Der Neubau der Aussegnungshalle am erweiterten Neuen Friedhof an der Thanner Straße in Holzkirchen.
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Ein würdiger Ort zum Trauern: Die neue Aussegnungshalle am neuen Friedhof an der Thanner Straße ist im Wesentlichen fertig. Es fehlt noch Ausstattung.

Nach Neubau der Aussegnungshalle stehen höhere Gebühren zur Debatte

Neuer Friedhof in Holzkirchen: Wie teuer wird das Sterben?

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Erweiterung des neuen Friedhofs an der Thanner Straße in Holzkirchen ist fast fertig. Weil die Aussegnungshalle teurer wurde, könnten aber die Gebühren steigen.

Holzkirchen – Die Vorgeschichte ist lang: Im Jahr 1994 rief die Marktgemeinde einen Ideen- und Realisierungswettbewerb für den neuen Friedhof an der Thanner Straße ins Leben. Architekt Professor Michael Gaenssler bekam 1997 den Zuschlag. Zunächst entstand der erste Teil der Anlage. Auf eine Aussegnungshalle verzichtete die Gemeinde damals aus Kostengründen. Doch schon bald zwickte es: Trauergemeinden mussten auf dem Parkplatz Abschied von ihren Lieben nehmen, drängten sich unter einem schmalen Vordach. Diesen unwürdigen Zustand wollten die Verantwortlichen beenden. Auch andere Anforderungen standen an.

Nach vielen Jahren ist es endlich soweit: „Der Friedhof ist fast fertig“, sagt Bürgermeister Christoph Schmid auf Anfrage. „Was noch fehlt, ist die Ausstattung der Aussegnungshalle.“ Die Lieferung hätte sich etwas verzögert, müsste aber in den nächsten ein bis zwei Wochen ankommen. Im Prinzip handle es sich um Dekomaterialien, die Stühle stünden schon drin. Die Einweihungsfeier soll laut Schmid noch dieses Jahr stattfinden. Im Moment befinde man sich gemeinsam mit den Kirchen auf Terminsuche.

Im Herbst 2018 starteten die Bauarbeiten für die Erweiterung des neuen Friedhofs. Die Fertigstellung dauerte länger als geplant und verschob sich immer wieder. Auch Corona funkte bei der Lieferung von Materialien dazwischen. Viele Bürger wurden schon ungeduldig.

Mehr Platz für Urnen und Sternenkinder

Im Wesentlichen entstanden neue Grabanlagen, darunter Felder für normale Erdbestattungen, Erdurnen, aber zum Beispiel auch ein Grabfeld für Muslime und ein richtiges Sternchengrab für ungeborene oder sehr früh verstorbene Kinder. Herzstück der Planung ist die langersehnte, ellipsenförmige Aussegnungshalle samt Sakristei. Maximal haben darin – zu normalen Zeiten ohne Corona-Abstandsregeln – 80 Personen Platz, erklärt der Rathauschef. Außerdem ließ die Gemeinde den Vorplatz neu gestalten, davon abgesehen entstanden weitere Parkplätze.

Die Erweiterung kostet die Kommune rund 2,9 Millionen Euro. Damit sich die Einrichtung eines Tages selbst tragen kann, muss sich die Gemeinde laut Schmid noch mal über die Gebühren am neuen Friedhof Gedanken machen. Eine entsprechende Satzungsänderung – auch neue Bestattungsformen werde hierbei berücksichtigt – steht daher auf der Agenda der nächsten Sitzung des Hauptausschusses des Gemeinderats am Dienstag, 13. Oktober 2020. „Der alte Friedhof ist schon abbezahlt“, ergänzt der Bürgermeister. Ob und inwiefern sich die Gebühren auf beiden Friedhöfen unterscheiden, müssen letztlich die Gemeinderäte entscheiden.

Einen ersten Blick in die Aussegnungshalle können Neugierige übrigens am Samstag, 3. Oktober 2020, im Rahmen des Stadtradelns erhaschen. Die Gruppe, die gemeinsam mit Bürgermeister Schmid – der mit dem Lastenrad unterwegs sein wird – um 11 Uhr am Holzkirchner Rathaus startet, macht auch Halt an dem neuen Gebäude. Bei schönem Wetter mit Bergblickgarantie.

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