Mit Masken und Abstand: 80 geladene Gäste verfolgten in der Segenskirche den Einführungsgottesdienst für die Pfarrer (v. v. l.) Ulrike und Matthias Lorentz.
+
Mit Masken und Abstand: 80 geladene Gäste verfolgten in der Segenskirche den Einführungsgottesdienst für die Pfarrer (v. v. l.) Ulrike und Matthias Lorentz.

Einführungsgottesdienst in Segenskirche

Auftakt mit Fußwaschung: Pfarrer-Ehepaar will einfühlsam auf Gläubige zugehen

Wie groß ihr Wirkungskreis ist, dafür bekamen die neuen evangelischen Pfarrer der Kirchengemeinde Holzkirchen schon im Vorfeld ein gutes Gefühl: 160 Kilometer lang war die Fahrt, führte durch sieben Gemeinden. Am Sonntag wurden Ulrike und Matthias Lorentz in der Segenskirche feierlich in ihre Ämter eingeführt.

Holzkirchen – Corona-karg, aber festlich-warmherzig fiel der Empfang aus: Am Sonntagnachmittag trat das Pfarrer-Ehepaar offiziell seine drei neuen Stellen an. Während Ulrike Lorentz (53) die Geschäftsführung und die seelsorgerliche Betreuung in Holzkirchens Süden und Westen sowie in Valley übernimmt, ist ihr Mann Matthias (54) als Dritter Pfarrer für den Sprengel Holzkirchen-Ost/Warngau halbtags zuständig und besetzt die Halbtagsstelle als Religionspädagoge.

Am meisten freute sich wohl Zweiter Pfarrer Peer Mickeluhn über die Verstärkung. Nach „sauanstrengenden“ Vakanz-Monaten mit überreichlich Mehrarbeit kann er jetzt durchatmen. Er ließ die neuen Kollegen nach deren Abschied von Röttenbach (bei Erlangen) in Ruhe nach Holzkirchen umziehen und absolvierte mit ihnen nur die 160-Kilometer-Fahrt um die sieben politischen Gemeinden des Kirchensprengels.

Holzkirchen ist die größte Gemeinde im Dekanat Bad Tölz

Mit 4500 Gläubigen sei Holzkirchen die größte Kirchengemeinde im Dekanat Bad Tölz, unterstrich Stellvertretender Dekan Florian Gruber aus Wolfratshausen, der die Einführungshandlung vornahm. Die Segenskirche wäre bei einem solchen Anlass voll gewesen, die Lockdown-Beschränkungen ließen jedoch nur etwa 80 geladene Gäste zu. Zur Orgelbegleitung von Susanne Meyer durften nur stumm die Liedtexte vom Blatt studiert werden.

Miesbachs Pfarrerin Anika Sergel-Kohls verlas die Bestallungsurkunden, die Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm unterzeichnet hatte. Wie Gruber betonte, kämen zwei hoch motivierte Pfarrersleute in eine anspruchsvolle Gemeinde, die von vielen selbstbewussten Ehrenamtlichen getragen werde.

In ihrer Einführungspredigt unterstrichen die Neuen, dass sie schwungvoll und einfühlsam auf die Gläubigen zugehen wollen. Die vorösterliche Fußwaschung hatte Matthias Lorentz vergeblich in den Vormittagsgottesdiensten in Holzkirchen und Sauerlach angeboten. Nun vertraute Ina von Hunoltstein dem symbolischen Dienst des Pfarrers, trotz des kalten Wassers. Abschließend griff Matthias Lorentz zur Gitarre und sang der Gemeinde mit Frau Ulrike ein Lied. Mehr Informationen über die neuen Pfarrer finden Sie hier.

Kirchenvorstand schenkt ein „Überlebenspaket“

Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid freute sich, dass wieder jemand da sei, „der die Menschen in dieser Zeit des körperlichen Abstands zumindest seelisch berührt“. Der katholische Kollege Gottfried Doll, begleitet vom Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Matthias Hefter, wies augenzwinkernd auf Gemeinsamkeiten hin: Die Segenskirche und die St.-Josef-Kirche seien „Holz-Kirchen“; und der Schutzheilige der katholischen Kirche am Marktplatz heiße auch Lorenz.

Susanne Droste vom Pfarramt, Pfarrer Mickeluhn sowie Birgit Kastenmüller und Peter Schumann vom Kirchenvorstand dankten den Miesbacher Kollegen Erwin Sergel und Anika Sergel-Kohl für deren Hilfe in den vergangenen Monaten. Alle wurden aufgefordert, die Hand zu heben und das „Victory“-V zu formen: Das V stehe für Vertrauen und Verbundenheit.

Zum Einstand gab es reichlich Geschenke für die neuen Pfarrersleute. Den Anfang machte Bürgermeister Schmid mit zwei Holzkirchen-Tassen. Pfarrer Doll hatte zwei Becher für die ökumenischen Gespräche mitgebracht. Vom Dekanat kamen ein Gesellschaftsspiel und eine Topfpflanze mit der Botschaft: „Möge Euer Leben hier grünen.“ Ein „Überlebenspaket“ hatte der Kirchenvorstand geschnürt, mit Karten zum Radeln und Wandern in der neuen Umgebung, Gutscheinen für To-Go-Mahlzeiten und vielen Genussprodukten aus der Region.

GUDULA BEYSE

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare