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Die Münchner Straße in Holzkirchen soll radelfreundlicher werden. 

Zwischenstandsbericht zum Mobilitätskonzept

Mobilitätskonzept: Ergebnis für Hartpenning sorgt für Zoff

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Was hat die Gemeinde beim Orts- und Mobilitätskonzept bereits umgesetzt? Der Gemeinderat bekam nun einen Zwischenstandsbericht. 

Holzkirchen – Es soll ein Wegweiser in die Zukunft sein, der Verkehr und Wohnraum kontrolliert: Die Gemeinde ließ ein Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept erstellen. Mit ins Boot holte sie die Fachleute Manuela Skorka und Ralf Kaulen, Hilmar Sturm kümmerte sich ums Bürgergutachten. Bei einer Bürgerversammlung im März präsentierte die Gemeinde die Themen, die sie vorrangig angeht. Standortförderin Verena Sattler stellte nun im Gemeinderat einen Zwischenstandsbericht vor. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) sagte: „Wir meinen es mit der Umsetzung sehr ernst.“ Es sei aber eine Frage der Kapazitäten.

Wohnraum für alle

Die gemeindlichen Wohnblöcke an der Baumgartenstraße werden abgerissen und neu gebaut. „Die Gespräche mit den Büros für Planungswettbewerbe wurden geführt“, sagte Sattler. Bis zum Jahreswechsel erfolgt die Beschlussfassung zur Ausschreibung. Das Büro soll empfehlen, was während der Bauzeit mit den Mietern passiert.

Bauhof

Der Bauhof zieht an die B 318 bei Marschall. Mit den Mitarbeitern habe die Gemeinde den Raumbedarf erörtert. Im Herbst starte das VGF-Verfahren.

Mittelschule

Auch die Sanierung der maroden Mittelschule packt die Gemeinde an. Laut Sattler wurden in dem Gebäude Schadstoffe nachgewiesen. „Man muss mit einer Entsorgung rechnen.“ Die falle aber kleiner aus als die in der Grundschule nebenan (wir berichteten). So bald wie möglich sollen die nächsten Planungsschritte anlaufen.

Ortszentrum

Die Rathauserweiterung steht in den Startlöchern. „Nach der Sommerpause legen wir den Bebauungsplan öffentlich aus“, berichtete Sattler. Ferner erarbeite die Verwaltung eine neue Stellplatzschlüsselsatzung, um so die Parkplätze im Ortskern zu reduzieren. Zusammen mit dem Anbieter More – kurz für Mobile Region Oberland – testet die Kommune ein Car-Sharing-Projekt in der Siedlung am Otto-Mair-Ring. Zunächst geht es um ein Auto, das die Gemeinde 600 bis 800 Euro im Monat kostet. Klappt das Konzept, fließen die Ergebnisse in die Stellplatzsatzung ein, und die Gemeinde überträgt es auf die Blöcke an der Baumgartenstraße. Vier bis fünf Zweitwägen könne man durch ein Car-Sharing-Auto einsparen.

Bahnhof

Die Bahn plant die Umgestaltung des Bahnhofs mithilfe eines Ideenwettbewerbs. „Hierzu haben wir erste Gespräche mit Büros geführt“, sagte Sattler. Steht das Büro für den Wettbewerb fest, wird eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung gegründet, weil neben Gemeinde und Bahn auch Privateigentümer im Spiel seien.

Hartpenning

Den Verkehr in Großhartpenning will die Gemeinde ausbremsen. Für die Ortseingänge standen dafür ein Kreisverkehr oder eine Verschwenkung der B 13 im Raum. Nach einem Gespräch mit Staatlichem Bauamt Rosenheim und Landratsamt kam heraus, „dass eine Verschwenkung nicht möglich ist“, berichtete Sattler. Alternativ könnten am nördlichen Eingang eine Abbiegespur zur Sufferloher Straße sowie ein Verkehrsteiler entstehen, im Süden eine Fußgängerampel. Im Herbst soll es an die Planungs-Vergaben gehen. Hubert Müller (FWG) sagte: „Was die Ortsdurchfahrt in Hartpenning betrifft, ist es enttäuschend, was da rausgekommen ist.“ Er forderte weiter eine Verschwenkung oder Kreisel und Richtung Süden eine Verkehrsinsel. „Da sollte man Korrekturen anstreben.“ Löwis verwies auf die Zwänge von oben, versprach aber, es weiter zu versuchen. Ulrike Küster (Grüne) bezweifelte, dass eine Abbiegespur den Verkehr verlangsame. Löwis bedauerte, dass es kein Dauerblitzgerät im Ort geben darf. Eventuell will man nun erneut Kaulen zu Rate ziehen.

Münchner Straße

Straßenbauamt und Landratsamt halten beidseitige Radschutzstreifen entlang der Münchner Straße für vorstellbar, sofern gewisse Straßenbreiten eingehalten werden, erklärte Sattler. Die Gemeinde mache nun eine Bestandsaufnahme der Breiten. An der Industriestraße kommt ebenso ein Radschutzstreifen hin. Und: „Wir verfolgen die Idee der Herabstufung der Münchner Straße weiter.“ Die Ortsdurchfahrt soll zur Gemeindestraße, werden, die Nordspange zur Staatsstraße. Damit verspricht sich die Gemeinde mehr Spielraum für Verkehrsberuhigung.

Föching

Der Ortsteil Föching hängt in der Warteschleife. Die energetische Sanierung von Turnhalle und Kindergarten stehe erst nach der 1200-Jahr-Feier im September an. Auch der Radweg vom Bahnübergang zum Gewerbegebiet, den das Landratsamt plant, muss warten. Hier stehen Absprachen mit der Bahn aus, die den Übergang saniert.

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