Bürgermeister Christoph Schmid präsentiert das neue Porträt von Olaf von Löwis, das Künstlerin Lea Wagner angefertigt hat..
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Bürgermeister Christoph Schmid präsentiert das neue Porträt von Olaf von Löwis, das Künstlerin Lea Wagner angefertigt hat.

Gemeinde entschuldigt sich bei Künstler

Der doppelte Löwis: Maler verwundert über Austausch des Porträts

  • Marlene Kadach
    VonMarlene Kadach
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Holzkirchen – Etwas gewundert hat sich Hans Mayr schon. „Es wurde nie etwas beanstandet“, sagt der Maler aus Kreuth. Dabei hätte er überhaupt kein Problem damit gehabt, sein Porträt von Olaf von Löwis noch etwas abzuändern. Die Marktgemeinde habe die Rechnung für das Gemälde auch umgehend bezahlt. Also dachte Mayr, dass alles in Ordnung mit dem Kunstwerk sei.

Umso überraschter sei er dann gewesen, als er vergangenes Jahr von der Zeitung erfahren hatte, dass sein Bild, das bereits im Sitzungssaal des Holzkirchner Rathauses gehangen hatte, kurzer Hand wieder entfernt wurde. Erstaunt hat ihn dann auch die verspätete Nachricht, dass sein Gemälde durch ein anderes ausgetauscht wurde.

Altes Porträt: Das Bild zeigt das Gemälde von Hans Mayer. Als Vorlage diente ihm ein unscharfes Foto (l.) von Olaf von Löwis.

Dabei hatte er sich so viel Mühe gegeben: „Ich habe Löwis’ Blick geöffnet und das Hollywood-Lächeln weggemacht und stattdessen die Mundwinkel nach oben gezogen“, erklärt Mayr. Denn erfahrungsgemäß gefiele Politikern so etwas. Vielleicht lag das Problem auch darin, dass Löwis als Einziger unter seinen Vorgängern mit Amtskette abgebildet war, mutmaßt Mayr.

Wie berichtet, ließ die Gemeinde 2020 ein Porträt des ehemaligen Holzkirchner Bürgermeisters und jetzigen Landrats Olaf von Löwis anfertigen. Das Bild sollte in die Bürgermeister-Galerie im Sitzungssaal einziehen, wo auch Löwis’ Vorgänger hängen. Nachdem der Marschaller Maler Albert Wieser, der das Konterfei des Altbürgermeisters Josef Höß angefertigt hatte, 2012 gestorben war, schaute sich die Gemeinde nach einem anderen Künstler um. Und kontaktierte Mayr.

Dieser nahm den Auftrag an. Weil Löwis viel unterwegs war, malte er ihn von einem Foto ab, das ihm das Rathaus gestellt hatte. Mayr erklärte der Gemeinde, dass das Foto unscharf sei. Ein neues bekam er aber nicht. Das Gemälde ist also unter schwierigen Umständen entstanden. Der Bauhof hängte es dennoch auf – und nach kurzer Zeit wieder ab. Weil aufgrund der schlechten Fotovorlage das Gemälde „eher unrealistisch“ wirkte, teilte die Gemeinde kürzlich mit. Das Rathaus suchte nach einer Alternative – und gab heuer im Sommer bekannt, dass die zwanzigjährige Künstlerin Lea Wagner ein neues Porträt von Löwis gemalt hatte. Bürgermeister Christoph Schmid und Löwis zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis.

Mayr ist inzwischen wieder versöhnt mit der Gemeinde. Eine Mitarbeiterin habe ihn angerufen und sich für das Vorgehen entschuldigt. „Ich habe die Entschuldigung gerne angenommen.“ Schließlich sei niemand vollkommen. Sein Löwis-Porträt liege wahrscheinlich in der Gemeinde, vermutet er. Immerhin habe sie es ja bezahlt. Über dessen Preis und die Kosten für Wagners Kunstwerk – es müssen ja beide Bilder bezahlt worden sein – schweigt die Gemeinde beharrlich. „Aus Datenschutzgründen“, heißt es aus dem Rathaus.

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