Messfahrzeug mit Kameras auf dem Dach
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Ein Messfahrzeug ist mit Kameras und Sensoren ausgestattet und erfasst Straßendaten

Arbeitsabläufe sollen effizienter werden

Digitaler Zwilling: Messfahrzeug erfasst Straßendaten in Holzkirchen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Ein Messfahrzeug erfasst derzeit sämtliche Straßendaten in der Marktgemeinde. Damit diese dem Rathaus digital zur Verfügung stehen.  

Holzkirchen – Ein orange-silbernes Messfahrzeug mit Kameras auf dem Dach fährt seit Mittwoch durch die Marktgemeinde. Und es wird sicherlich vielen Bürgern auffallen. Ziel und Sinn dieser Fahrten sei die digitale Erfassung von Straßendaten, informiert die Gemeinde in einem Pressebericht.

Der Berliner Technologieanbieter eagle eye technologies wurde in Zusammenarbeit mit der Firma RIWA beauftragt, die Straßenzustandsdaten genau aufzunehmen und optisch zu erfassen. „Anschließend werden diese für die Gemeinde aufbereitet“, heißt es in dem Schreiben. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Projekt Strategiekonformes Multimodales Routing (SATURN) im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND.

Die Befahrung ist Teil des Förderprojektes und diene der Gemeinde zum Aufbau eines digitalen Straßenkatasters. „Mithilfe des erstellten digitalen Zwillings von Holzkirchen kann die Gemeindeverwaltung ihre Straßeninfrastruktur gezielter verwalten, planen und sanieren.“ Um das Straßennetz funktionsfähig und sicher zu erhalten, seien fortlaufend Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich. „Damit Mittel optimal eingesetzt werden, will der Markt diese Aufgaben auch zukünftig auf Basis der zu erfassenden Zustandsdaten planen“, schreibt das Rathaus.

Für eine strukturierte Planung aller Ressourcen benötigt die Kommune detaillierte Infrastrukturdaten, die nun erfasst werden. Dazu nimmt ein spezielles Fahrzeug die kommunalen Straßen und Wege genau auf. Durch die Möglichkeit zur genauen Vermessung des Straßenraums anhand der Bilddaten würden Arbeitsabläufe effizienter und die erfolgreiche Digitalisierung der Verwaltung unterstützt. Das sind wichtige Argumente für die Kommune: „Wir sind bestrebt, bei der Erfassung möglichst viele Fachdaten für unsere Gemeinde zu generieren“, betont Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). „Gleichzeitig legen wir Wert auf eine sehr gute Datenqualität, denn nur so können wir die Ergebnisse vielseitig und sinnvoll verwenden.“

Die Erfassung geschehe, wie der Firmenname „eagle eye“ andeutet, buchstäblich mit Adleraugen: Die Fahrzeuge sind laut Gemeinde mit speziellen Sensoren ausgestattet, die die Straßenflächen während der Befahrung erfassen. Zahlreiche Kameras arbeiten gleichzeitig und nehmen auch die Verkehrsanlagen auf. Die Daten dienen ausschließlich zu internen Zwecken, also für die Dokumentation der kommunalen Verkehrsinfrastruktur. „Bei der Datenerfassung werden persönliche Bilddaten so wenig wie möglich erfasst“, heißt es. Generell filme man hauptsächlich zu verkehrsarmen Zeiten und auf Flächen mit geringem Personenaufkommen. „Eine Zuordnung persönlicher Daten zu den aufgezeichneten Aufnahmen erfolgt in keinem Fall“, betont die Gemeinde.

Die Datenaufnahme ist wetterabhängig und dauert wenige Tage. Im Ergebnis erhält die Verwaltung exakte Zustandsdaten aller Straßen. Die Daten fließen in das örtliche Geoinformationssystem von RIWA ein.

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