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Fahrer? Fehlanzeige: In Bad Birnbach ist bereits ein fahrerloses Busshuttle im Einsatz. Autonomes Fahren dürfte in den kommenden Jahren an Bedeutung für den ÖPNV gewinnen – die Marktgemeinde Holzkirchen will sich darauf vorbereiten.

Der Plan ist fest gefasst - trotz Hürden

Fahrerlose Busse? Holzkirchen bleibt dran

Busse, die automatisch durch Innenstädte manövrieren und den Individualverkehr damit dort obsolet machen: Ja genau - das hat Holzkirchen wirklich vor - trotz aller Hindernisse.

Holzkirchen Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass man auf Vermessungs- und Lenkkünste des automatischen Parkassistenten setzt, wenn’s an der Parklücke mal knapp zugeht? Vermutlich die wenigsten. Heute gehört das in modernen Serien-Automodellen gegen Aufpreis zum Alltag. Und das dürfte erst der Anfang sein. Auch wenn es gleichzeitig Warnungen etwa vor Hackerangriffen oder allzu viel Sorglosigkeit gibt, zeichnet sich ab, welches Potenzial autonomes Fahren in Zukunft haben dürfte. Und die ist vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt. Der technikaffine Gemeinderat Erdal Karli ( FWG) hatte deshalb zur jüngsten Sitzung des Gremiums zwei Anträge gestellt, damit der Markt Holzkirchen bereit wird für diese Zukunft.

Denn in der Marktgemeinde stehen ohnehin Weichenstellungen in Sachen Verkehr an, wenn die Umsetzung des Mobilitätskonzepts Fahrt aufnimmt. Der rechte Zeitpunkt also, eine technische Revolution, die sich abzeichnet, einzurechnen. Karli beantragte, das Thema autonome Mobilität in das Konzept aufzunehmen und die Umgebungsvariablen für den Einsatz fahrerloser Transportmittel für den öffentlichen Personennahverkehr – also etwa Busse – zu ermitteln.

Der Gemeinderat stimmte Karlis Anträgen jeweils einstimmig zu. Er sei dankbar für diese Anträge, betonte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Man wolle die Thematik autonomes Fahren „parallel und ergänzend“ zur Weiterentwicklung des Mobilitätskonzepts aufnehmen. „Das Konzept wird Jahre dauern es umzusetzen“, sagte Karli. „Und die Hersteller arbeiten mit großem Druck an der Entwicklung von Systemen.“ FWG-Sprecherin Birgit Eibl pflichtete ihm bei: Ralf Kaulen, den die Marktgemeinde mit Entwicklung und Begleitung des Mobilitätskonzepts betraut hatte, „hat damals gesagt: Wenn autonomes Fahren kommt, müssen wir komplett umdenken.“

Natürlich ist vieles derzeit noch in der Schwebe, das räumt auch Karli ein. „Wir müssen auch vermeiden, zu früh auf die falsche Technik zu setzen“, warnte er in der Gemeinderatssitzung. Denn welche Technik sich etwa bei den Sensoren durchsetzen wird, ob sich autonome Fahrzeuge zum Beispiel an speziellen Linien auf der Fahrbahn entlangtasten werden oder derlei gar nicht mehr brauchen werden – niemand weiß es. Karli ging deshalb selbst ein wenig vom Gas: Für einen eigenen Ausschuss, den er erst angedacht habe, sei es momentan noch zu früh. „Wir sollten im Orts- und Verkehrsplanungsausschuss dahinter bleiben und das Thema mit dem Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland weiterverfolgen“, appellierte er. 

Sein Fraktionskollege Hubert Müller schlug vor, zu eruieren, ob ein Pilotprojekt mit der Deutschen Bahn denkbar wäre, die in Bad Birnbach ein selbstfahrendes Bus-Shuttle im Einsatz hat, das mit 15 km/h zwischen Bahnhof und Therme pendelt. Vielleicht, meinte Karl Bär (Grüne), könne man wegen Pilotprojekten mit Bosch sprechen, das im Gewerbegebiet bei Föching ohnehin mit einem Entwicklungszentrum sitzt.

Katrin Hager

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