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Drei Stromfresser haben ausgedient: Uralte Kühlschränke bescheren Besitzern Gutscheine für Neugeräte

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Finanzspritze für ein neues Haushalts-Mitglied: Im HEP fand die Gutschein-Übergabe an die Gewinner des Wettbewerbs „Stromfresser gesucht“ statt. Unser Bild zeigt (v. l.) Uli Birnbeck (Gemeindewerke), Lena Pawlovsky (2. Preis), Hans Fanea (Expert). Christine Stahnke (1. Preis), Bürgermeister Schmid und Thomas Wieser (3. Preis). Jedes Jahr über 120 Euro Strom sparen
Finanzspritze für ein neues Haushalts-Mitglied: Im HEP fand die Gutschein-Übergabe an die Gewinner des Wettbewerbs „Stromfresser gesucht“ statt. Unser Bild zeigt (v. l.) Uli Birnbeck (Gemeindewerke), Lena Pawlovsky (2. Preis), Hans Fanea (Expert). Christine Stahnke (1. Preis), Bürgermeister Schmid und Thomas Wieser (3. Preis). Jedes Jahr über 120 Euro Strom sparen © Thomas Plettenberg

Sie kühlen seit 40 Jahren und länger, sind aber längst zu teuren Stromfressern geworden: Drei Kühlschränke der Baujahre 1978, 1980 und 1984 „gewannen“ jetzt einen Holzkirchner Umwelt-Wettbewerb. Die Besitzer mustern sie aus und bekamen dafür Gutscheine für Neugeräte.

Holzkirchen – Thomas Wieser steht im Elektrofachmarkt Expert im Holzkirchner Einkaufszentrum HEP und freut sich über einen Kühlschrankgutschein im Wert von 200 Euro. Gerade hat er sich von seinem alten Kühlschrank getrennt, ein fast museumsreifes Exemplar aus dem Jahr 1980. Viele Jahre hatte Wieser das Gerät in seiner Garage stehen und darin sein Bier gekühlt.

Der Kühlschrank würde heute noch dort stehen, hätte Wieser nicht von einem Wettbewerb der besonderen Art erfahren: Die Standortförderung der Marktgemeinde, die Gemeindewerke und die Firma Expert suchten im Rahmen der Kampagne „Holzkirchen umweltbewusst“ den ältesten Kühlschrank des Ortes. Die Kampagne zielte darauf ab, alte Stromfresser durch energieeffizientere – und damit umweltfreundlichere – Geräte zu ersetzen. Wer besonders alte Kühlschränke präsentierte, wurde mit Gutscheinen für den Kauf eines neuen Geräts belohnt.

Der Beweis stand in einem alten Katalog

„Überwiegend waren Kühlschränke aus den 1990er Jahren dabei, die also schon gut 30 Jahre alt sind“, berichtete Standortförderin Elisabeth Zehetmaier bei der Vorstellung der Gewinner. Insgesamt 22 Geräte gingen ins Rennen. Thomas Wieser schaffte es auf Platz zwei. Es sei gar nicht so einfach gewesen, das Alter des Kühlschranks herauszufinden: „Das Alter stand nirgends. Es bestimmen zu lassen, wäre mir zu teuer gewesen“, erzählte er. Der Zufall half. Ein befreundeter Servicetechniker fand einen alten Katalog, „und in dem war dann genau mein Kühlschrank“.

Christine Stahnke kam in Begleitung ihres Mannes zur Siegerehrung. Ihr Kühlschrank holte den Sieg. 43 Jahre hat das Gerät auf dem Buckel, Zeit seines Leben stand es in der Vorratskammer. Stahnke hatte das Siemens-Gerät seinerzeit von ihrem Vater geschenkt bekommen. Der war einst für den Hersteller tätig gewesen und hatte von einem Mitarbeiterrabatt profitiert. Nun freuen sich die Stahnkes über einen 400-Euro-Gutschein. Gleich nach der Übergabe im HEP hielten sie im Fachgeschäft Ausschau nach einem würdigen Nachfolger.

Neue Kühlschränke sparen über 120 Euro Stromkosten im Jahr

„Ohne die Aktion wäre ich nie darauf gekommen, meinen Kühlschrank auszutauschen“, erzählte Lena Pawlovsky. Die junge Frau ist Drittplatzierte – und durfte ihren Kühlschrank aus dem Jahr 1984 gegen einen 100- Euro-Gutschein für einen Neuen der Energieeffizienzklasse A eintauschen. Das Familienerbstück war immer noch funktionstüchtig. Pawlovsky sah deshalb lange keinen Grund, ihn auszutauschen. Dass dieser Kühlschrank, verglichen mit einem modernen Artgenossen, das Fünffache an Strom verbraucht, war ihr nicht bewusst. Ältere Kühlschränke zählen zu den größten Stromfressern im Haushalt, ein Austausch lohnt auch vor dem Hintergrund steigender Energiepreise.

Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) übergab die Gewinngutscheine persönlich. Wie er so in der Kühlschrank-Abteilung stand, wirkte er, als würde er selbst gern Kühlschränke verkaufen. „Wir wollen mit der Aktion zum Nachdenken anregen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun“, sagte er. Vergleiche man den jährlichen Stromverbrauch des 43 Jahre alten Gewinnerkühlschranks mit dem eines neuen Geräts mit hoher Energieeffizienzklasse, werde schnell deutlich: „Man kann hier über 120 Euro sparen – und das jedes Jahr.“ Außerdem kündigte er an: „Das war nicht die letzte Aktion dieser Art.“

ANNA SEIDL

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