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Archivar Hans Widmann mit seinem Schmuckstück.

Museumsserie „Mein Schmuckstück“

Ein Blick ins Holzkirchner Archiv: Geheimnisvolle Dokumente

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Im Holzkirchner Gemeindearchiv schlummern kuriose Dokumente. Archivar Hans Widmann zeigt seine Lieblingsstücke und verrät das Geheimnis, das sie verbergen.

Holzkirchen – Gerade mal 20 Quadratmeter ist das Archiv der Gemeinde Holzkirchen groß, und dennoch enthält es bemerkenswerte Fundstücke: beispielsweise ein Holzstück mit einer aufschlussreichen Aufschrift. Und die Geburtsurkunde einer Frau, die in einem Eisenbahnwaggon am Holzkirchner Bahnhof geboren wurde.

Archivar Hans Widmann zeigt seine Schätze

„Die Mutter wollte offensichtlich mit dem Zug von München nach Bad Aibling fahren, hat es aber nicht mehr ganz geschafft“, erläutert Archivar Hans Widmann. Da ihn der Fall interessierte, begann er zu forschen. Was er bislang herausfand: Das Kind hieß Anna Maria Schloßer, wurde am 7. Mai 1906 geboren und verstarb 1996 in München. Widmann würde gerne mehr herausfinden, doch er scheiterte bislang am Münchener Standesamt. „Da hängt man ewig in der Warteschleife.“ Es sei ohnehin unklar, ob die Behörde weitere Daten herausgibt, „da ich mit der Frau ja nicht verwandt bin“.

Das besondere Fundstück Nummer zwei im Holzkirchner Archiv ist ein Holzbalken aus dem ehemaligen Haselbräu, der aus dem Jahr 1771 stammt. Die Handwerker würdigen mit einer Inschrift Bauherr Lorenz Irmair, von dem sie Arbeit und Geld bekommen haben. „Dass Handwerker damals was zu essen bekommen haben, war etwas Besonderes“, sagt der Archivar. „Das war eine Not, die sich heute gar keiner mehr vorstellen kann.“

Während der Abbrucharbeiten am Haselbräu entdeckte ein Schreiner durch Zufall das Brett. Er schnitt es mit einer Kreissäge heraus und vermachte es dem Holzkirchner Archiv. „Gott sei Dank“, sagt Widmann. Momentan befindet sich das Brett allerdings nicht im Gemeindearchiv – aus Anlass der 1111-Jahr-Feier wurde es in den Eine-Welt-Laden ausgelagert.

Das Holzkirchner Gemeindearchiv und seine Geschichte

Das Archiv der Gemeinde Holzkirchen befindet sich im Keller des Rathauses und ist etwa 20 Quadratmeter groß. Archivar ist Hans Widmann. Der heute 69-Jährige arbeitete einst als Chef-Ingenieur bei einem Raumfahrt-Unternehmen und entwickelte die Bord-Computer für Satelliten. „Ich hatte mein ganzes Leben mit Technik zu tun. Als ich in den Ruhestand gegangen bin, wollte ich mal was anderes machen“, sagt Widmann. Er entschied sich für Familien-Forschung. Im Münchner Staatsarchiv lernte er den Kreis-Archivpfleger kennen, der ihn als Archivar nach Bad Wiessee vermittelte. Etwas später übernahm Widmann auch noch den Posten in seiner Heimatgemeinde. „Wir bräuchten hier mehr Platz“, sagt Widmann, der die vorhandenen Unterlagen in nächster Zeit in seinem Computer erfassen möchte.

Das sind die Öffnungszeiten des Holzkirchner Gemeindearchivs

Geöffnet ist das Holzkirchner Gemeindearchiv montags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr.

Zu dieser Serie: Jede Gemeinde hat ihre Schmuckstücke. Besondere Gegenstände, die in Heimatmuseen ausgestellt werden, in Kirchen zu sehen sind oder manchmal auch in Archiven schlummern. Wir haben uns auf die Suche gemacht und stellen in den kommenden Wochen die Schätze und ihre Hüter vor.

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