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Die Karawane bricht auf: Energieberater Florian Stevens (vorne) gibt beim Rundgang durch das Quartier erste Tipps, während Bürgermeister Olaf von Löwis (M.) die Kamele Kalif und Luna durch die Straßen führt.

Kostenlose Energieberatung

Erst 52 Anmeldungen: Energiekarawane kommt nur behäbig voran

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Von 360 angeschriebenen Haushalten haben sich erst 52 für eine kostenlose Beratung bei der Energiekarawane angemeldet. Was gemacht werden kann, zeigte ein Experte bei einem Rundgang.

Holzkirchen – Luna und Kalif ist die Kälte wurscht. Während alle anderen Anwesenden bei den killerenden Temperaturen bibbern, kauen die beiden Kamele, anderthalb und drei Jahre alt, genüsslich an den kahlen Sträuchern auf dem Spielplatz an der Erlkamer Straße. Die Lastentiere sind in Zentralasien heimisch und somit Temperaturen von 40 Grad plus im Sommer bis minus 30 im Winter gewohnt. Sie wissen mit ihrer Energie hauszuhalten.

Für die Auftaktveranstaltung der Energiekarawane in Holzkirchen, einer kostenlosen Vor-Ort-Beratung für Bürger, waren die tierischen Energiesparer also in zweierlei Hinsicht eine gute Wahl: Sie passten thematisch zum Namen, mit dem das Energie-Projekt durch Deutschland zieht. Und sie zeigten auf – im übertragenen Sinn selbstverständlich – was in Sachen Energiesparen so alles möglich ist. Praktische Tipps fürs eigene Zuhause gab Florian Stevens bei einem Rundgang.

Der Dietramszeller ist einer von sechs Energieberatern von der Verbraucherzentrale Bayern, die derzeit auf Anfrage Haushalten für einen kostenlosen Gebäude-Check zur Verfügung stehen. 52 haben sich bislang für eine solche Beratung angemeldet. Angeschrieben hatte die Gemeinde vor über einem Monat 360 Haushalte in einem festgelegten Quartier.

Einer, der die Beratung schon in Anspruch genommen hat, ist Thomas Rottmann. Sein Haus in der Enzianstraße ist zwölf Jahre alt. „Ich wollte wissen, ob es vielleicht kleine Verbesserungsmöglichkeiten gibt“, sagt er. Und tatsächlich: Während der zweistündigen Beratung habe der Experte „Kleinigkeiten“ gefunden, um das Potenzial auszureizen. Den Kühlschrank zum Beispiel, erzählt Rottmann, habe er nun auf acht Grad eingestellt. Das spare Energie und Geld. Sein Fazit: „Ich bin zufrieden.“

Auf weitere zufriedenstellende Beratungstermine hofft die Gemeinde, die die Aktion anteilig finanziert. Der Rücklauf hält sich bislang in Grenzen. Der erste Ansturm ist abgeklungen. Um die 100 Anfragen habe man sich erhofft, räumt Bürgermeister Olaf von Löwis ein. Noch ist Zeit. Bis 18. Mai können Termine vereinbart werden. Von dem Rundgang durch das Quartier erhofft er sich daher eine „Initialzündung“.

Vom Spielplatz aus zog die gut 30-köpfige Karawane mit den beiden Kamelen an der Spitze durch die Siedlung, vorbei an Einfamilien- und Reihenhäusern. Florian Stevens gab erste Tipps und informierte über energetisches Einsparpotenzial anhand einiger Beispiel-Häuser. Einen Königsweg gebe es grundsätzlich nicht. „Die Frage ist immer: Was ist mein Ziel?“, erklärt Stevens. Kleinere Maßnahmen für den kleineren Geldbeutel, eine punktuelle Erneuerung der Haustechnik etwa, würden meist schon einen „großen Hebel“ bieten. Steht ein größeres Budget bereit, könne man über eine umfassendere, bauliche Sanierung nachdenken.

So geschehen an einem Haus an der Carl-Weinberger-Straße, wo die Karawane, bestehend aus Ehepaaren mittleren Alters, jungen Mamas mit Kinderwagen und Senioren, mittlerweile zum Stehen gekommen ist. „Bestimmt 50 Jahre alt“ sei der Bau, schätzt Stevens. Das sehe man dem Haus aber nicht an. Nicht nur optisch, sondern auch energetisch „kann man Bestandsgebäude leicht auf den Standard eines Neubaus bringen“, sagt Stevens. Das kostet freilich Geld, räumte er ein, „leicht 150 000 Euro, wenn man es anständig macht.“ Ein Viertel davon ließe sich jedoch durch Förderungen finanzieren.

Bevor Hauseigentümer jedoch Maßnahmen ergreifen, sei ein Beratungstermin ratsam, verdeutlicht Stevens. Die Experten könnten so individuell Tipps geben, anhängig von Budget, Gebäude und Bewohnern. Schon im Kleinen ließe sich viel bewegen. So wie bei Thomas Rottmann, der mit seiner Tochter dennoch am Rundgang teilnahm: „Wegen der Kamele.“

Anmeldung

Termine können angeschriebene Haushalte noch bis zum 18. Mai im Rathaus vereinbaren bei Elisabeth Zehetmaier unter  0 80 24 / 64 23 22.

fp

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