Josef Schlemmer, Schulleiter, vor der Fachoberschule (FOS) Holzkirchen.
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Josef Schlemmer, der scheidende Schulleiter, vor der Fachoberschule (FOS) Holzkirchen.

Schulleiter Josef Schlemmer im Abschieds-Interview

„Die FOS ist ein Erfolgsmodell“

Nach acht Jahren als Schulleiter der FOS Holzkirchen geht Josef Schlemmer in Pension. Im Interview spricht er über seine Zeit an der Schule, deren Aufbau er maßgeblich geprägt hat.

  • Der Leiter der Fachoberschule (FOS) Holzkirchen, Josef Schlemmer, geht in den Ruhestand.
  • Er hatte die Schule nach ihrer Gründung maßgeblich aufgebaut.
  • Über die Entwicklung spricht er im Interview.
  • "Ein Problem war, dass die Schule zu klein dimensioniert war", sagt er heute.

Holzkirchen – Nach acht Jahren als Schulleiter der Fachoberschule (FOS) Holzkirchen geht Josef Schlemmer am Ende des Schuljahres in Pension. Der gebürtige Niederbayer kehrt in seine Heimatstadt Mainburg (Landkreis Kelheim) zurück, wo seine Familie wohnt. Wir sprachen mit Schlemmer über seine Zeit an der FOS Holzkirchen, deren Aufbau er maßgeblich geprägt hat.

Herr Schlemmer, werden Sie die Fahrten nach Oberbayern vermissen, oder freuen Sie sich auf das Daheimsein?

Ich bin halt ein Mainburger, und jetzt geh ich wieder zurück. Vor Holzkirchen war ich ja in der FOS in Erding und bin da schon gependelt. Nach Holzkirchen bin ich dann immer sonntags gefahren und freitags wieder zurück. Hier gewesen zu sein, hat schon auch Vorteile. Wenn du abends im Büro sitzt, regt sich keiner auf, und du kannst dich voll auf die Schule konzentrieren. Jetzt ist es ein bisschen ruhiger, aber früher gab es schon Zeiten, da bin ich vor 21 Uhr nicht aus der Schule raus.

Eine Schule aufzubauen, ist immer eine Herausforderung

Josef Schlemmer, scheidender Schulleiter der FOS Holzkirchen

Wie erinnern Sie sich an die erste Zeit in Holzkirchen?

Vorher war ich stellvertretender Schulleiter an der damals neu gegründeten FOS in Erding. Ab August 2012 war ich dann in Holzkirchen und wieder in Containern. Denn die Schule war ja gerade erst neu gegründet, unser jetziges Schulhaus wurde erst noch gebaut. Es waren schöne Container, aber dann mussten wir schauen, dass wir das neue Schulhaus einrichten. Eine Schule aufzubauen, ist schon immer eine Herausforderung, gerade wenn man ein Schulgebäude errichtet.

Was waren denn solche Herausforderungen?

Ein Problem war, dass die Schule zu klein dimensioniert war, die Raumplanung war ja schon gelaufen als ich kam. Wir haben mit 360 Schülern angefangen, jetzt haben wir 650. Momentan sind wir räumlich voll ausgelastet, nutzen sogar zwei Gruppenräume und unseren Mehrzweckraum als zusätzliche Klassenzimmer. Jetzt ist eine große Herausforderung, dass wir Glasfaseranschluss bekommen, denn es bringt nichts, wenn ich aus 22 Klassenzimmern rausstreamen möchte, aber der Kanal zu eng ist. Sonst sind wir digital top, wir können sofort vom Präsenzunterricht zum Digitalunterricht umschalten.

Und was waren ihre persönlichen Höhepunkte?

Mein letztes Projekt war das grüne Klassenzimmer im Innenhof, das sehr schön geworden ist. Dann war ein Highlight, die Ausstattung der Schule so gestalten, dass es passt und zweckmäßig ist. In den ersten beiden Jahren hatten wir zum Beispiel keine Techniker-Schüler, weil wir keine Werkstätten hatten. Die haben wir dann geschaffen, obwohl der Prozess da hin beschwerlich war. Ein weiteres Highlight ist die Schulpartnerschaft mit der Fachoberschule in Auer (Südtirol). Es gibt einen Schüleraustausch, und Praktika werden da unten auch gemacht.

Wie sehen Sie denn die Zukunft der FOS als Schulart?

Die FOS ist ein Erfolgsmodell, denn weit über 40 Prozent der Abiturienten machen das Abitur an den beruflichen Oberschulen. Ich finde man muss nicht jeden Realschüler, der nicht so gut ist, aufs Gymnasium locken. Das ist eine schöne Alternative, aber manchmal schaffen sie es halt nicht. Bei uns auch nicht immer, aber bei uns ist die Bandbreite viel größer. Wir beraten, und dann entscheiden die Schüler selbst.

Und was wünschen Sie der FOS Holzkirchen für die Zeit nach der Ära Schlemmer?

Wir haben ein junges und engagiertes Kollegium, und ich wünsche der Schule, dass die Schulfamilie weiterhin so gut zusammenhält. Da ist mir aber um die Zukunft nicht bang, die machen das schon. Schön ist auch, dass mein Nachfolger mein jetziger Stellvertreter ist (Michael Hüttl, Anm.d.Red). Dem habe ich geraten, Praktika im Landratsamt und in der Gemeinde Holzkirchen zu machen. Man lernt die Abläufe und vernetzt sich. Insgesamt bin ich sehr dankbar, dass ich in Holzkirchen Schulleiter sein durfte.

Wie geht es jetzt für Sie persönlich weiter?

Ich habe in Mainburg alles, was mir wichtig ist. Ich will wieder etwas Sport machen und gesund abnehmen. Aber erst mal muss ich meine Holzkirchner Wohnung ausräumen und mache dann auch etwas Urlaub mit meiner Frau. Im FC Mainburg engagiere ich mich sicher auch wieder, ich bin ja Dritter Vorsitzender. Gerne komme ich ab und zu nach Holzkirchen, das meine zweite Heimat geworden ist.

Interview: Andreas Wolkenstein

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