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Viel Nachwuchs rekrutiert der ESC. Doch aufgrund der umkämpften Eiszeiten können die Eishockeyspieler oft nicht genug trainieren. Viele junge Talente würden nach Miesbach und Tölz abwandern. 

Hubertusstadion 

ESC klagt über Unzulänglichkeiten

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Holzkirchen - Technische Unzulänglichkeiten, wenig Eiszeiten: Aus Sicht des ESC hat sich die Situation im Hubertusstadion – die Saison endete diese Woche – zugespitzt. 

Holzkirchen – ESC-Schriftführer Stefan Kammler ist stolz auf die Historie: „Der Eishockeysport wird in Holzkirchen bereits seit 1933 organisiert“, erklärt er. Der Neubau des Arbeitsamtes am Herdergarten, wo sich der erste Eisplatz befand, führte zum Bau des jetzigen Hubertusstadions, das 1957 eingeweiht wurde. „Holzkirchen war damals ein Eishockeydorf.“ Bis zu 3000 Zuschauer bejubelten in den 60ern die Teams. Doch während andere Hochburgen „die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft sicherstellten und ihre Stadien überdachten“, so Kammler, „war dem Holzkirchner Eishockey nach dem Gewinn des Oberligapokals 1968 und der Deutschen Jugendmeisterschaft 1972 ein steiler Abstieg zugedacht.“

Auch wenn der Verein 150 Aktive zählt, und Heimspiele der Ersten Mannschaft bis zu 500 Zuschauer anlocken: Die Glanzzeiten sind vorbei. Auch, weil der Verein mit technischen Unzulänglichkeiten des Stadions zu kämpfen habe. Aus Kammlers Sicht hat sich die Situation verschärft. „In der Ausprägung ist das jetzt neu.“ Vorsitzender Helmut Heinrich bestätigt das: „In zunehmenden Maße ist erkennbar, dass die Eisqualität nachlässt.“

Bereits zwei Wochen vor Saisonende stand laut Kammler keine komplette Eisfläche zur Verfügung. „Und das bereits bei Temperaturen ab fünf Grad.“ Das matschige Eis nähre die Befürchtung, die Eisfläche könne nicht mehr gleichmäßig gekühlt werden. „Ob die gesamte Kälteanlage zumindest so, wie sie derzeit betrieben wird, ihren Zweck noch erfüllt, darf man spätestens seit heuer infrage stellen.“ Wie berichtet, ist die Pistenverrohrung unter dem Eis, durch die das Kühlmittel läuft, marode. Jedes Jahr stellt sich die Frage, ob es noch hält. Eine Sanierung kostet gut 100 000 Euro.

Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke, kennt die Krux mit der Verrohrung, akut verschlimmert habe sich die Situation aber nicht. „Das Problem ist die Kombination von Wärme und Wind“, erklärt er. „Dann taut es von oben schneller, als die Wärme über das Eis nach unten auf die Rohre abgeführt werden kann.“ Er betont: „Mit den Rohren hat das nichts zu tun.“ Und: „Es sind auch nicht mehr Beschwerden als in anderen Jahren an uns herangetragen worden.“ Im Gegenteil: „Dieses Jahr gab es sogar einige positive Rückmeldungen.“

Ob sich eine Sanierung lohnt, knüpft sich an die Frage, ob die Gemeinde das Stadion auslagert. Seit Jahren wabert ein Neubau durch Holzkirchen. Die Kosten – Bürgermeister Olaf von Löwis rechnet mit mehreren Millionen – bremsen das Vorhaben. Der ESC kann Kammler zufolge wenig beisteuern. Jedoch bahne sich ein Förderverein an.

Der ESC hofft auf einen überdachten Neubau. Denn ohne ist nur eine kurze Eiszeit möglich, bei wärmeren Temperaturen schießen die Energiekosten sonst in die Höhe. „Heute sind die vier Monate Eis, die den Holzkirchner Eishockeyspielern pro Saison zur Verfügung stehen, nicht einmal ausreichend, um die Punkterunden der Mannschaft komplett abzudecken“, klagt Kammler. Leistungsmäßig stoße man an Grenzen, 2015 wurde der Aufstieg der Eishockey-Knaben verhindert. Die Trainings- und Spielzeiten reichen also nicht. Zur Vorbereitung miete der Verein Trainingszeiten in Tölz und Grafing. In Holzkirchen konkurrieren ESC, Einskunstläufer, Eisschützen und Publikumslauf um Zeiten. Für die Eishockeyspieler bleiben laut Kammler 14 Stunden pro Woche. „Nachwuchsspieler, die gerne auf mehr Eiszeit im Jahr kommen, wechseln regelmäßig nach Tölz oder Miesbach.“ Dabei rekrutiere man so viele Kinder, bedauert Heinrich. Laut Kammler verschärft sich die Situation weiter: In der nächsten Saison melde der ESC drei Kleinstschülermannschaften zum Spielbetrieb an.

Der Verein leide unter Existenzängsten, gesteht Kammler. Ein Ausfall der Freizeiteinrichtung wäre unverzeihlich. Über die Zukunft und die Eiszeiten – dem ESC seien viele Stunden gestrichen worden – spricht der Verein Ende März mit den Gemeindewerken. Heinrich will sich nicht zu viel beklagen. Immerhin gestehe man dem Verein die Vermarktung der Bandenwerbung zu. „Ich möchte keinen Dschihad mit der Gemeinde“, betont er.

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