Oberland Realschule

Einsam am Panini-Grill: Eltern als Helfer fürs Filmcafé gesucht

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Für drei Tage steht an der Oberland Realschule alles im Zeichen des Films. Erstmals richtet sie die Filmtage Bayerischer Schulen aus. Der Elternbeirat betreibt das Café. Doch die Helfer fehlen.

Holzkirchen – Die Filmtage Bayerischer Schulen feiern heuer Premiere an der Oberland Realschule in Holzkirchen (11. bis 13. Oktober). Fünf Jahre lange richtet die Schule das Filmfest aus. Festivalleiter Sebastian Wanninger hat auch den Elternbeirat in die Organisation mit eingebunden. Die Eltern sollen das Filmcafé in der Aula betreiben. Das Problem: Die Beiratsvorsitzende Martina Koll steht auf verlorenem Posten, sie sucht händeringend nach Unterstützung.

Außer ihr, sagt Koll, habe sich nämlich noch niemand gefunden, der hinter dem Tresen steht und hungrige Schüler und Lehrer versorgt. Während sich die Frischeküche um Frühstück, Mittag- und Abendessen kümmert, „sind wir für die Verpflegung zwischendurch zuständig“, erklärt Koll. Auf der Speisekarte stehen Muffins, Kaffee Kuchen, ja sogar frische italienische Panini. „Ich habe extra einen Grill besorgt“, sagt Koll. Am Personal hapert‘s.

Martina Koll, die Elternbeiratsvorsitzende an der Oberland Realschule

An den drei Festivaltagen hat das Café jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Drei Schichten à zwei Personen hat Koll dafür veranschlagt. Hinzu kommen die Organisation im Vorlauf sowie Auf- und Abbau. „Wer während der Filmtage schon nicht helfen kann, dann wenigstens dabei“, appelliert Koll.

Freilich sind die Filmtage keine Ausnahme, viel mehr manifestieren sie eine Entwicklung. „Es wird immer schwerer, Veranstaltungen mit den Eltern zu organisieren und zu planen“, sagt Koll, die dem Elternbeirat seit 2015 vorsteht. Egal ob Grilldienst am Sommerfest oder Kuchenverkauf am Weihnachtsbasar, das Problem ist bekannt. Nur: „So schlimm wie dieses Jahr war es aber noch nie.“

Woran das liegt, darüber kann Koll nur spekulieren. Vielleicht, sagt sie, „sind die Eltern nicht mehr gewillt, sich tageweise im Büro freizunehmen oder Urlaub zu planen“. Sie selbst nehme jedes Jahr fünf Urlaubstage und baue 30 Überstunden für Aktivitäten an der Schule ab.

Die Filmtage rücken immer näher. Bis zu 40 Filmgruppen aus ganz Bayern werden an der Realschule erwartet. Damit die Teilnehmer die Tage über im Filmcafé verköstigt werden können, hat Koll einen Wunsch: „Dass ein paar Eltern so deppert sind wie ich.“

Neben dem Café-Personal sucht Koll weiterhin nach Sponsoren. Zwischen 500 und 600 Euro, schätzt sie, kosten die Verpflegung und das Equipment für das Café im Einkauf. Geld, das der Elternbeirat nicht einfach so vorstrecken kann. „Wir dürfen aus rechtlichen Gründen kein Konto oder keine Kasse haben“, erklärt Koll. Was der Beirat beim Kuchenverkauf einnimmt, fließe – bei kleineren Summen – direkt an Klassenprojekte oder etwa an die Theatergruppe. „Alles über 350 Euro geht an den Förderverein der Schule“, sagt Koll. Einen kleinen Notgroschen lege sie zwar immer zurück, jedoch sei das nicht genug, um die Filmcafé-Kosten zu decken.

„Mir würden ja fünf, sechs Spender mit 50 Euro reichen, dann läuft’s“, sagt Koll. Ein Anreiz: Wie bei anderen Filmfestivals soll während der Filmtage eine Sponsorenwand hinter dem roten Teppich aufgestellt werden. Vorausgesetzt, es findet sich ein Spender, der auch den roten Teppich zur Verfügung stellt.

Kontakt

Wer im Filmcafé mithelfen möchte oder sich als Sponsor beteiligen will, kann sich unter kontakt.ebrshk@gmail.com an Martina Koll wenden.

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Pleul

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