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Landkreis-Bus weiter auf Tour: Impflinge werden jünger

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Pieks im Bus: Theresa Wetzl ließ sich gestern am Holzkirchner Marktplatz von Ärztin Walburga Kullmann das Biontech-Vakzin spritzen. Sie war eine von etwa zehn Jugendlichen, die das mobile Angebot nutzten.
Pieks im Bus: Theresa Wetzl ließ sich gestern am Holzkirchner Marktplatz von Ärztin Walburga Kullmann das Biontech-Vakzin spritzen. Sie war eine von etwa zehn Jugendlichen, die das mobile Angebot nutzten. © Thomas Plettenberg

Die Corona-Impfkampagne wendet sich verstärkt an Jugendliche. Am Montag empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung auch für Zwölf- bis 17-Jährige. Ein Signal, das rund um Holzkirchen nicht ungehört verhallte. Als am Mittwoch (18. August) der Landkreis-Impfbus in Holzkirchen Station machte, holten sich einige Jugendliche den ersten Pieks.

Holzkirchen – Isabel Nowak gibt sich zufrieden: Der Impfbus im Landkreis Miesbach werde gut angenommen, sagt die Assistenzärztin. Eigentlich arbeitet sie im Krankenhaus Agatharied. Doch am Mittwoch streifte sie nicht durch Klinikflure, sondern spritzte in der rollenden Impfstation des Landkreises die Corona-Vakzine von Moderna und Biontech. Und die gehen seit der Stiko-Empfehlung vom Montag vermehrt an Jugendliche. Auch gestern am Marktplatz wurden einige Familien vorstellig. Rund 20 Prozent der gut 50 Impflinge seien Jugendliche gewesen, schätzt Nowak.

Darunter waren Theresa (13) und Magdalena Wetzl (15) aus Valley. Die beiden Teenager wollten einen Beitrag zum Kampf gegen Corona leisten, erzählt Mutter Barbara. „Wir haben gelesen, dass die Stiko den Impfstoff freigibt und haben gleich gesucht, wo wir uns impfen können“, sagt die 40-Jährige. Und weil der Impfbus Station im benachbarten Holzkirchen machte, seien sie sofort losgefahren. „Das war total spontan“, sagt Wetzl.

Die Erziehungsberechtigten müssen unterschreiben

Vor allem für ihre ältere Tochter Magdalena sei die Impfung wichtig. „Sie möchte wieder auf Feste gehen und Freunde treffen“, berichtet Mutter Barbara. Eine Impfung schütze vor einer schweren Covid-Erkrankung; und es sei schließlich der einzige Beitrag, den man selbst leisten könne, um das Virus zu bekämpfen. Von der Impfbus-Idee ist Wetzl begeistert: „Ein super Angebot.“ Geimpft wurden die Schwestern mit Biontech.

Der Ablauf der Impfung ist derselbe wie bei Erwachsenen. Ein Merkblatt klärt über Wirkweise und mögliche Nebenwirkungen auf, unterschrieben wird es von einem Erziehungsberechtigten. Die Besucher des Impfbusses seien grundsätzlich sehr gut vorinformiert gewesen, berichtet Ärztin Nowak. Sie empfiehlt weiterhin, sich über die Internetseiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) oder der Stiko auf dem Laufenden zu halten.

Das hält auch Katrin Exner aus Otterfing für wichtig. Sie war mit Sohn Ludwig (13) an den Holzkirchner Marktplatz gekommen. „Ich habe alle meine Kinder immer nach den Stiko-Empfehlungen impfen lassen, das ist für mich die entscheidende Institution“, so Exner. Doch Ludwig muss noch warten, da er vor einer Woche eine andere Impfung bekommen hat. Ehe das Covid-Vakzin gespritzt werden kann, sollten drei Wochen vergehen. „Dann gehen wir einfach zum Hausarzt oder ins Impfzentrum nach Hausham“, zeigt sich Ludwig zuversichtlich.

Seine Brüder Konstantin (6) und Ferdinand (10) sind noch zu jung für die Impfung. Doch möglicherweise gibt es irgendwann auch für Kinder unter zwölf Jahren eine Empfehlung der Stiko. „Ich gehe davon aus, dass das kommt“, sagt Ärztin Nowak. Momentan habe man noch zu wenig Daten über Corona-Impfungen für Kinder unter zwölf Jahren. Den Einsatz mobiler Aufklärungs- und Impfteams an Schulen hält die Ärztin für möglich. „Aktuell kommen die Jugendlichen vor allem, wenn sie wissen, ihre Freunde sind auch geimpft“, hat Nowak festgestellt. Vielleicht schauen beim nächsten Halt des Impfbusses auch die Freunde von Theresa, Magdalena und Ludwig vorbei.

ANDREAS WOLKENSTEIN

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