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Glücklich über die Zeugnisse in ihren Händen sind fünf Flüchtlinge, die mit Unterstützung des Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ ihren Mittelschulabschluss gemacht haben.

Zeugnisse eröffnen Chancen

Diese fünf Flüchtlinge haben ihren Mittelschule-Abschluss 

Dank eines Projekts des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ haben nun fünf Flüchtlinge ihren ersten Abschluss in der Tasche und die Chance, eine Berufsausbildung zu beginnen. 

Holzkirchen – Endlich geschafft: Fünf hoch motivierte Asylbewerber haben jetzt ihre Mittelschulzeugnisse in Empfang genommen und sich damit die Chance erarbeitet, eine Berufsausbildung zu beginnen. Unterstützung bot der Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“.

Seit März erhielten die vier jungen Männer vier mal wöchentlich Unterricht in Deutscher Geschichte und Sprache, Geografie, Mathe, Englisch und Sachkunde. Mit viel Eifer haben sie sich auf die Prüfungen vorbereitet und strahlten vor Stolz, als sie die Zeugnisse in Empfang nahmen. Ebenso groß war die Freude bei den ehrenamtlichen Helfern und Lehrer, die sie beim Lernen unterstützt hatten.

Die fünf Flüchtlinge kommen aus Eritrea, Sierra Leone und Syrien und hatten hier ein gemeinsames Ziel, völlig unabhängig von ihren Herkunftsländern oder ihrer Religion. „Sie wollten alle einen Schulabschluss, damit sie eine Ausbildung beginnen können“, sagt Petra Winklmair, Initiatorin des Projekts. Sie ist besonders stolz auf die Schüler, da sie in nur wenigen Monaten so viel gelernt haben, wie manche andere Asylbewerber in eineinhalb Jahren. „Es war für die Lehrer schon eine Herausforderung, in so kurzer Zeit und nur abends den ganzen Stoff durchzubringen“, erklärt Grundschullehrerin Silke Endras. Die 46-Jährige war für die Fächer Geografie, Sachkunde, Erdkunde und Mathe zuständig. „Alle bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit und haben andere Lieblingsfächer. Schön zu sehen, dass alle engagiert, fleißig und pünktlich waren. Keiner hatte eine Null-Bock-Haltung“, berichtet Endras.

Das Projekt wurde von Petra Winklmair (49) ins Leben gerufen und war schon der zweite Durchlauf. Im vergangenen Jahr hatten acht Asylbewerber ihren Mittelschulabschluss bestanden. „Die Kosten – 2000 Euro – hat der Verein übernommen. Die Lehrer unterrichteten in der Schülerhilfe am Marktplatz. Die Raummiete war zum Glück niedrig“, erklärt Winklmair. Englischlehrer Bernard Brown (71) war sichtlich gerührt, als seine Schüler die Zeugnisse entgegennahmen. „Diese jungen Männer sind zu uns gekommen, es ist wichtig, dass wir ihnen helfen. Ich habe daheim mit meiner Frau Erika unterrichtet. Die Jungs haben schnell gelernt und es waren immer gesellige Abende“, erinnert sich Brown.

Einer der Schüler ist Tesfaldet (27) aus Eritrea. Vor allem Mathe machte ihm Spaß. „Ich möchte nächstes Jahr eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen. Ich bin sehr dankbar, dass die Menschen hier alle so nett sind und uns helfen wollen“, sagt er. Sein Mitschüler Campos (32) aus Sierra Leone war Klassenbester. Er könnte sofort eine Lehre als Altenpfleger im Altenstift St. Anna beginnen. Leider jedoch hat der fleißige Mittelschulabsolvent momentan keine Bleibegenehmigung. Auch Mostafa (22) aus Syrien nahm erfolgreich an den Prüfungen teil. „Ich arbeite gerade in Autohaus Fellner und würde gerne eine Ausbildung beginnen. Ich bin sehr gerne in Deutschland“, erklärt er. Sobald sich eine weitere Gruppe motivierter Asylbewerber findet, geht das Projekt in die dritte Runde. „Wir Lehrer sind bereit, die Arbeit mit den Asylbewerbern macht unheimlich viel Spaß“, schwärmt Endras. „Vor allem zu sehen, wie sie sich untereinander helfen und für einander da sind.“

Kathrin Suda

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