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Mehr als ein nörgelnder Noagerlzuzler: Django Asül spielt auf der Bühne mit charakteristischen Typen.

Star-Kabarettist im Oberbräu-Festsaal

Django Asül: Selbst in der Übungsphase ein Hochkaräter

Holzkirchen – Weit im Vorfeld war der Oberbräu-Festsaal in Holzkirchen ausverkauft. Django Asül hat mit der Oberbayern-Premiere seines neuesten Programms „Letzte Patrone“ das Publikum nicht enttäuscht.

Der Star-Kabarettist Django Asül hatte vorgewarnt: „Der April ist für mich der Testmonat.“ So stand er da bei seinem ersten Auftritt in Holzkirchen, einen Packen Manuskripte in Händen, und wurde schon mit Beifall überschüttet, noch ehe er die erste Patrone abgefeuert hatte. Die Chemie stimmte gleich. Ein Django Asül ist eben selbst in der Übungsphase ein Hochkaräter. 

Der Rote Faden des gut zweistündigen Abends: Demografisch wird die deutsche Gesellschaft jedes Jahr um einige Tage älter – während er selbst nicht nur einige Tage sondern ein ganzes Jahr altert – dem Lauf der Zeit quasi mit Turbo vorauseilt. Ein Plan muss her, um die verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen. Was tun, wenn er sich nach diesem, seinem sechsten Soloprogramm mit 48 zur Ruhe setze? Er wolle mehr für die Gemeinschaft tun, richtig was mit Mehrwert. Der Kindheitstraum Feuerwehr scheide wegen der zeitlichen Unberechenbarkeit aus. In die engere Wahl kamen die Gründung einer mit einer eisernen Pfeffermühle ausgerüsteten Bürgerwehr sowie der Beitritt zum Krieger- und Veteranenverein daheim im niederbayerischen 7000-Einwohner-Ort Hengersberg, in dem „selbst die Peripherie zentral ist“. 

Mit seinen Betrachtungen zur aktuellen Politik fordert er sein Publikum derweil durchaus, lässt es manchmal etwas ratlos schweigen, ehe es sich bei den paar Kalauern im zweiten Teil dankbar amüsiert. Flüchtlingspolitik, rechte Tendenzen – das sind keine Schenkelklopfer. Und bisweilen bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wenn Asül mit geschlossenen Lidern und hochgezogenen Brauen den Hans vom Seniorenstammtisch gibt, der Asylsuchende mit Schnitzeln vergleicht: nach dem fünften müsse man sich übergeben, auch wenn man es prinzipiell möge. „Nur weil i nix gega was hab, muass’ no lang ned da sei!“ 

Richtig gut tut da die Gegenfigur, der Neffe vom Hans, den man täglich mit der Süddeutschen und philosophischen Gedanken nachhängend, im Café antrifft. Oder der türkische Freund seines Vaters, der in einem Türkisch-Singsang die große Weltpolitik auf den Alltag herunterbricht.  Zwischendrin zum Luftholen immer wieder Stücke aus seiner Kindheit, als man noch nicht aus Prestigegründen aufs Gymnasium musste. 

Am Ende lässt Django Asül ein begeistertes Publikum zurück, schreibt jede Menge Autogramme und wird für das ein oder andere Erinnerungsfoto abgelichtet.

Von Heidi Siefert

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