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In Großhartpenning soll als eine der ersten Maßnahmen des Teil- Energienutzungsplans ein Konzept für die Straßenbeleuchtung erstellt werden.

Energienutzungsplan Holzkirchen

Von LED bis Geothermie

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LED oder Geothermie sparen nicht nur Geld, sondern sind auch gut für die Umwelt. Wie sie sich auswirken, wurde jetzt im Holzkirchner Gemeinderat aufgezeigt.

Holzkirchen – Wie kann der Energieverbrauch in Holzkirchen gesenkt, wie die verschiedenen Energieformen effizienter genutzt werden? Unter anderem diesen Fragen gingen Markus Brautsch, Professor am Institut für Energietechnik der Technischen Hochschule Amberg, und Tobias Eder vom Institut für Energieinformatik der Hochschule und Gründer der Firma Eninao im Auftrag der Marktgemeinde auf den Grund. Im Gemeinderat stellten sie nun den zu 70 Prozent vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Teil-Energienutzungsplan vor.

„Wir haben die Untersuchung von Anfang an an die Bedürfnisse von Holzkirchen angepasst“, erklärte Bautsch. Um mögliche Einsparpotenziale aufzuzeigen, erstellten die Ingenieure zunächst ein komplettes 3D-Modell der Gemeinde und untersuchten den Ist-Zustand. Laut diesem gibt es in Holzkirchen derzeit einen Energiebedarf von 234 000 Megawattstunden pro Jahr, etwa zwei Drittel davon allein als thermische Energie, also fürs Heizen.

Beim Strom könnte die Gemeinde den Verbrauch der Straßenbeleuchtung allein durch die komplette Umstellung auf LED fast auf die Hälfte reduzieren, von 553 400 auf 289 200 Kilowattstunden. Gleichzeitig würde der CO2-Ausstoß um rund 60 Tonnen jährlich sinken. Da die Gemeinde bei 19 Cent pro Kilowattstunde durch LEDs knapp 50 000 Euro jährlich sparen würde, liege die Amortisationszeit bei nicht ganz 14 Jahren, erklärte Brautsch – mögliche Zuschüsse nicht eingerechnet.

Ähnlich verhält es sich bei der Wärme. Dort könnte durch die Geothermie nicht nur viel Geld gespart werden, wie Brautsch anhand des Quartiers an der Baumgartenstraße erklärte, sondern durch eine energetische Sanierung der Verbrauch deutlich reduziert werden. Bei einer Sanierungsquote von zwei Prozent im Jahr – das entspricht 77 Wohngebäuden – könnten bis 2035 etwa 17 Prozent eingespart werden. Konkret würde der Verbrauch von 105 auf 87 Gigawattstunden reduziert.

Christoph Schmid (CSU) merkte hier an, dass viele Bürger oft nicht wüssten, welche Vorteile eine energetische Sanierung auf lange Sicht habe, die anfänglich hohen Kosten oft abschrecken würden. Wie Hubert Müller (FWG) wollte er wissen, wie es gelingen könne, die Bürger mit ins Boot zu holen. Brautsch schlug vor, fünf bis zehn Gebäude exemplarisch umzurüsten. „An diesen Beispiel können wir eine Sanierung entwickeln und bewerten“, erklärte Brautsch. „Das hat gewisse Hebeleffekte.“ Für Eder wäre auch die exemplarische Sanierung eines ganzen Quartiers denkbar.

Und natürlich gilt es für die Gemeinde, als gutes Vorbild voran zu gehen. Insgesamt enthält der Teil-Energienutzungsplan 21 Maßnahmen, teils kurz-, teils längerfristig angelegt. Drei brachte der Gemeinderat direkt einstimmig direkt auf den Weg: die Einführung eines Energiemonitorings, die Erstellung eines Konzepts für die Straßenbeleuchtung in Gorßhartpenning sowie die Umrüstung der Batusa-Dreifachhalle, die gerade saniert wird (wir berichteten), auf LED. Der Teil-Energienutzungsplan dient zudem als Leitfaden für künftige Projekte.

Fallbeispiele

wie sich der Teil-Energienutzungsplan auf das geplante Quartier an der Tölzer Straße oder die Umgestaltung des Bahnhofs auswirken könnten, lesen Sie in den nächsten Ausgaben.

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