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Der Mercedes parkt seit über einem halben Jahr in der Atrium-Tiefgarage.

Vergessene Autos

Erst kommt der rote Punkt, dann der Schrotthändler

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Abgestellt, ausrangiert, vergessen: Regelmäßig stranden Schrottautos auf öffentlichem Straßengrund – oder auch in Tiefgaragen wie jüngst im Holzkirchner Atrium. Wer ist dafür zuständig?

Holzkirchen - Richtig schrottreif sieht der Mercedes zwar gar nicht aus, dennoch zeigte der Besitzer seit mehr als einem halben Jahr kein Interesse mehr an seinem Wagen.

Zehn bis 15 solcher ausrangierten Autos registriert die Holzkirchner Polizei jedes Jahr, wie deren Verkehrsreferent Ernst Größwang berichtet. Aktuell parkt so ein kennzeichenloses Schmuckstück offenbar unweit des Föchinger Gewerbegebiets. „Wir melden das dem Landratsamt, die sind dafür zuständig“, sagt Größwang.

Handelt es sich um öffentlichen Straßengrund, leitet die Kreisbehörde das „Rot-Punkt-Verfahren“ ein. „Das Abstellen eines nicht gemeldeten und nicht versicherten Fahrzeugs auf öffentlichem Grund stellt eine Ordnungswidrigkeit dar“, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts. Ist der Halter nicht zu ermitteln oder reagiert nicht, übernimmt der Fachbereich Abfallrecht.

„Abfallrechtliche Verfahren sind in der Regel zielführender als straßenrechtliche“, verrät Nemitz. Lässt der Landkreis straßenrechtlich abschleppen, bleibt er in der Regel auf den Abschlepp- und Abstellkosten sitzen. Das „Rot-Punkt-Verfahren“ dagegen ist ein Instrument des Abfallrechts. Mitarbeiter kleben große, rote Punkte auf Windschutzscheibe und Rückfenster. Der Halter hat dann vier Wochen Zeit, sich zu melden. „Tut er das nicht, wird das Fahrzeug entsorgt“, sagt Nemitz.

Das Verschrotten läuft für den Landkreis kostenfrei. „Wir kooperieren hier mit einem Autoverwerter“, erklärt Nemitz. Dieser holt die Autos kostenlos ab und darf dafür den Schrotterlös behalten. Laut Nemitz kam dieses Verfahren im Vorjahr landkreisweit 25 Mal zur Anwendung.

Auf den Mercedes in der Atrium-Tiefgarage hat der Landkreis jedoch keinen Zugriff. „Das ist Privatgrund und damit Sache des Atrium-Verwalters“, sagt Polizist Größwang. Auf Bitte der Atrium-Verwaltung überprüfte die Polizei das Kennzeichen und stellte fest, dass das Auto nicht mehr versichert ist. „Also haben wir es entstempelt“, sagt Größwang. Sprich: Die Zulassungsplakette wurde abgekratzt. Die Identität des Halters ist zwar bekannt, der habe aber derzeit keinen festen Wohnsitz.

Immerhin gab es telefonischen Kontakt. „Er hat zugesagt, das Auto abzuholen“, sagt Größwang. Die Atrium-Verwaltung könnte den Wagen abschleppen lassen, müsste aber darauf hoffen, die Kosten vom Besitzer ersetzt zu bekommen.

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