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Stimmige Atmosphäre, aber schnell zu klein: Die Kapazität des Oberbräu-Festsaals – unser Bild zeigt eine Senioren-Adventsfeier – reicht manchen Veranstaltern nicht. Der Ruf nach einem größeren Saal wird lauter.

Wunsch nach neuer Multifunktionshalle

Eine Arena für die großen Partys: So könnte die Lösung aussehen

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Wollen sich in Holzkirchen mehr als 400 Menschen versammeln, wird’s schnell eng. Dem Ort fehlt eine große Veranstaltungshalle. Eine Idee, wie das Problem zu lösen wäre, gibt es bereits.

Holzkirchen Der Oberbräu Festsaal ist zweifellos ein Prachtstück. 400 Besucher finden dort Platz bei klassischer Konzertbestuhlung, betischt sinkt die Kapazität auf 250. Mehr geht nicht.

„Es kommt vor, dass wir Veranstaltern deswegen absagen müssen“, sagt Ingrid Huber, Geschäftsführerin des Kultur im Oberbräu. Abiturfeiern etwa, die Platz brauchen für 600 bis 800 Leute mit Tanzfläche, oder bekanntere Kabarettisten wie Martina Schwarzmann oder Monika Gruber, „denen ist unser Saal zu klein“, sagt Huber. Größere Empfänge von Firmen oder Wirtschaftsverbänden haben gern einmal 600 Gäste und mehr – in Holzkirchen unmöglich. Die katholische Pfarrei weicht für ihre Kircheneinweihung am 18. März in die Turnhalle der Realschule und der Quirin-Regler-Grundschule aus. „Das geht nur ausnahmsweise“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis, und auch er weiß: „Der Bedarf für eine größere Mehrzweckhalle ist sicher da.“ Zumal im Oberbräu-Saal auch der Lärmschutz größere Events verbiete.

Das ist Wasser auf die Mühlen des Fördervereins Eis- und Mehrzweckhalle Holzkirchen, der sich vor einem halben Jahr gegründet hat. Dem Verein geht es vordringlich um den Bau einer modernen, überdachten Eisarena. Vorsitzender Josef Wochinger wird allerdings nicht müde, auf die Möglichkeiten einer Multifunktionshalle hinzuweisen. Eine Arena mit Tribünen schwebt ihm vor, geeignet für 700 bis 2000 Besucher, mit veränderbaren Kapazitäten und variablen Bühnen. „Das lässt sich so bauen, dass die Atmosphäre immer stimmt“, sagt Wochinger; die Umbauzeit könne kurz gehalten werden. „Drei Stunden nach einem Eishockeyspiel hat man schon wieder eine Partyfläche.“

Um für Konzerte attraktiv zu sein, müsse sehr auf die Akustik geachtet werden. „Das haben die Tölzer in ihrem neuen Eisstadion versäumt“, sagt Wochinger. Er ist sich sicher, dass sich eine moderne Multifunktionsarena – idealerweise entstehen sogar zwei Hallen, eine größere und eine kleinere – gut vermarkten lässt. Nicht nur für Eissport, sondern auch für Messen, Firmenfeiern und Konzerte.

Mit Kultur allein lasse sich so eine Halle nicht auslasten, stellt Huber klar. Mehr als jährlich zwei bis drei zugkräftige Großveranstaltungen mit Einzelkünstlern seien schwer zu organisieren. Es gebe aber sicher ein Potenzial für Messen, Handwerks-Präsentationen, Hochzeiten oder Abifeiern. „Mit einem überlegten Konzept ließe sich das schon füllen.“ Durchaus denkbar sei, dass die gemeindeeigene Kultur- und Bürgerhaus GmbH die Vermarktung einer solchen Arena mit übernimmt. „Wir haben die Kontakte, die Infrastruktur wäre da“, sagt Huber, ergänzt aber: „Ohne zusätzliches Personal funktioniert das nicht.“

Löwis kündigte an, dass sich die Marktgemeinde Gedanken mache, wo und wie so eine Multifunktionsarena verwirklicht werden könne. Unweit der Geothermie in der Alten Au verfüge man etwa über Flächen. Angesichts der Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro (und mehr) warnte er aber vor allzu großer Euphorie. „Man muss realistisch sein.“ Schneller könnte es gehen, wenn ein privater Investor einsteigt. „Auch in diese Richtung denken wir“, sagte Löwis.

avh

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