürs Holzkirchner Zentrum viel bringen. Umsetzbar ist dies nach Ansicht der Behörden aber erst, wenn die Südspange gebaut ist und damit ein Ring geschaffen ist.

„Aber so lange wollen wir nicht warten“, erklärte Löwis dem Minister. Selbst wenn alles optimal laufe, würden bis zum Bau einer Südspange 15 Jahre vergehen. Realistischer sei ein Zeitraum von 20 bis 25 Jahren. „Aber vielleicht können wir den Deal ja jetzt schon machen“, legte Löwis dem Staatssekretär ans Herz. Der vierspurige Ausbau der B 318 sei ja bereits im Gange. Wenn man den weiter vorantreibe als im ersten Bauabschnitt geplant, könnte dies aus seiner Sicht genügen, um die Abstufung der Ortsdurchfahrt zu ermöglichen. Denn dann wäre der Unfallschwerpunkt an der „Spinne“ doch auch schon entschärft. „Ich möchte, dass man das prüft“, erklärte Löwis.

Viel Hoffnung machte Eck ihm nicht. Für eine Auf- und Abstufung von Straßen gebe es „glasklare Spielregeln“, was sinnvoll sei. Er werde sich die Situation aber anschauen, versprach der Staatssekretär, der Verständnis für die Nöte des Bürgermeisters signalisierte und „gemeinschaftliche Gespräche“ in Aussicht stellte: „Man hat auch mal zähe Mitarbeiter in den Behörden.“

Diskutiert wissen will Löwis auch die Installation einer Dauerblitzanlage in Großhartpenning. „Das würde für wenig Geld viel bringen“, meinte der Bürgermeister. Leider sei auch diese Maßnahme nicht zulässig: „Da müssten sich die Behörden öffnen.“ Eck sah das Thema Dauerblitzer eher kritisch: „Wir wollen ja auch keinen Überwachungsstaat.“

Informiert hatte sich der Staatssekretär vor allem über die Umgehungsstraßenplanung. Wie er bei der Pressekonferenz herausstellte, werden neben der im vordringlichen Bedarf aufgeführten Südspange auch die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg untersucht. Letztere sind zwar nur als weiterer Bedarf eingestuft, es besteht aber trotzdem Planungsrecht. Ein Recht, von dem der Freistaat auch Gebrauch mache, machte Eck klar: „Wir dürfen planen und wir tun es auch.“

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