Vorarbeiten in Bergham: Die Wasserleitungen im Ort sind mittlerweile ertüchtigt, einige Restarbeiten stehen noch aus. Ab Montag wird die neue Wasserleitung nach Wettlkam verlegt, die meist auf Feldwegen verläuft.
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Vorarbeiten in Bergham: Die Wasserleitungen im Ort sind mittlerweile ertüchtigt, einige Restarbeiten stehen noch aus. Ab Montag wird die neue Wasserleitung nach Wettlkam verlegt, die meist auf Feldwegen verläuft.

Am 20. September ist Baubeginn zwischen Bergham und Wettlkam

Heuer das Wasser, nächstes Jahr die Straße: Endlich wird nach Wettlkam gebaut

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Erst kommt das Wasser, dann die Straße: Zwischen Otterfing-Bergham und Wettlkam werden endlich die Verbindungen ertüchtigt. Am Montag (20. September) beginnt das Verlegen der Wasserleitung, die Trasse verläuft meist auf Feldwegen. Nächstes Jahr wird die Straße ausgebaut – ein Vorhaben, das die Gemeinde schon über 30 Jahre vor sich herschiebt.

Otterfing – Anno 1903 war der Erste Weltkrieg noch nicht absehbar. An Bayerns Spitze stand ein Prinzregent, und in den USA wurde die „Ford Motor Company“ gegründet. In Otterfing markiert dieses Jahr den Bau der Wasserleitung von Bergham nach Wettlkam. Kaum zu glauben: Noch immer sind es diese alten Gussrohre, die quer über die Felder laufen und Wettlkam flüssig halten.

Doch die Ablösung naht. Mit Beginn der nächsten Woche lässt die Gemeinde eine leistungsstarke Druckleitung verlegen. „Ende November sollen die Arbeiten fertig sein“, sagt Hubert Zellner, Bauamtsleiter der Gemeinde, auf Anfrage. Den Auftrag übernimmt eine auswärtige Firma, die Kosten belaufen sich auf rund 580 000 Euro.

Leitungen in Bergham mussten ertüchtigt werden

Um die neuen Rohre mit dem nötigen Druck belasten zu können, musste die Gemeinde im Vorfeld das Leitungsnetz auch in Otterfing selbst (Schmiedweg) und in Bergham verstärken. Rund 265 000 Euro waren dafür nötig. „Diese Arbeiten sind so weit abgeschlossen“, sagt Zellner, „die Leitungen stehen.“ Noch sind jedoch einige Straßen offen, in den nächsten Tagen sollen die Asphaltierungen folgen. Dann kann auch die Fahrbahn-Verengung in der Dietramszeller Straße wieder aufgehoben werden.

Am Montag startet der große Sprung von Bergham hinüber nach Wettlkam. Jeweils in den Hangpassagen kurz nach beiden Dörfern wandern die Rohre unter die Straße. Die Gemeinde hofft, dafür das günstige Spülbohrverfahren nutzen zu können. „Jetzt am Donnerstag werden Bodenproben genommen, dann wissen wir mehr“, sagt Zellner. Die Spülbohrtechnik arbeitet mit Start- und Zielgruben, die bis zu 400 Meter Abstand haben können; die Verbindung stellt ein Bohrkopf her, der im Untergrund ein Rohr nachzieht. Der Vorteil: Es muss nicht aufwendig aufgegraben werden.

Wasser-Trasse verläuft größtenteils auf Feldwegen

Von Bergham kommend verlässt die künftige Wasserleitungs-Trasse etwa hundert Meter nach der Greifvogel-Auffangstation die Autostraße und schwenkt erst in Richtung West, dann in Richtung Nordwest auf einen Feldweg ein; an einem Strommast unterhalb der Wettlkamer Anhöhe wird wieder die Straße erreicht. Verlegt werden Rohre mit einem Durchfluss-Durchmesser von 15 Zentimetern. Auf den Feldweg-Passagen werden die Rohre klassisch eingegraben.

Während der Spülbohrungen muss die Gemeindeverbindungsstraße komplett gesperrt werden. „Das wird immer mal wochenweise nötig sein“, kündigt Zellner an. Umleitungen in Richtung Wettlkam sind über die Staatsstraße Richtung Sauerlach oder die Kreisstraße nach Steingau möglich.

Die Straße selber soll 2022 endlich saniert und ausgebaut werden. Die nötigen Grundstücksverhandlungen, die das Projekt viele Jahre bremsten, haben offenbar doch noch ihr Ziel gefunden. „Alle Voraussetzungen sind gegeben“, sagt Zellner. Geplant ist, die reine Fahrbahn auf 4,75 Meter zu verbreitern (mit Banketten 5,50 Meter). Zwei Ausweichstellen auf der 1,66 Kilometer langen Straße sollen den Begegnungsverkehr erleichtern.

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