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Geduld ist gefragt: Der Förderverein Holzkirchner Halle präsentierte bereits eine konkrete Planung für eine Mehrweckhalle nebst einer Eishalle in der Alten Au. Der Vorschlag soll jetzt in einen ganzheitlichen Sportentwicklungsplan der Gemeinde einfließen. 

„Mein Antrag ist schon vergilbt“

Eisstadion wird kaltgestellt: Vorschlag fließt in ganzheitlichen Sportentwicklungsplan ein

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Kein Sonderweg für das Eisstadion: Ob eine Eis- oder Mehrzweckhalle gebaut wird, bleibt dem Ergebnis eines Sportentwicklungsplans vorbehalten.

Holzkirchen – Hubert Müller traut dem Braten nicht. Schon viel zu lange, so betonte der FWG-Gemeinderat am Donnerstag im Gemeinderat, sei sich die Gemeinde im Klaren, dass man einen neuen Platz für das Eisstadion brauche. „Ich habe ein Gutachten von 1987, das diese Feststellung auch schon trifft.“ Inspiriert vom Schwung des im Herbst 2017 gegründeten Fördervereins Holzkirchner Halle, hatte er im März den Antrag gestellt, der Gemeinderat möge jetzt endlich in eine Standortsuche einsteigen. Der Verein präsentierte mittlerweile sogar einen konkreten Standortvorschlag - in der Alten Au neben dem Geothermie-Kraftwerk.

Die Verwaltung vertröstete Müller, verwies auf neue Entwicklungen. „Mein Antrag ist schon vergilbt“, stellte er genervt fest. Trotzdem gelang es Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) in der Sitzung, Müller davon zu überzeugen, dass der Stein jetzt endlich ins Rollen geraten sei.

Nichts weniger als den großen Wurf habe man sich vorgenommen, betonte der Rathauschef. Der frisch aus der Taufe gehobene Runde Tisch Sportstätten, an dem sich alle Sportvereine beteiligen, habe sich auf die Erstellung eines ganzheitlichen Sportentwicklungsplans verständigt. „So weit waren wir im Gemeinderat noch nie“, stellte Löwis klar. Möglichst schon Ende 2019 soll gar eine daraus resultierende Machbarkeitsstudie vorliegen. „Das versetzt uns in die Lage, künftige Sportstätten-Entscheidungen auf einer soliden Grundlage zu fällen.“

So ein Sportkonzept sei sicher eine gute Sache, stimmte Müller zu. „Lösen müssen wir insbesondere zwei Problemfelder: Die Haidstraße mit den Fußballern und das Eisstadion.“ Was spreche dagegen, wenn sowohl der Hallen-Förderverein als auch die Fußballer Vorarbeit leisten? „Die Vorschläge der Vereine sind unbedingt zu berücksichtigen und werden sicher in das Konzept einfließen“, versprach Löwis. „Hoffentlich kann so ein Büro auch berücksichtigen, dass eine Eishalle direkt neben der Geothermie energetische Synergien mit sich bringt.“ Als Löwis zusagte, den ersten Beschluss für den Sportentwicklungsplan noch im Oktober in den Gemeinderat zu bringen, lenkte Müller ein und zog seinen Antrag zurück.

Sehen Sie hier den Vorschlag des Fördervereins Holzkirchner Halle

Nach dem Grundsatzbeschluss, besagtes Konzept in Auftrag zu geben, ist die Verwaltung gefordert, die ungefähren Kosten für so ein professionelles Sportstätten-Gutachten zu eruieren. „Das will ich schon wissen, bevor ich das beschließe“, machte Ulrike Küster (Grüne) deutlich. Gibt der Gemeinderat auch dann Grünes Licht, läuft das Vergabeverfahren an. An Bewerbern werde es nicht mangeln, glaubt der Bürgermeister. „Nach dem ersten Zeitungsbericht haben sich bereits etliche Interessenten im Rathaus gemeldet“, verriet Löwis.

Grünen-Fraktionssprecher Robert Wiechmann warnte jedoch davor, bei den Sportvereinen große Hoffnungen zu schüren. „Planen ist in Ordnung“, sagt Wiechmann, „aber es darf nicht der Eindruck entstehen, dass da bald irgendwas gebaut wird.“ Auf zeitliche Festlegungen werde er sich jedenfalls nicht einlassen. „Wir haben viele, viele Pflichtaufgaben, die sehr viel Geld kosten werden.“

Diesen Hinweis kann Müller nicht mehr hören. Seit über zehn Jahren baue die Gemeinde eine Kita nach der anderen, was sehr wichtig sei. „Aber wir vergessen, dass aus kleinen Kindern Jugendliche und Erwachsene werden – und für die müssen wir auch etwas tun.“

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