Regionales rund um die Uhr: Stefanie Huber vor der „Schmankerlhütte“ am Eichnerhof in Holzkirchen. Dort gibt es regionale und hofeigene Produkte im Automaten. Am Montag ist sie dort auch im Fernsehen zu sehen., gedreht wurde im Okober.
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Regionales rund um die Uhr: Stefanie Huber vor der „Schmankerlhütte“ am Eichnerhof in Holzkirchen. Dort gibt es regionale und hofeigene Produkte im Automaten. Am Montag ist sie dort auch im Fernsehen zu sehen, gedreht wurde im Oktober.

Amtierende deutsche Juniorenmeisterin

Dreharbeiten am Eichnerhof: Holzkirchnerin kommt als Hauswirtschafterin ins Fernsehen

  • vonKatrin Hager
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Zur Hauswirtschaft kam Stefanie Huber (24) erst auf Umwegen – aber mit Erfolg: Sie ist amtierende deutsche Juniorenmeisterin. Das Fernsehen hat sie nun auf dem Eichnerhof in Holzkirchen besucht.

Holzkirchen – Nein, aufgeregt sei sie nicht. Sorgen mache ihr allenfalls, ob sie ihre Haare einigermaßen hinbekommt, erzählt Stefanie Huber lachend – da geht es ihr wie so vielen mit Kurzhaarfrisur, die seit zweieinhalb Monaten nicht zum Friseur konnten. Im Oktober war die Frisur noch kein Thema: Da kam ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks zu Huber. Die 24-Jährige ist am Montag als seit 2019 amtierende deutsche Juniorenmeisterin der Hauswirtschaft im BR-Fernsehen zu sehen, abends in einem Beitrag der Sendung „Heimat der Rekorde“, nachmittags als Gast in der Live-Sendung „Wir in Bayern“.

Die 24-Jährige kommt ursprünglich aus Otterfing und wohnt inzwischen bei ihrem Freund Marinus und seinen Eltern Barbara und Franz Eichner auf dem Eichnerhof in Holzkirchen, an der Wilhelm-Liebhaber-Straße, kurz bevor es Richtung Roggersdorf aus dem Ort geht. Auf dem Hof ist sie überhaupt zur Hauswirtschaft gekommen.

Im alten Job hat sie das Praktische vermisst - und fing nochmal bei Null an

„Eigentlich hat meine Familie mit Hauswirtschaft oder Landwirtschaft nichts zu tun, nur die Oma war auf der Hauswirtschaftsschule, wie viele Frauen in ihrer Generation.“ Huber hat zunächst Automobilkauffrau gelernt, hatte einen unbefristeten Vertrag, einen sicheren Job. „Ich habe das gern gemacht“, sagt sie heute. Aber irgendwie hat sie am Schreibtisch das Praktische vermisst. Da ihre „Schwiegermama“ Barbara Eichner Hauswirtschaftsmeisterin ist und ihr Freund Marinus seinen Landwirtschaftsmeister machen will, kam sie auf die Hauswirtschaft.

Leicht fiel ihr die Entscheidung nicht, wieder bei Null anzufangen. „Wenn man schon gutes Geld verdient und dann ja seine fixen Ausgaben hat, ist das nicht so einfach, nochmal die Schulbank zu drücken und nichts zu verdienen“, sagt sie. „Aber ich hatte mir Geld auf die Seite gelegt, und meine Eltern haben mich voll unterstützt.“ Also wieder Ausbildung, diesmal Hauswirtschaft. Inzwischen setzt Huber schon die Fortbildung zur Betriebswirtin für Ernährungs- und Versorgungsmanagement drauf.

Direktvermarktung rund um die Uhr: am Hofladen-Automaten

Daheim kann sie die Fertigkeiten gut gebrauchen, bei der hofeigenen Produktion zum Beispiel vom „Hölzl-Hit“, einem Apfel-Balsamico-Gelee, wie im Fernsehbeitrag zu sehen ist. Der Eichnerhof setzt seit August nämlich auf eine besondere Form der Direktvermarktung: In der „Schmankerlhütte“ direkt an der Hofzufahrt kann die Kundschaft nicht nur Milch vom Hof zapfen, sondern auch Marmeladen, Aufstriche und Liköre aus eigener Produktion, Käse und Topfen aus eigener Milch oder Wurstwaren vom eigenen Rindfleisch kaufen. Alles rund um die Uhr verfügbar im Automaten.

„Das kommt gut an“, verrät Huber. Vor allem an Feiertagen und Wochenenden. Manche nehmen sich zum Beispiel bei einem Spaziergang gleich die Frühstückseier mit. Die Anonymität, die mancher vielleicht als Manko sehen könnte, weiß die Kundschaft durchaus zu schätzen: „Da können sie in Ruhe alles anschauen, ohne dass ihnen wer über die Schulter schaut.“ So selbstverständlich wie früher gehen heute nicht mehr alle auf Bauernhöfe, um sich dort Milch oder anderes direkt zu holen. Solche Hemmungen hat beim Automaten niemand. „Wir haben ein Gästebuch ausliegen, da kommt viel positive Resonanz“, erzählt Huber. „Das freut einen, das ist wirklich schön zu lesen.“

Der Schritt aus dem sicheren Job noch einmal zurück in die Ausbildung hat sich für Stefanie Huber gelohnt. „Ich habe das Richtige gefunden“, sagt die 24-Jährige. „Ich bereue das keine Sekunde.“

Die Sendungen mit Stefanie Huber sind am Montag, 18. Januar, im BR Fernsehen zu sehen: „Wir in Bayern“ von 16.15 bis 17.30 Uhr und „Heimat der Rekorde“ von 20.15 bis 21 Uhr, danach in der BR-Mediathek.

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ag

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